Ermittlungen gegen Winterkorn zwingend

Verbraucherschützer: VW-Kunden haben Anspruch auf Schadensersatz

Volkswagen-Kunden, die vom Abgasskandal betroffen sind, können nach Meinung von Verbraucherschützern Schadensersatz verlangen. „Die Verbraucher haben für eine Technik bezahlt, die den Schadstoffausstoß gering halten sollte“, sagte Jürgen Keßler, Verwaltungsratsvorsitzender der Verbraucherzentrale Berlin, dem Tagesspiegel (Mittwochausgabe). Der Tagesspiegel

Ermittlungen gegen Winterkorn zwingend

NRW-Justizminister und DSW-Präsident: VW-Aufsichtsrat sollte zivilrechtliche Schritte gegen Winterkorn prüfen. Nachdem die Staatsanwaltschaft gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wegen möglicher Beteiligung an Straftaten ermittelt, sollte nach Auffassung von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) und Ulrich Hocker, Präsident der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der Aufsichtsrat auch zivilrechtliche Schritte prüfen.

„Strafrechtlich gilt die Unschuldsvermutung“, sagt Hocker gegenüber der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). „Aber der Aufsichtsrat ist vom Aktiengesetz her verpflichtet, mögliche Managementfehler bei Volkswagen nun auch zivilrechtlich zu ahnden. Da kann es um Schadenersatz von vielen Millionen Euro für das Unternehmen gehen.“ Kutschaty erklärte: „Winterkorn als früherer Vorstandsvorsitzender muss nun damit rechnen, dass ihn das Unternehmen zivilrechtlich verklagt. Wenn gegen Gesetze verstoßen wurde, kann dies eine Haftung des Managers gegenüber dem Unternehmen begründen.“ Rheinische Post

Ermittlungen gegenWinterkorn zwingend

Gut, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn ermittelt: Denn wenn ein Autokonzern Behörden und Verbraucher global darüber getäuscht hat, welche Abgaswerte seine Motoren wirklich haben, ist es unmöglich, dass dies einige Ingenieure auf eigene Faust wagten. Immerhin sollte mit den Tricks ein strategisches Ziel erreicht werden: VW sollte nach dem Willen von Winterkorn und Ex-Aufsichtsratschef Piëch größter Autokonzern der Welt werden. Dies konnte nur gelingen, wenn die Autos „Made in Germany“ schnell fuhren, aber auch als grüne Vorbildmodelle galten.

Nicht nur VW hat die Abgaswerte manipuliert

Macht und Einfluss der Autohersteller müssen eingedämmt werden

Die Ermittlungen der deutschen Justiz werden aber nur Teil der Aufklärung sein: Die US-Kollegen werden bei VW keinen Stein auf dem anderen lassen. Die vom Aufsichtsrat angeheuerten Anwälte sollten klären, wann welcher Manager von welcher Entscheidung wusste – oder gezielt wegschaute. Die Glaubwürdigkeit des Aufsichtsrates wird sich zeigen, wenn von Managern Schadensersatz gefordert werden müsste: Egal wie man die VW-Affäre interpretiert, versagt bei der internen Kontrolle hat Winterkorn jedenfalls sicher. Er hat mehr als 15 Millionen Euro im Jahr kassiert – man sollte ihn zwingen, einen Teil zurückzuzahlen. Von Reinhard Kowalewsky Rheinische Post

BVfK zum VW-Skandal: Kein Schaden für Autokäufer

Nach Ansicht des Bundesverbands freier Kfz-Händler, BVfK sind die Schummeleien der Autohersteller im Zusammenhang mit dem „Test-Tunig“ der Steuergeräte vergleichsweise eher eine Banalität – gleichwohl es nach Verbandsauffassung erfreulich ist, dass die Spitze eines Eisberges aus Arroganz und unkontrollierter Macht zum Schaden von Gesundheit und Umwelt nunmehr in den Mittelpunkt des Interesses von Medien, Öffentlichkeit und Politik gerückt ist.

Tacho-Skandal gefährdet Leben und Gesundheit

Skandalös ist nach Auffassung des BVfK hingegen die Verantwortung der Kfz-Hersteller für massenhaften Tachobetrug, der technisch eher gefördert, als verhindert wird, was ebenfalls bei der Einflussnahme der Hersteller auf neue Regelungen europäischer Typgenehmigungsverfahren zu beobachten ist, die weder einen Wegstreckenzähler vorschreiben, noch einen solchen, der manipulationssicher ist.

Das gefährdet im Grunde genommen sogar Leben und Gesundheit aller, wenn Sicherheitssysteme in Folge von Manipulationen nicht mehr in den vorgeschriebenen Zyklen gewartet werden, da die wirkliche Laufleistung unbekannt ist.

Der BVfK glaubt, dass die derzeitige Diskussion um das Ausloten der Grenze zwischen gesetzlich zulässiger und allgemein bekannter Schummelei und eventuellem Betrug bald beendet sein wird, da schnellstmöglich eine technisch Umstellung / Programmierung seitens der Hersteller erfolgen wird.

„Daher dürfte sich der Wert der Autos mittelfristig nicht verringern, sofern nicht die Verbrauchswerte ansteigen und dem Verbraucher im Grunde kein wirtschaftlicher Schaden entsteht“ meint Verbandsvorstand Ansgar Klein, der damit auch dem juristischen Betrugsvorwurf die Grundlage entzogen sieht. „Der Wertverlust eines Autos hängt von vielen marktbeeinflussenden Faktoren, insbesondere von der Nachfrage ab. Günstige Emissionswerte haben im Gegensatz zum Kraftstoffverbrauch allerdings kaum Einfluss auf das Interesse der Kundschaft“ stellt Ansgar Klein fest und fordert von der Politik in Brüssel und Berlin die teilweise unkritische Haltung gegenüber den Kfz-Herstellern zu überdenken. BVfK Bundesverband freier Kfz-Händler e.V. www.bvfk.de

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