Attacke aus der SPD-Kernklientel

Kritik an der NRW-Ministerpräsidenten

Wenn Stahlkocher die Rückendeckung der Ministerpräsidentin vermissen, hat die NRW-SPD ein Problem. Denn darunter sind viele Getreue der eigenen Basis, die sehr enttäuscht sein müssen. Sonst würden sie nicht zehn Tage vor der Wahl Kraft zum Schwur zwingen wollen.

Attacke aus der SPD-Kernklientel

Gleichzeitig macht die Attacke aus der SPD-Kernklientel deutlich, wie groß die Sorgen bei Thyssen-Krupp sind: Ohne die Hilfe wahlkämpfender Politiker befürchten Betriebsräte und IG Metall nach dem 14. Mai offenbar das Schlimmste.

Vor einem Jahr stand Kraft noch vor Tor 1 und beschwor das „Herz aus Stahl“, das in NRW weiter schlagen müsse. Damals ging es allerdings gegen Brüssel und China. Diesmal wird von Kraft erwartet, dass sie im konzerninternen Streit Partei ergreift – für die Stahlkocher und gegen Vorstandschef Hiesinger. Dazu ist sie offenbar nicht bereit.

Kraft wird ihre Gründe dafür haben, zur Konzernstrategie gibt es mehr als eine Meinung. In dieser Frage nicht den Gesetzen des Wahlkampfs zu folgen, ließe sich sogar mutig nennen. Wenn sie denn ihre Haltung, und sei es eine neutrale, den um ihre Jobs bangenden Arbeitern mitteilen würde. Ihr Schweigen aber ist alles andere als mutig. Stefan Schulte – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Streit um Stahlfusion – IG Metall fordert klare Position von Hannelore Kraft

Kurz vor der NRW-Landtagswahl zeigt sich die IG Metall enttäuscht über mangelnden Rückhalt von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) angesichts drohender Werksschließungen im Zuge einer Stahlfusion von Thyssen-Krupp mit dem indischen Konzern Tata. „Ich bin sehr irritiert, dass Ministerpräsidentin Kraft nicht klar Position bezieht“, sagte der frühere Gewerkschaftschef Detlef Wetzel, der die IG Metall im Aufsichtsrat der Stahlsparte von Thyssen-Krupp vertritt. „Wir erwarten, dass uns die Ministerpräsidentin sagt, wie sie über eine mögliche Stahlfusion denkt.“ Kraft sitze schließlich auch im Kuratorium der Krupp-Stiftung, die der größte Anteilseigner des Konzerns ist.

Wetzel mahnte, es gehe um die Zukunft eines Unternehmens mit über 20.000 Arbeitsplätzen in NRW. „Ein Gemeinschaftsunternehmen von Thyssen-Krupp und Tata hätte seinen Sitz mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in NRW, sondern in der Steueroase Holland. Das kann nicht im Interesse der Landesregierung sein“, sagte er. „Wir würden uns wünschen, dass die Ministerpräsidentin die Position der Arbeitnehmer vertritt. Alles andere muss sie politisch vertreten. Unser Standpunkt ist klar: Wir wollen keine Fusion und keine Standortschließungen.“ Wetzel fügte hinzu: „Wir befürchten, dass durch eine Fusion mit Tata vor allem Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland und insbesondere in NRW in Gefahr geraten“. Die Konzernführung um Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte zudem ein 500 Millionen Euro schweres Sparpaket angekündigt. Wetzel: „Wir befürchten, dass dem angekündigten Sparprogramm rund 4000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten.“

Zu einer Kundgebung am Mittwoch (3.5.) in Duisburg erwartet die IG Metall mehrere Tausend Stahlarbeiter. Anders als bei einer Demonstration vor einem Jahr steht die Ministerpräsidentin diesmal nicht auf der Rednerliste. Die NRW-Landesregierung sei durch Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) vertreten, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit. Ministerpräsidentin Kraft erklärte: „Wir tauschen uns immer wieder eng mit Betriebsrat, Unternehmensleitung und Gewerkschaft über die aktuelle Situation aus und wir setzen uns dabei für eine gute Zukunft des Stahlstandorts Duisburg und der Arbeitsplätze ein.“ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Deutscher Weltkonzern ThyssenKrupp baut zwei neue Anlagen in Chinas Changzhou National Hi-Tech District

