Senkung der EEG-Umlage – 3,3 Mrd. Euro Entlastung möglich

Strom auch wegen EEG-Umlage im September so teuer wie nie

Der durchschnittliche Strompreis hält seit Jahren sein hohes Niveau. Von Januar bis September 2017 ist der CHECK24-Strompreisindex um rund drei Prozent gestiegen und erreichte ein Allzeithoch. Sowohl die Preise der Grundversorgung (plus zwei Prozent) als auch der Alternativanbieter (plus drei Prozent) haben sich verteuert.

Senkung der EEG-Umlage – 3,3 Mrd. Euro Entlastung möglich

In einem Vorstandsbeschluss empfiehlt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK), die Umlage zur Förderungen erneuerbarer Energien von aktuell 6,88 auf 4,71 Cent/kWh Strom zu verringern.1)

Würde die EEG-Umlage2) 2018 um 2,17 Cent/kWh sinken, bedeutete dies für eine Familie mit einem Stromverbrauch von 5.000 kWh bis zu 129 Euro weniger Stromkosten pro Jahr. Ein Single würde um rund 52 Euro jährlich entlastet werden. Sinkt die EEG-Umlage in diesem Umfang, zahlten alle deutschen Privathaushalte (Verbrauch 128,5 Mrd. kWh/Jahr) zusammen ca. 3,3 Mrd. Euro weniger für Strom als noch 2017.3)

Am 15. Oktober müssen die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr veröffentlichen. Die Netzbetreiber konnten aufgrund der hohen Abgabe ein Guthaben von 4,9 Mrd. Euro aufbauen.4) Infolge der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank werden darauf teilweise Strafzinsen fällig. Experten gehen deshalb für 2018 von einer leichten Senkung der Öko-Umlage aus, um den Effekt der Negativzinsen zu begrenzen.4)

Strom auch wegen EEG-Umlage im September so teuer wie nie

Der durchschnittliche Strompreis hält seit Jahren sein hohes Niveau. Von Januar bis September 2017 ist der CHECK24-Strompreisindex um rund drei Prozent gestiegen und erreichte ein Allzeithoch. Sowohl die Preise der Grundversorgung (plus zwei Prozent) als auch der Alternativanbieter (plus drei Prozent) haben sich verteuert.

Ein Vierpersonenhaushalt zahlte im September durchschnittlich 1.427 Euro für 5.000 kWh Strom. Bei einem der zehn günstigsten Alternativanbieter fallen für eine Familie bei gleichem Verbrauch im Schnitt nur 1.262 Euro an und damit 165 Euro weniger. CHECK24 Vergleichsportal GmbH

1)Quelle: http://ots.de/ClJYq [12.09.2017]

2)EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz

3)Berechnungen anhand der DIHK Empfehlung zur Senkung der EEG-Umlage um 2,17 Cent/kWh (6,88 Cent/kWh – 4,71 Cent/kWh). Familie: 5.000 kWh/Jahr * 2,17 Cent = 108,50 EUR + 19 % MwSt = 129,12 EUR brutto. Single: 2.000 kWh/Jahr * 2,17 Cent = 43,40 EUR + 19 % MwSt = 51,65 EUR brutto. Alle deutschen Privathaushalte (bdew: charts.bdew-data.de/3R75I/13/): 128,5 Mrd. kWh/Jahr * 2,17 Cent = 2,778 Mrd. EUR + 19 % MwSt = 3,318 Mrd. EUR;

4)Quellen: http://ots.de/vqc77; http://ots.de/ZG9vm [12.09.2017]

IHK-Energiewende-Barometer 2017 erklärt DIHK-Präsident Eric Schweitzer

Die Strompreise haben sich für Deutschland mittlerweile zu einem echten Standortnachteil entwickelt. Es ist der Politik in dieser Legislaturperiode nicht gelungen, den Anstieg der Stromzusatzkosten zu beenden. EEG-Umlage, Netzentgelte, Stromsteuer und weitere Umlagen machen inzwischen für die Industrieunternehmen rund 80 Prozent der Stromkosten aus. Sie sind inzwischen vier Mal so hoch wie der eigentliche Strompreis. Allein die EEG-Umlage hat in den letzten vier Jahren um 30 Prozent zugelegt. Daher ist die wichtigste Forderung der Unternehmen in unserem Energiewende-Barometer an die nächste Regierungskoalition: Stromzusatzkosten senken.
Der DIHK schlägt hierzu vor, Teile der EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Das entlastet Wirtschaft und Verbraucher direkt und stärkt den Investitionsstandort Deutschland.

