Anti-Wohnungs-Steuer: Rot-Grün quetscht die Menschen aus

Steigende Mieten, Wohnungsnot - Versagt die Mietpreisbremse?

Die Mieten in deutschen Großstädten explodieren und Wohnen wird immer teurer. Viele Bürger können sich derart hohe Wohnkosten nicht leisten. Die SPD fordert eine Verschärfung der Mietpreisbremse, um einen gerechteren Wohnungsmarkt zu schaffen. Dabei ist die SPD mit ihrer Politik der eigentliche Preistreiber für unbezahlbare Mieten.

Anti-Wohnungs-Steuer: Rot-Grün quetscht die Menschen aus

Zweimal hat Rot-Grün in NRW die Grunderwerbsteuer erhöht. Mit 6,5 Prozent liegt der Satz an der bundesweiten Spitze. Hat NRW das nötig? Nein. Denn soeben hat das Land noch Rekordeinnahmen verkündet: 2016 flossen zwei Milliarden Euro mehr als geplant in die Steuerkasse. Ein Steuerdefizit hat NRW also nicht. Stattdessen braucht das Land mehr Wohnungsbau. Um den Bedarf zu decken, müssten jährlich 25.000 Wohnungen mehr entstehen als tatsächlich gebaut werden. Besonders groß ist der Nachholbedarf im unteren Preissegment. Was die Investoren abschreckt, sind die dramatisch gestiegenen Kosten – und dazu trägt die Rekord-Grunderwerbsteuer in NRW bei. Weil sie das Angebot verknappt, belastet sie Mieter und Investoren zugleich, und nicht nur reiche, denen die Grunderwerbsteuer vielleicht noch egal ist. Die Leidtragenden sind vor allem Mieter und Investoren, die knapp bei Kasse sind. Gerade bei den unteren und mittleren Einkommen bringt die Steuer Wohnungsträume zum Platzen. Deshalb ist sie unsozial. Rheinische Post

2016 höchste Mietpreisanstiege auf den Wohnungsmärkten in acht Städten

2016 ist das Jahr mit dem stärksten Mietpreisanstieg seit Beginn der Marktbeobachtung durch JLL 2004. Auf Jahressicht beträgt das gemittelte Plus in den acht untersuchten Wohnungsmärkten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig) knapp 8 %. Die Spanne reicht von 4 % bis 12 %. Damit beläuft sich der Mietpreisanstieg seit 2004 zwischen + 26 % in Köln und + 69 % in Berlin.

Über alle Städte hinweg liegt der Anstieg der Kaufpreise auf Jahressicht mit + 10 % weiterhin über dem Mietpreisanstieg. Seit 2004 stiegen die Kaufpreise zwischen 56 % (Köln) und 115 % (Berlin). Leipzig legte in diesem Zeitraum lediglich um 7 % zu.

Weiter angespannte Mietmärkte

Den höchsten Anstieg bei den angebotenen Mietpreisen im zweiten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnete mit einem Zuwachs von rund 12 % Berlin, gefolgt von Köln und München (jeweils 10 %). In Hamburg, Düsseldorf, Leipzig und Stuttgart bewegte sich der Anstieg auf Jahressicht zwischen 6 und 7 %. Frankfurt bildet das Schlusslicht mit +4 %. Die Mietmärkte der Städte haben sich 2016 weiter angespannt und zu einem neuen Rekordjahr bei den Mietpreisanstiegen geführt. Selbst die hohen Wachstumsraten aus 2012 wurden in einigen Städten übertroffen. Städte wie München und Berlin mit hohen Zuwanderungsraten verzeichnen dabei, trotz Einführung der Mietpreisbremse, höchste Anstiege. Hindernisse für den dringend benötigten Wohnungsneubau bleiben die unzureichende Aktivierung von Bauland sowie die in der Regel langen Planungs-, Genehmigungs- und Ausführungszeiträume.

2016 nur noch drei Märkte mit höherem Anstieg bei Kauf- als bei Mietpreisen

Auf Jahressicht verteuerten sich die Angebots-Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Stuttgart mit knapp 17 % im Jahresvergleich am stärksten. Auch Leipzig (+13 %), Frankfurt (+11 %) und Berlin (+10 %) verzeichnen einen hohen Anstieg. Um 8 % erhöhen sich die Preise in München und Köln. Immer noch kräftig, aber deutlich schwächer als in den anderen untersuchten Städten stiegen die Kaufpreise in Hamburg (+6 %) und Düsseldorf (+5 %). Nur noch in drei Märkten, Stuttgart, Frankfurt und Leipzig, legten 2016 die Kaufpreise stärker zu als die Mieten. Trotzdem: Der vorhandene Nachfrageüberhang und die geringe Bautätigkeit in den untersuchten Großstädten lassen eine rückläufige Preisentwicklung, auch mittelfristig, unwahrscheinlich erscheinen.

