Hannelore Kraft: Die Bayern schaffen wir auch noch

IW-Studie: Steuerbelastung in NRW stärker gestiegen als im Bund

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagt Bayern knapp drei Wochen vor der Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland den Kampf um die ökonomische Vorreiterrolle in Deutschland an. „Wir haben zuletzt ein Wachstum von 1,8 Prozent erreicht, das heißt nur noch 0,1 hinterm Bund und 0,3 hinter Bayern.

Hannelore Kraft: Die Bayern schaffen wir auch noch

Das zeigt, dass wir vieles Richtige auf den Weg gebracht haben“, sagte die Regierungschefin im Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen. In Richtung des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der am Montag seine erneute Kandidatur als Ministerpräsident und CSU-Chef verkünden will, fügte Kraft hinzu: „Und Bayern schaffen wir auch noch.“ Seit 2010 habe NRW mehr als 200 Milliarden Euro in Kinder, Familien, Bildung investiert, so Kraft. 14 Milliarden seien in den Ausbau von Autobahnen und Brücken, acht Milliarden für Schienen und Bahnhöfe ausgegeben worden. „Und unsere Zusage steht: Bis 2018 flächendeckend schnelles Internet mit 50 Megabits und bis 2026 Glasfaser in ganz NRW“, so die Ministerpräsidentin. Neue Westfälische

IW-Studie: Steuerbelastung in NRW stärker gestiegen als im Bund

Die Steuerbelastung von Bürgern und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als im Bund. Dies geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. Demnach reklamiert das Land NRW einen immer größeren Anteil der Wirtschaftskraft für sich: Die Steuerquote nahm demnach zwischen 2010 und 2016 um 1,4 Prozentpunkte (von 6,7 auf 8,1 Prozent) zu. Dadurch hätten der Landesregierung 2016 fast zehn Milliarden Euro mehr zur Verfügung gestanden als 2010, so das IW. Der Bund habe seine Steuerquote dagegen zwischen 2010 und 2016 nur um 0,4 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent erhöht. Die Steuerbelastung steigt jedes Jahr allein aufgrund der sogenannten kalten Progression. Nordrein-Westfalen hat seine Einnahmenbasis jedoch noch zusätzlich verbessert. Es erhöhte etwa die Grunderwerbsteuer deutlich von 3,5 auf 6,5 Prozent. Rheinische Post

Wohnimmobilienmarkt NRW 2017: Wohneigentum in NRW verteuert sich flächendeckend, Mieten an Rhein und Ruhr steigen leicht

Der Markt für Wohnimmobilien in NRW ist im siebten Jahr in Folge von teils deutlichen Wertsteigerungen gekennzeichnet. Die Mietpreise sind vielerorts leicht gestiegen. Die Verkaufspreise von Wohnungen und Häusern steigen um 4 bis 9 Prozent – vor allem in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr. Inzwischen sind die Preisanstiege auch in den kleineren und mittelgroßen Städten im Umfeld der Metropolregionen spürbar. Denn die Nachfrage nach Immobilien bleibt in Zeiten niedrigster Zinsen groß, das Angebot trotz anziehender Neubautätigkeit knapp. Dies geht aus dem Preisspiegel NRW-Wohnimmobilien 2017 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor, der heute in Köln veröffentlicht wurde.

Private und institutionelle Anleger sowie Eigennutzer: diese drei Gruppen sorgen dafür, dass die Preise für Wohneigentum weiterhin steigen. Besonders in den Städten der Rheinschiene wie Köln und Bonn ist daher die Nachfrage noch einmal stärker geworden. Dauerhaft niedrige Zinsen erleichtern zudem die Entscheidung bei Finanzierungskrediten. Weiterhin steigende Wohnungsmietpreise in den Groß- und Universitätsstädten des Landes bilden einen wichtigen Faktor, der den Immobilienerwerb beziehungsweise den Umzug in die eigenen vier Wände fördert. „Kaufen geht häufig vor Mieten – weil es sich rechnet“, erläutert Axel Quester, 1. Stellvertretender Vorsitzender des IVD West.

