Grünen-Chef: Republikaner müssen ihren Präsidenten zu Kursänderung bringen

Kieler Institutschef Snower warnt vor Handelskrieg

Heikel wird es, wenn Trump weiter den Dollar hochredet und die Aufwertung der eigenen Industrie ihrer Konkurrenzfähigkeit beraubt. Wenn dann die Jobs gestrichen werden, dürfte Trump kaum die Verantwortung dafür akzeptieren, sondern die Schuld der ausländischen Konkurrenz und der Globalisierung geben. Dann könnte es richtig losgehen mit Wirtschaftskriegen und einer nationalstaatlichen Wirtschaftspolitik. Mitteldeutsche Zeitung

Grünen-Chef: Republikaner müssen ihren Präsidenten zu Kursänderung bringen

Grünen-Chef Cem Özdemir hat die Forderung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump nach einer 35-prozentigen Strafsteuer für deutsche Autobauer als „Alarmsignal“ bezeichnet. Die Republikaner müssten ihren Präsidenten zu einer Kursänderung bringen, forderte Özdemir in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Nahezu alle deutschen Autohersteller schaffen auch Arbeitsplätze in den USA“, sagte der Bundesvorsitzende der Grünen. Trump könne Konzernen wie BMW oder Daimler nicht vorschreiben, wo sie zukünftig zu investieren hätten. Dessen Politik der Abschottung schade vielmehr den Vereinigten Staaten. Trump liege falsch mit der Annahme, es ginge der US-Industrie besser, wenn es Strafzölle für Wettbewerber gebe. Auch in den USA beruhe Wohlstand auf Freihandel und Globalisierung, erklärte Özdemir. Neue Osnabrücker Zeitung

Kieler Institutschef Snower warnt vor Handelskrieg

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, hat angesichts der Ankündigungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump vor einem neuen weltweiten Handelskrieg gewarnt. „Die Gefahr eines Handelskriegs besteht“, sagte Snower der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Wenn die USA zum Beispiel Schritte gegen die deutsche Autoindustrie unternehmen, würde das wahrscheinlich Gegenmaßnahmen der EU nach sich ziehen“, warnte Snower. Würden die USA Strafzölle für importierte Autos einführen, müssten sie dies aus rechtlichen Gründen für alle Fahrzeugtypen einer Kategorie tun. „Dies hätte für die amerikanische Wirtschaft aufgrund der grenzüberschreitenden Lieferketten gravierende wirtschaftliche Schäden zur Folge“, sagte Snower. Denn in vielen Autos, die in Mexiko gefertigt oder vorgefertigt werden, steckten Vorleistungen aus amerikanischer Produktion. „Flächendeckende Strafzölle wären, als würde man in einer Fabrik eine Mauer errichten“, sagte Snower. Rheinische Post

Strafzölle für Autobauer

Es klingt fast wie eine Kriegserklärung. Deutsche Autobauer sollen 35 Prozent Strafzoll auf ihre Fahrzeuge zahlen, wenn sie die in den USA verkaufen wollen, dort aber nicht gebaut haben. Mehr als ein Drittel des Kaufpreises. Das würde die Konzerne zwischen Wolfsburg und München empfindlich treffen. Eine ganze Industrie könnte zittern, vom Manager zum Fließbandarbeiter.

Donald Trump spielt mit der Angst. Mal wieder, muss man sagen. Das ist seine Masche; die einen verunsichern, um seine Wähler zu beruhigen. Das war schon im Wahlkampf so, und auch jetzt ist das nicht anders. Er kann vieles ankündigen, aber er kann nicht alles halten. Und Strafzölle auf ausländische Autos werden wohl dazugehören. Nach China sind die USA der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Fahrzeuge. Dadurch bekommt Trumps Drohung eine große Schlagkraft, wird gleichzeitig aber auch geschwächt. Denn die Tatsache zeigt: Viele US-Amerikaner mögen deutsche Autos. Darunter sicherlich auch Trump-Wähler, die der künftige Präsident nun verprellen könnte.

Denn gerade wer einen Mercedes fährt, Audi oder BMW, tut das nicht nur, weil es praktisch ist. Er macht es, weil er Emotionen damit verbindet, sich für Technik begeistert, das Design mag. Solche Autos sind Statussymbole. Das ist in Deutschland so, aber auch in den USA.

Und hier liegt der Fehler in Trumps Rechnung, sollte er seine Ankündigungen tatsächlich so durchziehen. Statussymbole lassen sich nicht einfach so ersetzen. Ein BMW ist kein Chrysler, ein Mercedes kein Cadillac und ein BMW kein Jeep. Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass die meisten Amerikaner, die deutsche Autos fahren, sich auch beim nächsten Mal für so ein Fahrzeug entscheiden, wenn sie dann 35 Prozent mehr zahlen müssen. Es ist aber auch unwahrscheinlich, dass sie es einfach so hinnehmen werden. Trump nimmt seinen Landsleuten etwas, das besonders in den USA einen hohen Stellenwert hat: Die Freiheit so zu leben, wie man möchte. Stefan Lakeband – Weser-Kurier

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