Gabriel fordert „Runden Tisch“ für Siemens-Werk in Mülheim

Volle Auftragsbücher bei Siemens

Trotz voller Auftragsbücher macht sich die Siemens-Belegschaft ernsthafte Sorgen um die Zukunft von Arbeitsplätzen. Angesichts von Sorgen um das Siemens-Dampfturbinenwerk in Mülheim spricht sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) für einen „Runden Tisch“ mit Unternehmensleitung, Arbeitnehmern und Regierungsvertretern aus.

Gabriel fordert „Runden Tisch“ für Siemens-Werk in Mülheim

„Ein gemeinsamer Runder Tisch von Management, Belegschaft und der Politik, wie ihn der Betriebsrat kürzlich vorgeschlagen hat, kann neue Wege für die Zukunft des Standorts aufzeigen“, sagte Gabriel der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. „Ich kann der Konzernleitung nur raten, sich hier gesprächsbereit zu zeigen“, fügte Gabriel hinzu.

Dabei sieht der SPD-Politiker auch die voraussichtlich schwarz-gelbe Landesregierung in NRW gefordert: „Ich finde, dass sich auch die neue Landesregierung dabei engagieren muss. So wie es die alte Landesregierung unter Hannelore Kraft und der SPD ja auch getan hat.“

Mit seinen knapp 5000 Beschäftigten ist das Siemens-Werk in Mülheim der größte Standort des Industriekonzerns in NRW. Das Geschäft mit Kraftwerkstechnik gestaltet sich derzeit insbesondere in Deutschland schwierig. Die deutschen Energieversorger halten sich beim Bau von Gaskraftwerken zurück, weil Solaranlagen und Windräder die konventionelle Stromerzeugung zunehmend vom Markt verdrängen. Ein Rekordauftrag aus Ägypten ist mittlerweile beendet, was Fragen nach der künftigen Auslastung in dem Siemens-Werk auslöst. Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Volle Auftragsbücher bei Siemens

Siemens liefert erstmals größte Gasturbine nach China

Siemens hat den ersten Auftrag für seine leistungsstärkste und effizienteste Gasturbine, die H-Klasse, aus China erhalten. Der Auftrag umfasst die Lieferung eines Kraftwerkblocks für die bestehende Anlage Black Point in Hongkong. Auftraggeber ist der Energieversorger Castle Peak Power Company Limited (CAPCO), ein Gemeinschaftsunternehmen von China Southern Power Grid International Limited und CLP Power Hong Kong. Nach der Inbetriebnahme vor 2020 wird die installierte Gesamtleistung von 550 Megawatt (MW) ausreichen, um rund eine Million Haushalte mit Strom zu versorgen. Mit dem Auftrag aus Hongkong hat das Unternehmen bislang weltweit bereits 80 H-Maschinen verkauft.

Siemens liefert den Kraftwerksblock für das Gas-und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk und nimmt diesen auch in Betrieb. Die Gasturbine wird in Berlin gefertigt; die ebenfalls zum Kraftwerksblock gehörende Dampfturbine sowie der Generator kommen aus dem Siemens-Werk in Mülheim. „Wir freuen uns ein so wichtiges Projekt gewonnen zu haben“, sagte Lothar Herrmann, CEO von Siemens in China. „Mit der hocheffizienten Kraftwerkstechnologie von Siemens und unserer weitreichenden Erfahrung beim Bau von Großanlagen werden wir zusammen mit unserem Kunden CAPCO die nachhaltige Energieversorgung für Hongkong vorantreiben. Als verlässlicher Partner von CAPCO arbeiten wir über alle Phasen des Projektes bis hin zur Inbetriebnahme eng mit unserem Kunden zusammen und unterstützen so seine ehrgeizigen Ziele.“

Derzeit verfügt Hongkong über eine installierte Gesamtleistung von rund 12,6 Gigawatt und nutzt überwiegend fossile Energieträger für die Stromerzeugung. Ziel der Regierung von Hongkong ist es, den Anteil erdgasbasierter Stromerzeugung im lokalen Energiemix bis 2020 auf 50 Prozent zu erhöhen und gleichzeitig den Emissionsausstoß der gesamten Stromerzeugung zu reduzieren. Mit seinem hohen Wirkungsgrad bietet die H-Klasse-Gasturbine von Siemens die technologische Grundlage für eine ressourcenschonende und effiziente Energieversorgung Hongkongs.
GuD-Kraftwerke mit H-Klasse-Gasturbinen zeichnen sich unter anderem durch kurze Anfahrtszeiten und einen schnellen Lastwechsel aus. Mit über 300.000 Betriebsstunden hat sich die Maschine bestens bewährt: Die Zuverlässigkeit der Siemens H-Klasse-Gasturbinen-Flotte liegt bei über 99 Prozent. Alfons Benzinger – Siemens AG

