Fluch und Segen: Die FDP im Wahljahr 2017

FDP mit Zuversicht: Die FDP mit ihrem agilen Vorsitzenden Christian Lindner blickt voller Zuversicht auf das bevorstehende Wahljahr. Den Auftakt machen das Saarland und Schleswig-Holstein, wo Spitzenkandidat Kubicki ein zweistelliges Ergebnis anpeilt. Von herausragender Bedeutung wird die Landtagswahl im Mai in Nordrhein-Westfalen sein.

Fluch und Segen: Die FDP im Wahljahr 2017

Der Urnengang im bevölkerungsstärksten Bundesland gilt als Testwahl für die Bundestagswahl im Herbst. Lindner ist nicht nur FDP-Bundesvorsitzender, sondern auch Chef der Liberalen in NRW. Wenn er hier das fulminante Ergebnis der Landtagswahl von 2012 (8,6 Prozent) noch übertrumpfen kann, wäre das ein hervorragender Ausgangspunkt für seinen Neustart auf der bundespolitischen Bühne. Denn Lindner will sich bei einem Wiedereinzug der FDP in den Bundestag wieder auf Berlin konzentrieren. Die FDP weiß, was sie an Lindner hat; auf ihre Loyalität kann er sich verlassen. Die Stimmung auf dem traditionellen Drei-Königstreffen war nach Lindners frei gehaltener Rede heiter und gelassen. Doch alle wissen: Stimmungen sind noch keine Wählerstimmen. Detlev Hüwel – Rheinische Post

Die zukünftige Rolle der FDP in der Bundespolitik

Die Sternsinger haben den Liberalen an Dreikönig eine „glückliche Zeit“ gewünscht. Die FDP wird diese kleine Aufmunterung gebrauchen können. Für die Partei ist das Wahljahr 2017 eine Weichenstellung, nachdem sie 2013 aus dem Bundestag geflogen ist. Christian Lindner hat die Zeit genutzt, seine Truppe neu aufzustellen. Mit Magenta im Logo hat er der Partei ein bisschen mehr Pepp verordnet, aber sie auch nicht runderneuert. Die Freien Demokraten präsentieren sich als Vertreter der Mitte: Sie kritisieren ein Land, das sich großzügige Renten leistet, aber die Digitalisierung verschläft. Sie wollen Flüchtlingen Schutz gewähren, aber nicht auf ewig. Sie wollen eine bessere Sicherheitsarchitektur, aber keinen kurzen Prozess mit den Bürgerrechten.

Die Liberalen können sich als Alternative sowohl zu Großkoalitionären wie auch zu rechten Hetzern und linken Sozialromantikern anbieten. Ja, eine rot-grün-gelbe Jamaika-Koalition wird vielleicht sogar die einzig realistische Variante sein, eine Neuauflage der Groko zu verhindern. Andererseits: Die krakeelerischen Zeiten in diesem Land machen es immer schwerer, mit Argumenten durchzudringen. Die Polarisierung der Gesellschaft wird sich spätestens bei der Bundestagswahl als Fluch oder Segen für die FDP entpuppen. Dann heißt es: Comeback oder Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Norbert Holst – Weser-Kurier

Die Freien Demokraten, wie sie sich jetzt nennen, sind keine neue Partei. Aber sie bringen eine Farbe ins politische Spektrum, die sonst fehlt: Sie machen sich Sorgen um ein Land, das sich eine großzügige Rentenpolitik leistet, aber die Digitalisierung lange Zeit verschlafen hat und bei guter Bildung von Anfang an weit mehr tun könnte. Sie schlagen dabei einen Ton an, der keine zusätzlichen Ängste schürt – und sie haben der Versuchung widerstanden, Kritik an den etablierten Parteien mit dumpfen Ressentiments zu füttern. Man kann den Freien Demokraten vieles vorwerfen, die Wirtschaftsgläubigkeit, die Klientelpolitik. Man kann die Frage aber auch mal umdrehen: Was, wenn es die FDP im Bund nicht mehr geben würde? Und was, wenn es dann weder für Rot-Rot-Grün reicht noch für Schwarz-Grün. Nochmal große Koalition? Die FDP eröffnet Alternativen. Bessere als die AfD. Berliner Morgenpost

Dreikönigstreffen der FDP: Rede von Christian Lindner am 06.01.2017

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