Gabriel: Spitzengespräch der Handelschefs war „überfällig“

Arbeitsplätze bei REWE gefährdet

Anders als in Nordrhein-Westfalen gibt es nach Informationen des Betriebsrats in Berlin keine Kaiser’s-Filialen, die geschlossen werden sollen. „Wir haben keine Schließkandidaten in Berlin“, sagte Betriebsratschef Volker Bohne dem Tagesspiegel.

Gabriel: Spitzengespräch der Handelschefs war „überfällig“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel begrüßt den für Donnerstag geplanten Handelsgipfel, der die Zerschlagung der Mülheimer Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann in letzter Minute verhindern soll. „Das Spitzengespräch aller Beteiligten ist notwendig und war überfällig“, sagte der SPD-Vorsitzende der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

Vorrang müssten Arbeitsplätze und Arbeitnehmerrechte der 16.000 Beschäftigten von Kaiser’s Tengelmann haben. „Allein in Nordrhein-Westfalen sorgen sich 3000 Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz“, sagte Gabriel der WAZ. Er fordert die Beteiligten auf, sich Zeit für die Aushandlung eines Kompromisses zu nehmen. „Wenn jetzt die Bereitschaft zu konstruktiven Gesprächen da ist, die vorher fehlte, ist das zu begrüßen“, so Gabriel.

Durch eine Sondergenehmigung hatte der Wirtschaftsminister die Fusion von Edeka und Kaiser’s Tengelmann gegen das Votum des Bundeskartellamts unter Auflagen erlaubt. Nach einer Klage unter anderem von Rewe stoppte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Übernahme vorläufig. Edeka und Tengelmann wollen Rewe nun dazu bewegen, die Klage zurückzuziehen. Westdeutsche Allgemeine Zeitung

REWE-Betriebsräte zu KaisersTengelmann

„Es geht auch um die Arbeitsplätze bei REWE“

Vor dem Treffen zur Zukunft von KaisersTengelmann hat sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der REWE Group, Andreas Ratzmann, zu Wort gemeldet. „Wir bei REWE haben sehr viel Verständnis für die schwierige Lage, in der sich die Kolleginnen und Kollegen bei KaisersTengelmann befinden. Aber auch bei unseren REWE-Mitarbeitern – vor allem in Berlin und in Bayern – gibt es große Sorgen über die Sicherheit der Arbeitsplätze. Darüber haben sich bislang offenbar weder Bundeswirtschaftsminister Gabriel noch die Verantwortlichen bei Edeka und der Eigentümer von KaisersTengelmann Gedanken gemacht. Wir als Betriebsräte werden täglich angesprochen – nicht zuletzt von den Beschäftigten, die auch bei Verdi organisiert sind -, wie es mit REWE und unseren Märkten weitergeht, wenn Edeka nach einer Fusion mit KaisersTengelmann eine absolute marktbeherrschende Position erreichen würde.

Dies wäre tatsächlich ein schwerer Schaden für uns. Und genau aus diesem Grund, wegen der erheblichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, hatte das Bundeskartellamt die Fusion ja untersagt. Für uns als Betriebsräte geht es ganz konkret um die Sicherheit und Zukunftsperspektiven der Arbeitsplätze bei REWE. Deshalb können wir nicht tatenlos zusehen, wenn die Wachstums- und Zukunftsperspektiven – und damit die Arbeitsplätze bei REWE – gefährdet werden. Wir fordern, dass die Arbeitsplatzsicherheit bei REWE – aber auch bei anderen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels und nicht zuletzt auch bei Edeka sowie bei den Lieferanten – genauso ernst genommen wird, wie die Zukunft der Beschäftigten bei KaisersTengelmann. Deshalb darf es keine Komplettübernahme von KaisersTengelmann durch Edeka geben.“

Klare Ziele der REWE für Treffen zur Zukunft von KaisersTengelmann:Beschäftigung sichern, Wettbewerb stärken!

Der Vorstandsvorsitzende der REWE Group, Alain Caparros, geht am heutigen Tag mit klarem Auftrag und Ziel zum Treffen zur Zukunft von KaisersTengelmann. „Wir wollen einen Kompromiss. Wir können die Arbeitsplätze bei KaisersTengelmann sichern, indem wir gemeinsam den Weg freimachen für eine faire Aufteilung der Märkte. Wir sind zu einer Teillösung bereit, bei der REWE für alle Märkte, die wir übernehmen, die in der Ministererlaubnis formulierten Auflagen zur Sicherung der Arbeitsplätze, zur betrieblichen Mitbestimmung und tarifvertraglichen Bezahlung der Beschäftigen akzeptiert“, erklärte Caparros. „Eine solche Lösung kann innerhalb weniger Wochen realisiert werden, weil die wettbewerbsrechtlich machbaren Lösungen bereits Anfang des Jahres vom Bundeskartellamt geprüft wurden“, so Caparros. „Wir vertreten keine Maximalposition, sondern sind offen für eine Lösung, die den Beschäftigten bei KaisersTengelmann und REWE ebenso hilft, wie dem Wettbewerb im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Dafür werde ich mich heute Abend mit Nachdruck einsetzen.“Rewe Group

Ver.di-Chef Bsirske hofft weiterhing auf Lösungsperspektive für Kaiser’s-Beschäftigte

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di setzt weiter auf eine positive Lösung für die Mitarbeiter der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann. „Wir hoffen, dass es gelingt, eine Lösungsperspektive im Sinne der Beschäftigten zu finden“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske gegenüber der Tageszeitung „neues deutschland“. Am Donnerstagabend wollen ver.di-Vertreter sowie die Chefs von Edeka, Rewe und Tengelmann über die Zukunft von Kaiser’s beraten. Die Gewerkschaft hatte sich bemüht, dass ein solches Treffen zustande kommt. neues deutschland

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