VW: Martin Winterkorn tritt zurück

Aktionärsschützer gegen schnellen Rausschmiss von Winterkorn

Als Vorstandsvorsitzender übernehme ich die Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren und habe daher den Aufsichtsrat gebeten, mit mir eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns zu treffen.

VW: Martin Winterkorn tritt zurück

Erklärung Prof. Dr. Martin Winterkorn: „Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren.

Als Vorstandsvorsitzender übernehme ich die Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren und habe daher den Aufsichtsrat gebeten, mit mir eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns zu treffen. Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin.

Volkswagen braucht einen Neuanfang – auch personell. Mit meinem Rücktritt mache ich den Weg dafür frei. Mein Antrieb war es immer, dem Unternehmen, vor allem unseren Kunden und Mitarbeitern zu dienen. Volkswagen war, ist und bleibt mein Leben.

Der eingeschlagene Weg der Aufklärung und Transparenz muss weitergehen. Nur so kann wieder Vertrauen entstehen. Ich bin überzeugt, dass der Volkswagen Konzern und seine Mannschaft diese schwere Krise bewältigen werden.“ Volkswagen

„Es tut mir unendlich leid“: VW-Chef Winterkorn tritt vorerst nicht zurück

Aktionärsschützer haben sich eigentlich gegen eine schnelle Ablösung von Martin Winterkorn an der VW-Spitze ausgesprochen. „Man musste dem Unternehmen Zeit geben aufzuklären, wer von der Affäre gewusst hat oder wer etwas hätte wissen müssen“, sagte DSW-Sprecher Jürgen Kurz dem Tagesspiegel. Hinzu komme, dass die Nachfolgefrage schwierig sei. „VW kann nicht auf die Schnelle jemand Neues aus der Tasche ziehen“, sagte Kurz. Winterkorn müsse nun aber schnell erklären, warum er nicht involviert war und warum er von der Affäre nichts habe wissen können. „Nur dann kann er sich halten“, sagte Kurz. Der Tagesspiegel

Krise bei VW

Zu behaupten, der Volkswagen-Konzern sei eine kriminelle Vereinigung, ginge zu weit. In erster Linie stellt das Unternehmen Millionen solider Fahrzeuge her. Unsolide Praktiken und Gesetzesbrüche sind jedoch immer mal wieder Bestandteile der Geschäftspolitik. Das Problem liegt beim VW-Konzern in der Führungskultur. Wegen des autokratischen Führungsstils funktioniert die Kontrolle der Leitung durch das mittlere und höhere Management nur schlecht.

Da ist es kein Wunder, wenn sich das Unternehmen planmäßig über Gesetze und Politikkonzepte hinwegsetzt, die die Gesellschaften, in denen es arbeitet, demokratisch beschlossen haben. Klimaschutz? Jenseits von Werbebotschaften scheint dieses Anliegen für VW-Manager nur eine marginale Rolle zu spielen. Der neue VW-Skandal ist aber ein guter Beleg dafür, dass die Politik gerade den wirtschaftlich Mächtigen keinen Freifahrtschein ausstellen darf. Mit Selbstkontrolle der Konzerne ist es nicht getan. Gesetze, beispielsweise Abgaswerte, die der Staat nicht kontrolliert, werden nicht eingehalten. Die Wirtschaft braucht harte Regeln von außen, die die Politik auch durchsetzt. Hannes Koch Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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