Das größte Risiko für die künftige Kostenentwicklung und eine sichere Stromversorgung ist der Netzausbau im Zeitlupentempo. Darunter leiden vor allem Unternehmen in Süddeutschland mit einem hohen Energiebedarf, die für unsere Gesamtwirtschaft sehr wichtig sind. Damit der Netzausbau Fahrt aufnimmt, fordern die Unternehmen, dass sich die Politik vor Ort und in Berlin aktiver für dessen Akzeptanz einsetzt. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Energiewende ohne Netzausbau nicht zu haben ist.

Gerade vor dem Hintergrund des hohen Anteils staatlich regulierter Umlagen an den Energiekosten bleibt auch die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte eine wichtige Aufgabe für die Politik. Die kommende Bundesregierung muss daher die Ausrichtung der Energiewende auf den Markt konsequent weiterzuverfolgen. Dazu gehört, neuen Windrädern und Solaranlagen eine Perspektive jenseits der EEG-Förderung zu öffnen. Vorangetrieben werden muss außerdem der Einsatz von Speichern, die flexible Nachfrage im Markt sowie mehr Wettbewerb der Energieträger.“ (DIHK) Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

Umweltverbände fordern Rückenwind für die Energiewende

Deutschlands größte Umweltverbände, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund (NABU), forderten gemeinsam mehr Rückenwind für die Energiewende nach der Bundestagswahl. Die bisherige Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien muss aufgehoben werden. Nur mit entschiedenem Handeln für einen naturverträglichen Ausbau auf 100 Prozent erneuerbare Energien und einem zügigen Kohleausstieg kann der drohenden Klimakatastrophe wirksam begegnet werden.

BUND und NABU riefen die handelnden Parteien und damit die nächste Bundesregierung auf, bereits im Koalitionsvertrag die Ziele für Klimaschutz und Erneuerbare Energien so festzulegen, dass sie das Pariser Klimaabkommen konsequent umsetzen. Neben der naturverträglichen Energiewende fordern die Verbände mehr Engagement bei der Einsparung von Energie. „Die bisherige Regierungsbilanz in Fragen der Klima- und Energiepolitik ist enttäuschend. Entscheidende Maßnahmen wie der Kohleausstieg wurden nicht angepackt und der Energiewende die Bremse eingebaut“, erklärte Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender. „Gleichzeitig wurde versäumt endlich den schlafenden Riesen Energieeffizienz zu wecken. Klima- und Naturschutz sind dann am besten vereinbar wenn wir unseren Energieverbrauch deutlich senken“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

„Für dauerhaften Klimaschutz muss endlich auch der Gebäudebereich angepackt werden. Rund 40 Prozent des Energieverbrauchs wird in diesem Sektor verursacht. Trotzdem hat es die große Koalition in der vergangenen Legislaturperiode nicht geschafft, endlich die Sanierungsquote zu steigern. Ein Gebäude-Energie- und ein verbindliches Energieeffizienz-Gesetz muss ebenfalls ganz oben im Aufgabenkatalog der künftigen Bundesregierung stehen“, betonte Tschimpke.

„Die veränderten Förderbedingungen für erneuerbare Energien machen es Bürgerenergiegesellschaften schwer, weiter in die Energiewende zu investieren“, kritisierte Hubert Weiger. „Die Energiewende muss weiter von den Bürgern vor Ort getragen werden können – das ist zentral für den raschen Ausbau der Erneuerbaren mit breiter Akzeptanz. Für die Bürgerenergie braucht es deshalb dringend eine neue Lösung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), sonst dörrt der vitalste Ast der Energiewende aus. Auch dank dieses Bürger-Engagements findet die Energiewende dezentral, an vielen Orten im ganzen Land statt.“ Dieses Engagement müsse fortgeschrieben werden, so Weiger und Tschimpke. „Auch wenn sich hier Konflikte zeigen, ein naturverträglicher Ausbau vor allem der Windenergie ist möglich, wenn er richtig geplant wird und an geeigneten Standorten stattfindet.“

Beide Verbandsspitzen sprachen sich für eine gute Planung der Windkraft-Standorte aus, um seltene Arten zu schützen und Landschaftseingriffe zu minimieren. Sie betonten aber auch, dass es ohne zügigen Ausbau in allen Teilen Deutschlands nicht gehe: „Die Bundesländer sind aufgefordert, in ihrer Landesplanung den Windkraft-Ausbau zu ermöglichen und nicht wie Nordrhein-Westfalen und Bayern durch unrealistische Abstandsregeln zu verhindern. Das erhöht im Zweifel nur den Druck auf die Natur.“ BUND

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