Düsseldorf: Militante Greenpeace-Aktivisten belästigen Schüler und Eltern

Greenpeace-Studie: Dieselabgase steigern Asthmarisiko bei Kindern deutlich

Greenpeace-Studie: Dieselabgase steigern Asthmarisiko bei Kindern deutlich. Zweiwöchige Probemessungen, die Greenpeace vor 18 Grundschulen an größeren Straßen durchgeführt hat, zeigen: Keine der Schulen hat in dieser Zeit den geltenden EU-Grenzwert für Stickoxid von 40 Mikrogramm eingehalten. Das Atemgift Stickoxid (NO2) erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken und ist vor allem für Kinder gefährlich.

Düsseldorf: Militante Greenpeace-Aktivisten belästigen Schüler und Eltern

„Verkehrspolitik darf nicht auf Kosten der Schwächsten gehen“, sagt Benjamin Stephan, Greenpeace-Verkehrsexperte. „Bürgermeister müssen an besonders belasteten Schulen Kinderschutzzonen durchsetzen – notfalls auch mit Fahrverboten. Es gibt ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, aber keines auf freie Fahrt.“

Kommentar 02elf:

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit haben Greenpeace-Aktivisten gestern für Schüler und Eltern vor der Gemeinschaftsgrundschule kurzerhand außer Kraft gesetzt.

Schüler und Eltern belästigt

Die Ergebnisse aus den dubiosen Messungen ermutigten mindestens acht Greenpeace-Aktivisten vor der Grundschule an der Helmholzstraße in Düsseldorf, Eltern und Schüler in kämpferischer Manier auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Aktivisten blockierten den Gehweg und drangen jedem der sich der Schule näherte eine Diskussion über vermeintliche Schadstoffbelastungen auf.

Sichtlich belästigt wandten sich viele Eltern an die Schulleitung, die sich daraufhin gezwungen sah, polizeilichen Schutz für Eltern und Schüler anzufordern. Wenige Augenblicke nach dem Notruf konnte die Polizei wieder Ordnung in das durch die Greenpeace-Aktivisten verursachte Chaos bringen.

Die Grundschule an der Helmholzstraße hat mediale Aufmerksam dadurch erlangt, weil Lehrer/innen und Schulleitung den Schulweg vor der Gemeinschaftsgrundschule sicherer machen wollen.

Es liegt nahe, dass Greenpeace diese mediale Aufmerksamkeit für sich nutzen will. Auch wenn es Anstand und Respekt kostet. Eine Entschuldigung des Verantwortlichen wäre mehr als angebracht. Kommentar Ende

Hohe Stickoxidwerte durch Autoverkehr in Städten gefährden Gesundheit

Die dauerhaft erhöhten Stickoxidwerte vieler deutscher Städte steigern das Asthmarisiko für Kinder erheblich. Bereits eine langfristige Zunahme um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter steigert die Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken für Kinder um durchschnittlich 15 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in einer heute veröffentlichten Kurzexpertise im Auftrag von Greenpeace. Mehr als die Hälfte der Verkehrsmessstationen in deutschen Städten zeigen seit Jahren Stickoxidwerte, die den Grenzwert von 40 Mikrogramm überschreiten, oftmals um deutlich mehr als zehn Mikrogramm. Zwei Drittel der Stickoxide im Verkehr stammen aus Diesel-Pkw. „Die chronischen Stickoxidprobleme deutscher Städte gefährden die Gesundheit von Zehntausenden von Stadtbewohnern“, sagt Daniel Moser, Greenpeace-Verkehrsexperte. „Mittelfristig müssen Städte sauberen Verkehr anbieten, kurzfristig führt an Dieselverboten kein Weg vorbei.“

Laut Europäischer Umweltagentur sterben in Deutschland jährlich mehr als 10.000 Menschen vorzeitig durch Stickoxide. Die Kurzexpertise betrachtet die kurz- und langfristigen Gesundheitsschäden mit einem Schwerpunkt auf Kinder. Demnach beeinträchtigen hohe Stickoxidwerte langfristig deren Lungenwachstum und stehen im Verdacht, die Entwicklung des Kindes im Mutterleib zu beeinträchtigen. Auch der kurzfristige Kontakt mit erhöhten Werten schadet der Gesundheit. „Erhöhte Stickoxidwerte sind ein ernstes Gesundheitsrisiko“, so Autorin Meltem Kutlar Joss vom Swiss TPH. „Zahlreiche Studien belegen, dass der Luftschadstoff auch die Gesundheit von Kindern gefährden kann.“

Blaue Plakette wirksamster Schutz vor Stickoxiden

In Städten wie München, Hamburg und Düsseldorf klagen Anwohner und Umweltverbände erfolgreich gegen die anhaltend schlechte Luft. Eine wirksame Maßnahme für bessere Luft ist die blaue Plakette, mit der Städte schmutzige Diesel-Pkw aus besonders belasteten Stadtteilen fernhalten können. Während zahlreiche Städte sowie Bundesländer wie Baden-Württemberg, Berlin und Hessen die Plakette fordern, blockiert sie Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Auch Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind gegen die Maßnahme. Der inzwischen offen ausgetragene politische Streit soll noch vor dem Sommer durch eine Abstimmung im Bundesrat entschieden werden. Greenpeace fordert die blaue Plakette als Sofortmaßnahme zum Schutz von Stadtbewohnern.

Nach einem Gutachten des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg für die Stadt Stuttgart verringert die blaue Plakette als Erweiterung der Umweltzone Stickoxide am wirksamsten. Sie kann die NO2-Belastung auf 95 Prozent der heute belasteten Straßen unter den Grenzwert senken. Der Vorschlag von Verkehrsminister Dobrindt, Busse, Taxen und Paketdienste auf Elektroantrieb umzustellen, erreicht hingegen lediglich 14 Prozent. Quelle: Daniel Moser, Gregor Kessler – Greenpeace e.V.

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