Arbeitgeber Verhandlungsbereit um Kita-Streik abzuwenden

Landkreistag: Neuer Kita-Streik bringt Fass zum Überlaufen

Im Kita-Tarifstreit hat sich der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, verhandlungsbereit gezeigt.

Arbeitgeber Verhandlungsbereit um Kita-Streik abzuwenden

Nachdem die Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Schlichterspruch für den Sozial- und Erziehungsdienst abgelehnt haben, wächst die Sorge vor neuen Kita-Streiks. „Ein erneuter Streik würde das Fass zum Überlaufen bringen, aus gewerkschaftspolitischen Motiven gesellschaftliche Realitäten verkennen und die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen überschätzen“, sagte Hans-Günter Henneke, Hauptgeschäftsführer beim deutschen Landkreistag, der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). „Hier wird eine Tarifauseinandersetzung auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen, die bereits während des ersten Streiks über Gebühr strapaziert worden sind.“ Niemand bestreite, dass die Erzieherinnen eine verantwortungsvolle Aufgabe „für uns alle erfüllen“, die auch angemessen honoriert werden müsse. „Dem wird aber durch den Vorschlag der Schlichter Rechnung getragen“, so Henneke. Rheinische Post

Landsberg: Arbeitgeber sind im Kita-Tarifstreit verhandlungsbereit

Im Kita-Tarifstreit hat sich der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, verhandlungsbereit gezeigt.

Landsberg sagte am Dienstag dem rbb-Inforadio, letztlich werde man verhandeln müssen. „Möglicherweise gibt es auch noch Veränderungsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Gruppen“, so Landsberg. Der erste Schritt müsse jedoch sein, dass die Gewerkschaften ihre „riesige“ Erwartungshaltung bei den Erzieherinnen und Erziehern etwas dämpft. Die angestrebte Anerkennung stecke aus seiner Sicht bereits im Schlichterspruch in gewisser Weise drin. Landsberg: „Das ist jetzt nicht das Paradies, aber auch keine Armut.“

Landsberg warf der Gewerkschaft vor, an der Basis zu wenig für den Schlichterspruch geworben zu haben. „Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass im Oktober die Wiederwahl von Herrn Bsirske ansteht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes. Rundfunk Berlin- Brandenburg

Mehr als einmal zu hoch gepokert

Frank Bsirske hängt sein Verdi-Fähnchen in den Wind. Nun, da der Wind gedreht hat und ihm ins Gesicht bläst, dreht er sich eben mit. Da die Erzieherinnen ihm den als Maximum des Erreichbaren gepriesenen Schlichterspruch um die Ohren hauen, kann Bsirske gar nicht anders als sich an die Spitze der Unzufriedenen zu setzen. Schließlich will er bald als Chef der Gewerkschaft wiedergewählt werden. Aus diesem Grund hat Bsirske in diesem Jahr rekordverdächtig viele Streikbewegungen angeführt – neben der obligatorischen im öffentlichen Dienst etwa bei der Post, der Postbank, im Einzelhandel, bei Amazon und im Erziehungsdienst.

Die von Bsirske-Gegnern als Streikwut kritisierte harte Linie war in den vergangenen Jahren insofern erfolgreich, als dass sie Verdi viele neue Mitglieder und gute Abschlüsse bescherte. Umso bemerkenswerter, wie mäßig die Bilanz 2015 ausfällt. Verdi hat mehr als einmal zu hoch gepokert – und Lehrer, Postboten sowie nun die Erzieherinnen enttäuscht. Mit dem teuren Poststreik sollten ausgegliederte Kollegen zurück in den Tarif geholt werden – vergeblich. Für die Erzieherinnen setzte Verdi weit weniger als die Hälfte ihrer Forderungen durch, nach Gewerkschafts-Einmaleins ein Desaster. Einen Hardliner wie Bsirske trifft das sehr. Umso härter gibt er sich nun vor den nächsten Kita-Streiks, die allerdings auf Oktober verlegt werden. Zum Risiko für seine Wiederwahl werden sie damit nicht mehr – die ist im September. Von Stefan Schulte Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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