Der deutsche multinationale Mischkonzern ThyssenKrupp AG hat den Bau von zwei neuen Produktionsanlagen in Chinas Changzhou National Hi-Tech District (CND) bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture mit dem chinesischen Autoteilehersteller Fawer Automotive Parts Limited und der Phase-3-Nockenwellenfertigung des Unternehmens. Dies festigt eine weitere Partnerschaft zwischen ThyssenKrupp und CND in Anknüpfung an die Errichtung von ThyssenKrupp Engine Systems (Changzhou) Co., Ltd., und ThyssenKrupp Steering System (Changzhou) Co., Ltd., im Changzhou National Hi-Tech District.

Chen Min, APAC COO bei ThyssenKrupp Presta Steering China, sagte: „CND hat den Zuschlag als Standort für unsere zwei neuen Anlagen erhalten, da wir mit den bestehenden Anlagen des Konzerns in CND positive Erfahrungen gemacht haben. Seit ihrer Gründung sind die beiden Anlagen stabil und konstant gewachsen.“

In den vergangen paar Jahren hat ThyssenKrupp in seinen Autoteile- und Aufzugsparten den Schwerpunkt auf Hightech- und Mehrwertaspekte gelegt. So will der Weltkonzern beim industriellen Wandel in China weiterhin eine führende Rolle spielen. Angesichts des rasanten Wachstums auf dem chinesischen Automobilmarkt hat ThyssenKrupp im Oktober 2012 ThyssenKrupp Engine Systems (Changzhou) Co., Ltd., zur Fertigung montierter Nockenwellen für Fahrzeuge gegründet. Im Mai 2015 hat der Konzern seine Gesamtinvestition in die Tochtergesellschaft auf 71 Millionen Euro (ca. 75,2 Millionen US-Dollar) aufgestockt. Als Nächstes gründete der deutsche Mischkonzern im Februar 2015 ThyssenKrupp Steering System (Changzhou) Co., Ltd., zur Fertigung elektronischer Servolenkungssysteme. Im September 2016 wurde die Tochtergesellschaft durch eine weitere Investition gestärkt.

ThyssenKrupp Engine Systems (Changzhou) wird die größte Nockenwellenfertigung des Konzerns in Asien sein. Gu Rui’an, Geschäftsführer von ThyssenKrupp Engine Systems (Changzhou), erläuterte: „Die neue Investition von ThyssenKrupp in die Tochtergesellschaft in Changzhou hat natürlich mit dem rasanten Anstieg der Nachfrage auf dem chinesischen Automobilmarkt und der Zunahme bei Kunden und Aufträgen zu tun. Aber ausschlaggebend waren ebenfalls die attraktiven Investitionskonditionen, die Changzhou bietet, und der starke Wachstumskurs des Unternehmens.“

Im Oktober 2016 besuchte eine CND-Wirtschafts- und -Handelsdelegation unter Leitung von Zhou Bin, Mitglied des kommunalen Parteikomitees Changzhou und Parteisekretär des CND-Arbeitskomitees, die Konzernzentrale von ThyssenKrupp. Dabei tauschten sich die Delegation und ThyssenKrupp über verschiedene Themen aus, beispielsweise den operativen Status der bestehenden Anlagen des Konzerns in CND und die Standortwahl für die neuen Anlagen des Konzerns. Nach Aussage von Carson Cross, CEO des Geschäftsbereichs Autoteile bei ThyssenKrupp, erwägt ThyssenKrupp den Bau eines Industrieparks innerhalb des CND mit dem Ziel, verschiedene Industrieprojekte zusammenzuführen, die Verwaltung effizienter zu gestalten und die Produktionskosten zu senken. Wang Zhongliang – The Public Promotion Department of Changzhou Xinbei District Commission

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