Mieten in Berlin mit höchstem Mietpreisanstieg erstmals über 10,00 Euro/m²/Monat

München festigt seinen Status als teuerste Mietstadt mit einer erneut hohen Wachstumsrate von 9,7 % auf Jahressicht. Für eine Mietwohnung müssen im Mittel 17,55 Euro/m²/Monat kalkuliert werden. In Frankfurt setzt sich der Aufwärtstrend der letzten drei Jahre fort. Die Mieten verteuern sich um 4,2 % auf 13,50 Euro/m²/Monat, damit zeigt Frankfurt im Jahresvergleich zum zweiten Mal in Folge den geringsten Anstieg der untersuchten acht Städte. Mit einem Zuwachs von 5,9 % stiegen die Mieten in Stuttgart auf 13,05 Euro/m²/Monat und näherten sich preislich weiter der Mainmetropole an. Auf dem Hamburger Mietmarkt stagnierten die Mieten nach einem starken Anstieg auf Jahressicht H1 2016 / H1 2015 bei alleiniger Betrachtung des zweiten Halbjahres bei 11,50 Euro/m²/Monat. Mit +10,0 % verbucht Köln das zweithöchste Mietpreiswachstum der untersuchten Städte (auf 11,00 Euro/m²/Monat). Damit vergrößert die Domstadt auch den Abstand zu Düsseldorf (+ 6,5 % auf 10,65 Euro / m² / Monat). Einmal mehr erfahren die Angebotsmieten in Berlin mit 12,3 % auf Jahressicht den größten Preisschub. Das Mietpreisniveau klettert erstmals über die 10 Euro-Marke auf 10,15 Euro/m²/Monat. Leipzig verzeichnet weiter ein vergleichsweise niedriges Mietniveau von 6,35 Euro/m²/Monat. Der Aufwärtstrend (+ 6 % auf Jahressicht) scheint sich zu stabilisieren.

In Berlin und Stuttgart erhöhten sich die Mieten auf Jahressicht noch einmal stärker als beim Vergleich H1 2016 / H1 2015. In Berlin fiel der prozentuale Anstieg sogar so stark aus wie seit 2012 nicht mehr, womit sich das Mietpreisniveau Berlins mit großen Schritten weiter Köln und Düsseldorf annähert. Dieser Trend wird aller Voraussicht nach auch in den nächsten Jahren anhalten.

Eigentumswohnungen in Berlin nun teurer als in Düsseldorf – Stuttgart mit höchster Zuwachsrate

Die höchsten angebotenen Kaufpreisanstiege bei Eigentumswohnungen verzeichneten im zweiten Halbjahr 2016 Stuttgart, Leipzig und Frankfurt. Trotz weiterhin beachtlicher Zuwächse über alle Städte hinweg wurde dabei mit 10 % der geringste Jahresanstieg seit 2011 beobachtet.

München bleibt mit 6.580 Euro/m² die mit Abstand teuerste Stadt zum Kauf einer Eigentumswohnung. Auf Jahressicht steigen die Preise mit 8,2 % noch deutlich, allerdings fällt der Preisanstieg bei alleiniger Betrachtung der zweiten Jahreshälfte 2016 zum ersten Mal seit 2011 merklich schwächer aus als in den Vorjahren (+1,3 %). Nach einer Seitwärtsbewegung im Vorjahr verzeichnet Frankfurt 2016 wieder ein deutliches Plus am Markt für Eigentumswohnungen (+10,5 %) auf 4.370 Euro/m². Aufgrund der höchsten Zuwachsrate aller untersuchten Städte von 16,9 % hat sich Stuttgart preislich nun vor Hamburg geschoben. Eigentumswohnungen kosten nun am Neckar 4.050 Euro/m², in Hamburg hingegen 4.020 Euro/m², trotz Fortsetzung des Wachstumstrends mit +5,9 % auf Jahressicht. Berlin überholt zum ersten Mal Düsseldorf und verteuert sich um 9,6 % auf 3.510 Euro/m². Auch in Düsseldorf steigen die Kaufpreise, wie schon in den letzten drei Jahren, weiter. Auf Jahressicht schlägt ein Plus von 5,1 % auf 3.410 Euro/m² zu Buche. Bei alleiniger Betrachtung des zweiten Halbjahres stagnieren die Preise in Köln zwar nahezu bei 3.140 Euro/m², auf Jahressicht schlägt noch einmal ein Plus von knapp 8 % zu Buche. Einem kräftigeren Anstieg in den ersten sechs Monaten 2016 (+8 %) stiegen die Preise im zweiten Halbjahr in Leipzig weniger stark (+ 5 %). Auf Jahressicht steht damit ein Zuwachs von 13,3 % auf 1.700 Euro/m². Ein Ende des Aufwärtstrends der Kaufpreise ist auch 2017 nicht zu erwarten. Dorothea Koch – Jones Lang LaSalle GmbH (JLL)

Schlupflöcher schließen

Es hat sich bewahrheitet, was Mietervereine immer befürchtet haben: Die Mietpreisbremse wirkt nicht. Das zeigt der Überblick über das erste vollständige Jahr seit Einführung des Gesetzes in Berlin. Der Mietanstieg 2016 ist sogar noch deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr 2015. Kein Wunder, lässt es sich doch leicht aushebeln, indem die Wohnung als „umfassend saniert“ deklariert oder „möbliert“ inseriert wird. Dass Nachbesserungen bei der Mietpreisbremse nötig sind, um solche häufig genutzten Schlupflöcher zu schließen, sollte mittlerweile jedem klar sein. Wenn nicht gegengesteuert wird, ist die berühmte „Berliner Mischung“ schon bald Geschichte, und Menschen mit geringeren Einkommen und kinderreiche Familien werden zu einer exotischen Ausnahmeerscheinung in der innerstädtischen Wohnbevölkerung. Isabell Jürgens – Berliner Morgenpost

Ihre Meinung ist wichtig!

Persönliche Angaben freiwillig! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.