Die Entwicklung im Segment Eigentumswohnungen hat noch einmal an Dynamik zugenommen. NRW-weit stiegen hier die Preise um durchschnittlich 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Überdurchschnittliche Steigerungen waren in den Großstädten des Landes zu beobachten. In Metropolen mit mehr als 300.000 Einwohnern betrug der Preisanstieg sogar 9,5 Prozent. Spitzenreiter ist hier Köln mit durchgängig zweistelligen Steigerungsraten. Wohnungen aus dem Bestand in guter Lage haben dort inzwischen einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.000 Euro (+ 18 Prozent). Auch in Münster war ein deutlicher Anstieg (+ 17 Prozent) auf nunmehr 3.500 Euro auszumachen. In mittleren Großstädten hingegen ist bei Bestandswohnungen ein differenzierteres Bild zu beobachten. Während in Hagen oder Oberhausen die Preise stabil blieben, stiegen sie beispielsweise in Mönchengladbach oder Paderborn im zweistelligen Prozentbereich. Spitzenwerte erreicht Aachen, wo Eigentumswohnungen durchweg um mehr als 20 Prozent teurer sind als im Vorjahr. Doch lassen sich auch in kleineren Kommunen wie Erkrath, Jülich oder Soest deutlich verteuerte Preise nachweisen.

Die Preise für Wohnungen im Neubau-Erstbezug stiegen mehrheitlich in den Großstädten und sind am höchsten in Köln und in Münster. In der Domstadt muss man in sehr guten Lagen etwa 6.000 Euro pro Quadratmeter einrechnen (+ 15 Prozent), in Münster genauso viel (+ 9 Prozent). In Wuppertal liegen die Preise an vergleichbaren Standorten bei 3.800 Euro, hier ist mit 15 Prozent ebenfalls eine zweistellige Steigerung zu verzeichnen. Vergleichsweise günstig in diesem Segment mit Preisen deutlich unter 2.000 Euro sind Städte wie Erftstadt, Bergheim oder Kerpen.

Freistehende Einfamilienhäuser bleiben in Nordrhein-Westfalen weiterhin eine wertbeständige und sichere Vermögensanlage. Landesweit stiegen die Preise über alle Orte und Lagen um durchschnittlich 4,5 Prozent gegenüber 2016. In den Großstädten waren die Steigerungen erwartungsgemäß leicht überdurchschnittlich, während sie in kleineren Kommunen (bis 50.000 Einwohner) nur 2 Prozent betrugen. Vereinzelt waren Anstiege und Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich erkennbar. Freistehende Häuser in sehr guter Lage erweisen sich weiterhin als besonders attraktiv.

In Köln stiegen in diesem Segment die Preise um 7 Prozent, in Bielefeld um 6 und in Bonn um 5 Prozent. In der Landeshauptstadt Düsseldorf haben sich die Anstiege hingegen etwas verlangsamt. Stark gegen den Trend entwickelten sich vergleichbare Eigenheime in eher abgelegenen Regionen: So wurden teils deutliche Preisrückgänge in Windeck (Siegerland), Brilon (Sauerland) und Radevormwald (Bergisches Land) beobachtet.

In den neun größten Städten Nordrhein-Westfalens muss man im Schnitt für ein freistehendes Eigenheim in guter Lage in diesem Jahr mit einer Verteuerung von 5 Prozent rechnen. Die Spanne reicht hierbei von 360.000 Euro in Bielefeld bis 795.000 Euro in Düsseldorf. In Bonn muss man mit etwa 720.000 Euro kalkulieren. In Windeck (125.000 Euro), Waldbröl (160.000 Euro) und in Emmerich (170.000 Euro) findet man die günstigsten Eigenheime in vergleichbarem Segment.

Der rasante Anstieg bei den Wohnungskaltmieten in den Großstädten NRWs, die mehr als 300.000 Einwohner zählen, scheint vorerst gestoppt. Hier stiegen die Mieten im Durchschnitt um moderate 2,5 Prozent – gegenüber dem Landesdurchschnitt von 3 Prozent. Nur in Bielefeld und Dortmund sind mit einem Plus von 4,6 Prozent überproportional hohe Anstiege der Durchschnittsmieten festzustellen. So muss man beispielswiese in mittelguten Lagen in Dortmund bei Gebrauchtwohnungen derzeit mit 6,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. In Köln stieg dieser Wert ebenfalls um 5 Prozent auf 10,50 Euro, in Düsseldorf war in diesem Segment erstmals seit längerer Zeit Preisstillstand zu beobachten. In kleineren Orten der von Landflucht betroffenen Regionen wie Sauerland, im Oberbergischen oder in der Eifel sinken die Mieten teilweise weiter.

Die höchsten Mietpreise zahlt man mit 15,00 Euro in Neubau-Wohnungen (Erstbezug) in Köln, gefolgt von Bonn und Münster (13,50 Euro). Vergleichbare Lagen liegen in Düsseldorf bei 12,50 Euro, in Dortmund bei 10,60 Euro, in Siegen und Neuss bei 11,00 bzw. 10,50 Euro.

Den günstigsten Neubau-Erstbezug findet man mit 4,95 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche in Windeck. Bei den Großstädten ist hier Gelsenkirchen mit 5,45 Euro zu nennen. Immobilienverband Deutschland IVD West der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V.

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