Germanwings überflügelt Air Berlin

Billigflieger

Die Geschäftsmodelle der Fluggesellschaften vermischen sich zunehmend. Etablierte Fluggesellschaften greifen über Tochtergesellschaften verstärkt in den Markt der preisgünstigen Flugangebote ein, wie etwa in Spanien die Gesellschaften Iberia mit Iberia Express und Vueling.

Germanwings überflügelt Air Berlin

Anfang 2015 wird erstmals seit Jahren ein neuer Rekord im Low-Cost-Segment des Luftverkehrs erreicht. 518 Strecken wurden im vergangenen Winter in und ab Deutschland mit preisgünstigen Flügen von Low-Cost-Carriern bedient. Damit wurde die bisherige Höchstmarke von 507 Strecken im Winterflugplan 2011 überboten. Gleichzeitig schiebt sich Germanwings erstmals mit einem deutlich erweiterten Angebot an die Spitze der Günstig-Airlines in Deutschland und verdrängt Air Berlin auf den zweiten Platz. Ein teilweise zunehmender Wettbewerb unter den Anbietern günstiger Flugtickets führt zu moderat sinkenden Preisen. Dies sind die Ergebnisse des aktuellen „Low Cost Monitor“ (LCM), den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) jeweils im Frühling und Herbst veröffentlicht.

Je nach Fluggesellschaft lagen die über alle Strecken und Buchungszeiten ermittelten Durchschnittspreise zwischen 50 und 130 Euro. Damit ist das Billigfliegen im Vergleich zum Frühjahr 2014 wieder günstiger geworden. Damals lag die durchschnittliche Preisspanne zwischen 70 und 160 Euro. Im vergangenen Jahr nutzten auf den 26 internationalen und regionalen Verkehrsflughäfen in Deutschland über 67 Millionen Passagiere Billigflieger, was einem Anteil von rund 32 Prozent bei insgesamt 209 Millionen Passagieren entspricht.

Die Berliner Flughäfen hatten zusammen genommen mit rund 18 Millionen Passagieren das höchste Aufkommen. Dahinter folgen die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg. An den Flughäfen Hamburg und Düsseldorf hat es durch die Umstrukturierung von Lufthansa und Germanwings aber auch durch den Ausbau der Angebote von Flybe, Easyjet oder Norwegian eine hohe Zunahme im Low-Cost-Segment gegeben. Auch Köln/Bonn konnte das Angebot an Billigflügen steigern. Dies ist beispielsweise auf einen Ausbau der Angebote von Ryanair zurückzuführen. Im Gegensatz dazu gab es Rückgänge auf Flughäfen wie Lübeck, wo Ryanair sich komplett zurückgezogen hat und stattdessen Flüge vom Flughafen Hamburg aus anbietet.

Großbritannien bleibt mit rund 7700 Starts pro Woche europaweit das Land mit dem größten Billigflugangebot. Auf den weiteren Plätzen folgen Deutschland, Italien und Spanien. Dabei baut Ryanair seine europaweite Spitzenposition mit einer satten zehnprozentigen Steigerung aus: Mit fast 8.400 Flügen pro Woche auf mehr als 1500 Strecken erreicht die irische Airline vergangenen Winter einen europaweiten Marktanteil von 24 Prozent im Low-Cost-Markt. Easyjet schafft es dahinter auf Platz zwei mit immerhin noch 17 Prozent. Europaweit führt Barcelona mit 1185 Starts die Rangliste der Flughafen im Billigflugbereich.

Die Geschäftsmodelle der Fluggesellschaften vermischen sich zunehmend. Etablierte Fluggesellschaften greifen über Tochtergesellschaften verstärkt in den Markt der preisgünstigen Flugangebote ein, wie etwa in Spanien die Gesellschaften Iberia mit Iberia Express und Vueling. In Deutschland hat Lufthansa ihre innerdeutschen und europäischen Flüge außer an den Drehkreuzflughäfen Frankfurt und München an die Tochtergesellschaft Germanwings abgegeben, wodurch es zu einem starken Anstieg bei den Low-Cost-Angeboten gekommen ist. Hier ist es teilweise zu einer Verschiebung zwischen den Gesellschaften gekommen. Ebenso wie Germanwings bieten inzwischen auch andere klassische Low-Cost-Carrier mit Preisaufschlägen verbundene Leistungen an, die sich vornehmlich an Geschäftsreisende richten. (ampnet/jri) Auto-Medienportal.Net

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