Löwe auf der Jagd – Wieder Zittern bei Opel

Verkauf der Traditionsmarke Opel

General Motors soll nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters mit dem PSA-Konzern über den Verkauf von Opel sprechen. Die deutsche Konzerntochter schreibt seit 17 Jahren Verluste. Hoffnungen, im vergangenen Jahr endlich wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, hatten sich zerschlagen.

Löwe auf der Jagd – Wieder Zittern bei Opel

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hatte dafür vor allem Wechselkursschwankungen wegen des geplanten EU-Austritt Großbritanniens verantwortlich gemacht, wo der Autohersteller mit seiner Schwestermarke Vauxhall stark vertreten ist. Zwei neue Modelle von Opel, die in diesem Jahr auf den Markt kommen, stammen aus einer Kooperation mit PSA. General Motors (GM) hat bestätigt, dass der Konzern mit dem französischen PSA-Konzern über den Verkauf von Opel einschließlich der britischen Marke Vauxhall verhandelt. Auch PSA hatte entsprechende Gespräche gegenüber Medien eingeräumt. Die Gespräche seien weit gediehen, Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen.

In dem gemeinsamen Statement von GM und PSA wird außerdem darauf hingewiesen, die Gespräche zu Opel seien Teil eines Gesamtpakets von Kooperationen und anderen Erweiterungen der seit 2012 bestehenden Zusammenarbeit. Die deutsche GM-Konzerntochter Opel schreibt seit 17 Jahren Verluste. Hoffnungen, im vergangenen Jahr endlich wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, hatten sich zerschlagen. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hatte dafür vor allem Wechselkursschwankungen wegen des geplanten EU-Austritt Großbritanniens verantwortlich gemacht, wo der Autohersteller mit seiner Schwestermarke Vauxhall stark vertreten ist. Auto-Medienportal.net

Diese Nachricht hinterlässt viele Fragezeichen: Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën überlegt, Opel zu übernehmen. Damit wäre die fast 90-jährige und zuletzt sehr schwierige Ehe mit dem US-Autokonzern General Motors (GM) Geschichte. Jahrelang hatte GM versucht, seine Rüsselsheimer Tochter zurück in die Spur zu bringen. Doch die Zeiten von Goldeseln wie dem Kadett oder dem Manta sind längst vorbei. Seit Ende der 1990er-Jahre hat Opel keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben. Das gilt – entgegen anders lautender Ankündigungen von Firmenchef Karl-Thomas Neumann – im Übrigen auch für 2016. Gut möglich, dass es der US-amerikanischen Konzernmutter nun einfach zu viel geworden ist.

Doch PSA als Käufer erscheint wenig sinnvoll. Natürlich kooperieren die Franzosen und Opel schon jetzt auf einigen Gebieten. Aber Kooperationen sind weit weniger kosten- und zeitintensiv als Übernahmen. Und Zeit und Geld, um sich auf Umstrukturierungen in einer solchen Größenordnung zu konzentrieren, haben Autobauer, die derzeit mit Themen wie E-Mobilität und Digitalisierung die wohl größten Umwälzungen der Branche erleben, nun wirklich nicht. Und wo können neue Märkte, neue Kunden von einem Verbund PSA-Opel gewonnen werden? Beide haben ihren Fokus auf Westeuropa, beide sprechen im Großen und Ganzen die breite Mittelschicht an. Masse allein ist aber längst kein Allheilrezept, um Geld zu verdienen. Was PSA mit den Rüsselsheimern vorhat, diese Frage bleiben sie uns vorerst schuldig. Maren Beneke – Weser-Kurier

Opel bald französisch? – Peugeot will den Autobauer kaufen

Zittern mussten die Opel-Mitarbeiter schon etliche Male. Bereits 2009 wollte sich General Motors von der europäischen Tochter mit dem Blitz trennen. Letztlich entschieden sich die Amerikaner aber, weiter von der deutschen Ingenieurskunst zu profitieren. Doch trotz der Schließung der Werke in Bochum und Antwerpen und einer Qualitätsoffensive kam Opel nicht aus den roten Zahlen.

Einmal mehr werden Arbeitnehmer, Gewerkschafter und Politiker nun von der unsteten GM-Geschäftspolitik überrumpelt. Der französische Konzern PSA will sich Opel einverleiben. Der Aufschrei von Bundes- und hessischer Landesregierung sowie der IG Metall lässt nicht darauf schließen, dass der Deal konfliktfrei bleiben wird.

Der Konzentrationsprozess auf dem automobilen Weltmarkt ist seit Jahren im Gange. Eine Fusion von PSA und Opel wäre die Ehe zweier Konzerne, die nicht zu den starken der Branche zählen. Der Zusammenschluss würde also nur Sinn machen, wenn ein Maximum an Synergieeffekten gehoben wird.

Und das bedeutet in der Regel Werksschließungen und massiver Arbeitsplatzabbau. Angesichts des Übergewichts der Franzosen warnen Experten davor, dass die Fusion nur einen Verlierer hervorbringen wird: Opel. Frank Meßing – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Opel kommt nicht zur Ruhe. Die Ankündigung einer möglichen Übernahme durch den französischen PSA-Konzern mag krisengestählte Opelaner vielleicht nicht schockieren, sie kommt dennoch zu einer Unzeit. Es liegt nicht an den Innovationen. Die Ingenieure in Rüsselsheim waren ihrer Konkurrenz schon einmal weit voraus und schickten den Ampera ins Rennen um die Elektromobilität – die Zeit war leider noch nicht reif genug. Dass seit zehn Jahren keine Gewinne mehr zum Mutterkonzern flossen, hängt wesentlich damit zusammen, dass GM seiner Tochter Opel den Weg auf boomende Weltmärkte wie China rigoros verweigerte und in Europa die Rüsselsheimer auch noch mit der Marke Chevrolet kannibalisierte. Irgendwie schon damals zuviel „America first“. Als die Amerikaner dann für Bochum und Antwerpen das Aus verkündeten, atmeten die Kollegen in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach durch.

Der Preis dafür war hoch. Der Bochumer Betriebsrat sah „seinen“ Standort ausgebootet. Die Freigabe des russischen Marktes für Opel sollte der Traditionsmarke Luft verschaffen – wirklich Pech, dass Wirtschaftssanktionen dazwischen kamen. Auch der drohende Brexit hat dem Ergebnis 2016 laut Konzern nicht gut getan. Ob es stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Viel interessanter ist die Frage, welche Effekte eine Übernahme durch den französischen Peugeot-Konzern haben würde. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Synergien bei den französischen Nachbarn gesucht würden. Die haben gerade eine harte Sanierung hinter sich. Insofern scheint Peugeot gegenüber GM keine echte Verbesserung zu sein. Westfalenpost

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