Panama-Leaks: Die Spur des Geldes

Die Trickserei der Reichen

Staatspräsidenten, Drogenschmuggler und Kriminelle haben über Jahrzehnte eine panamaische Anwaltskanzlei genutzt, um Konten und Wertgegenstände zu verstecken. Das geht aus Unterlagen hervor, die NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung gemeinsam mit internationalen Medienpartnern ausgewertet haben. In einem Themenabend widmet sich phoenix den Enthüllungen der Panama Papers.

Panama-Leaks: Die Spur des Geldes

140 Politiker sowie Prominente aus Sport und Unterhaltung sollen ihre Besitzverhältnisse mit Hilfe einer Finanzkanzlei in Panama verschleiert haben. In einem Konstrukt aus Scheinfirmen haben sie Geld und anderen Besitz unerkannt geparkt, so die Recherchen der Süddeutschen Zeitung, NDR, WDR und internationaler Medien. Diese Art von Verschleierung ist nicht unbedingt strafbar, moralisch allerdings fragwürdig. In zahlreichen Staaten sind nun Ermittlungen wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung eingeleitet worden.

Die Trickserei der Reichen

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans fordert etwa ein öffentliches Unternehmensregister, das genau darlegt, wer hinter einer Briefkastenfirma steckt und an ihr verdient. Was genau legen die Panama Papers offen? Welche Konsequenzen hat ihre Auswertung? Welchen wirtschaftlichen und moralischen Schaden richten Offshore-Finanzparadiese an? Haben einzelne Staaten Möglichkeiten gegen sie vorzugehen? phoenix-Kommunikation

Natürlich muss nicht jeder Dollar, dessen Herkunft über eine Briefkastenfirma verschleiert wird, aus dunklen Geschäften stammen, aus dem Drogenhandel vielleicht, aus Menschenhandel oder aus dem illegalen Waffenhandel. Könnte man die Spur des Geldes durch einen Dschungel aus Scheinfirmen, Vermögensberatern und Banken zurückverfolgen, würde man auch nicht immer automatisch auf Betrügerei im großen Stil stoßen, auf Steuerhinterziehung zum Beispiel oder auf abgezweigte Staatsgelder, möglicherweise auf geheime Korruptionskassen. Man würde auch nicht in jedem Falle Transaktionen aus Geldwäsche vorfinden oder gar eine Kriegskasse für die Terrorfinanzierung.

Aber weil man diese Spuren gerade nicht zurückverfolgen kann und weil die Liste derer, die sich aus den eben genannten Gründen partout nicht in die Karten schauen lassen wollen, so lang ist, liegt die Vermutung nahe, dass Briefkastenfirmen nicht gerade erste Adressen sind. Deshalb sind die Panama-Papiere ein guter Anlass, den Beitrag von Banken und Vermögensverwaltungen an der Verschleierung der Herkunft riesiger Summen einer Überprüfung zu unterziehen. In diesem Spiel, das mit vielen schmutzigen Tricks gespielt wird, gibt es wenige Gewinner, aber viele Verlierer.

Entwicklungsminister Müller fordert Transaktionssteuer als Konsequenz aus der Panama-Affäre

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert nach den Enthüllungen über dubiose Briefkastenfirmen mit Milliardeneinlagen die Einführung einer weltweiten Transaktionssteuer. „Eine Transaktionssteuer auf den weltweiten computergesteuerten Hochgeschwindigkeitshandel könnte ein Finanzausgleichssystem von Superreich zu Arm finanzieren. Schon ein Satz von 0,01 Prozent auf diese Transaktionen würde ausreichen, um eine dreistellige Milliardensumme für einen UN-Fonds zu erzielen“, sagte der Minister der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Die „entfesselten Finanzmärkte“ ermöglichten Milliardentransaktionen in Zehntelsekunden „an den Finanzmärkten zwischen Sydney, Shanghai und New York“, so Müller. Zugleich forderte er ein Aus für Briefkastenfirmen: „Ich bin für ein weltweites Verbot von Briefkastenfirmen. Geld muss an Namen und Firmen gebunden sein“, sagte der CSU-Politiker. „Briefkastenfirmen sind die schmutzige Seite des Kapitals.“ Rheinische Post

OECD nennt Panama „letzten großen Verweigerer von Steuertransparenz“

https://youtu.be/133_9jx1xsM

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