EU-Kommission ermittelt in ganz Europa gegen VW

Mögliche Schummel-Autos von VW auch in Belgien vorerst nicht verkauft

Nachdem bekannt wurde, dass der Fahrzeughersteller Volkswagen eine Software als Abschalteinrichtung benutzt hat, um Emissionsnormen für bestimmte Luftschadstoffe zu umgehen, fordert die Europäische Kommission Sofortmaßnahmen, um die strikte Einhaltung der EU-Schadstoffemissionsnormen sicherzustellen.

EU-Kommission ermittelt in ganz Europa gegen VW

Das Wesen von Skandalen ist, dass sie am Ende größer sind als am Anfang. VW hat Millionen Kunden, Behörden und die Öffentlichkeit über den Verbrauch von Dieselmotoren getäuscht. Das ist ein Skandal, ausgestanden ist er noch lange nicht, weder für VW noch die Branche. Der neue Konzernchef Müller muss für Aufklärung sorgen und Vertrauen schaffen. Binnen einer Woche hat Europas größter Autohersteller an der Börse ein Drittel seines Werts verloren.

Den Abwärtstrend konnte die Personalie nicht stoppen. Doch es geht um mehr. Dieselgate ist für deutsche Autobauer das, was für Österreichs Winzer der Glykolskandal war, nur größer. Vor 30 Jahren wollte ein Winzer mehr Frostschutzmittel von der Steuer absetzen, als in seinen Traktor passte – am Ende der Enthüllungen galt österreichischer Wein als untrinkbar. Der Diesel, auf den die Deutschen so stark setzen, gilt nun wieder als Stinker. Ob er sich überhaupt rehabilitieren kann? Es gibt Antriebe mit grünerem Image, die Branche sortiert sich ohnehin gerade neu. Es wird noch schwerer für die deutschen Hersteller. Moritz Döbler Weser-Kurier

VW und Dieselgate

Nachdem bekannt wurde, dass der Fahrzeughersteller Volkswagen eine Software als Abschalteinrichtung benutzt hat, um Emissionsnormen für bestimmte Luftschadstoffe zu umgehen, fordert die Europäische Kommission Sofortmaßnahmen, um die strikte Einhaltung der EU-Schadstoffemissionsnormen sicherzustellen.

Mögliche Schummel-Autos von VW auch in Belgien vorerst nicht verkauft

ElżbietaBieńkowska, Kommissionsmitglied für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, sagte hierzu: „Unsere Botschaft ist ganz klar: Betrug wird nicht geduldet, und die EU-Vorschriften sind unbedingt einzuhalten. Wir brauchen vollständige Aufklärung und wirksame Abgasprüfungen.”

Die Kommission fordert alle Mitgliedstaaten auf, vor Ort entsprechende Ermittlungen aufzunehmen und ihr die Ergebnisse mitzuteilen. Die Kommission könnte ihrerseits beim Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten behilflich sein. Wir müssen genau wissen, wie viele in der EU zugelassenen Fahrzeuge mit einer Abschalteinrichtung ausgerüstet wurden, die die Euro-5/Euro-6-Abgasverordnung 715/2007/EG ausdrücklich verbietet.  Wir werden darüber in den kommenden Tagen mit den nationalen Typgenehmigungsbehörden ausführlich sprechen.

In der Vorausschau zählen wir auf die Unterstützung der Mitgliedstaaten für eine rasche Einigung über die erforderlichen abschließenden Maßnahmen, damit die bei der Erteilung der Typgenehmigung verwendeten Ergebnisse der Messungen von Luftschadstoffemissionen den Emissionen im praktischen Fahrbetrieb entsprechen und nicht durch Täuschungsmanöver verfälscht werden können. Ein neues Prüfverfahren für Emissionen im praktischen Fahrbetrieb (Real Driving Emission – RDE) wird von Anfang 2016 an schrittweise eingeführt.

Es wird die gegenwärtigen Prüfungen im Labor ergänzen. Wir müssen uns aber noch darüber einigen, was zu tun ist, wenn die Ergebnisse der Prüfungen im Labor und im praktischen Fahrbetrieb erheblich voneinander abweichen. Mit der Einigung über dieses Paket erhält die EU zusätzlich zu den bereits angenommen RDE-Prüfverfahren ein anspruchsvolles und belastbares Verfahren für Prüfungen und Emissionen im praktischen Fahrbetrieb an die Hand.

Über diese Maßnahmen hinaus wird die Kommission die Ansichten über weitere möglicherweise erforderliche Reformen aufmerksam zur Kenntnis nehmen.

KommissionsmitgliedBieńkowskahat den luxemburgischen Vorsitz der EU aufgefordert, dieses Thema auf die Tagesordnung des Rates (Wettbewerbsfähigkeit) am 1. Oktober zu setzen. ©Europäische Union

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