Siemens liefert fünf große Gasturbinen nach Saudi Arabien

Siemens hat einen Auftrag zur Lieferung von fünf F-Klasse Gasturbinen für ein Gas-und Dampfturbinen-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) aus dem Königreich Saudi Arabien erhalten. Die Anlage verfügt über eine elektrische Leistung von rund 1.500 Megawatt (MW) und wird 400 MW an Strom sowie Prozessdampf für eine neue Erdgasförderanlage in Fadhili, 100 Kilometer nordwestlich von Dammam in der östlichen Provinz des Königreichs, liefern. Die übrigen 1.100 MW reichen aus, um rund 1.100 saudi-arabische Haushalte mit Strom zu versorgen. Alle fünf Turbinen werden vor Ort im Siemens Dammam Energy Hub (SDEH) produziert, der ersten Fertigungsstätte für Gasturbinen in Saudi Arabien und der größten im Nahen Osten. Auftraggeber ist das südkoreanische Unternehmen Doosan Heavy Industries & Construction Co., Ltd., das die Anlage schlüsselfertig errichten wird.

Darüber hinaus haben Siemens und Kahrabel FZE, eine Tochtergesellschaft der ENGIE Group, einen Langzeitservicevertrag für das Fadhili-KWK-Kraftwerk über eine Laufzeit von 16 Jahren unterzeichnet. Endkunde für das Projekt ist eine Zweckgesellschaft, an der ENGIE 40 Prozent der Anteile hält. Weitere Anteilseigner sind die beiden Unternehmen Saudi Electric Company (SEC) und Saudi Aramco Power Holding Company (SAPHCO), die mit je 30 Prozent beteiligt sind. Das gesamte Auftragsvolumen für Siemens beträgt rund 400 Millionen US-Dollar.

Der Lieferumfang von Siemens umfasst fünf Gasturbinen des Typs SGT6-5000F, fünf SGen6-1000A Generatoren, das Leittechniksystem SPPA-T3000 sowie Montage und Inbetriebnahme vor Ort. Bei dem Langzeitservicevertrag für die Turbinen kommen fortschrittliche Power Diagnostics Services von Siemens zum Einsatz, die Teil des digitalen Service-Portfolios des Unternehmens für die Energiewirtschaft sind. Siemens Power Diagnostics ermöglicht eine detaillierte Diagnose vieler Ist-Zustände von Kraftwerken sowie Empfehlungen für Verbesserungen. So kann das Tool ungeplanten Stillstand vermeiden und die Verfügbarkeit bei der Stromerzeugung erhöhen. Das neue Kraftwerk wird hauptsächlich mit K-Gas befeuert werden, ein Erdgas aus dem nahegelegenen Khursaniyah-Gasfeld mit relativ geringem Brennwert. Siemens und Saudi Aramco haben gemeinsam die Eignung der F-Klasse Gasturbine für diesen speziellen Brennstoff getestet.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein für Saudi Arabien und Siemens. Im Rahmen der Vision 2030 wird das Projekt noch mehr Möglichkeiten aufzeigen, um die Industrialisierung des Königreichs voranzutreiben“, sagt Jeffrey Dunlap, Senior Executive Vice President Sales PG MENA Region von Siemens. „Dank unseres umfassenden Service-Pakets wird das neue Kraftwerk die Gasförderanlage in Fadhili auf lange Sicht zuverlässig mit Strom und Prozessdampf versorgen. Mit den passenden technischen Lösungen unterstreicht Siemens weiterhin sein Bekenntnis zum Königreich, seinen Partnern und zur saudi-arabischen Gesellschaft.“ Die Vision 2030 beinhaltet den ehrgeizigen Entschluss, Saudi Arabien ökonomisch und sozial zu verändern. Ziel ist es, das Land unabhängig von Erdöl zu machen.

Das Fadhili-Projekt soll Ende 2019 fertiggestellt werden. Dem Kraftwerk kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, den wachsenden Energiebedarf in Saudi Arabien durch den Ausbau der Gasproduktion und -versorgung zu decken. Zusammen mit zwei weiteren neuen Gasgewinnungsanlagen wird die Fadhili-Gasförderanlage mehr als fünf Milliarden Normkubikmeter Erdgas pro Tag produzieren, das unabhängig von Öl gefördert wird. Saudi Aramco investiert insgesamt rund 50 Milliarden Saudi-Riyal (rund 13,3 Milliarden US-Dollar) in die Fadhili-Gasförderanlage.

Die Gasturbinen werden vor Ort im Siemens Dammam Energy Hub produziert. Im Mai 2016 wurde die erste Gasturbine „made in Saudi Arabia“ im SDEH fertiggestellt. Die Fabrik entwickelt und stärkt lokale Lieferketten und schafft vor Ort Arbeitsplätze für hochqualifizierte junge Talente in Saudi Arabien. Siemens AG

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