Kita-Streiks bringen keinerlei inhaltliche Bewegung

Hand der Arbeitgeber bleibt ausgestreckt

Trotz Verweigerungshaltung der Gewerkschaften: Hand der Arbeitgeber bleibt ausgestreckt. VKA: Jederzeit und ohne Vorbedingungen verhandlungsbereit. „Auch Gewerkschaften werden sich bewegen müssen“.

Kita-Streiks bringen keinerlei inhaltliche Bewegung

Vielerorts geht der Streik in den städtischen Kitas heute in die zweite Woche. Den Eltern, vor allem den Alleinerziehenden, wird zwar viel Geduld und Organisationsgeschick abverlangt, aber noch scheint das Verständnis für das Anliegen der Erzieherinen zu überwiegen. Die wollen, dass ihre Tätigkeit finanziell aufgewertet wird. Tatsächlich leisten sie in den Kitas extrem wichtige Arbeit, da die ersten Lebensjahre prägend sind für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert jetzt eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen.

Woher das Geld kommen soll, sagt er nicht. Das nennt man Populismus. Fakt ist: Vielen Städten steht das Wasser bis zum Hals. Deutlich höhere Entgelte fürs Kita-Personal können sie aus eigener Kraft nicht stemmen. Entweder muss das Land einspringen, oder aber – was nicht auszuschließen ist – die Elternbeiträge werden spürbar erhöht. Derzeit decken sie nur zu etwa 15 Prozent die laufenden Kosten ab. Wenn am Ende des Kita-Streiks höhere Beiträge stünden, wären die Eltern die Gekniffenen. Von Detlev Hüwel Rheinische Post

Arbeitgeber fordern Ende der Kita-Streiks

Die Arbeitgeber kritisieren die andauernden Streiks der Gewerkschaften im Sozial- und Erziehungsdienst. „Die Streiks bringen keinerlei inhaltliche Bewegung für die Verhandlungen. Die Gewerkschaften sollten die Dauerbelastung für Kinder und Eltern schnellstmöglich einstellen und endlich Tarifverhandlungen führen“, so VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Bislang haben die Arbeitgeber zwar konkrete Vorschläge für Tarifverbesserungen vorgelegt, die Gewerkschaften sind jedoch in keinem Punkt von ihren Maximalforderungen abgewichen.

„Trotz der Verweigerungshaltung der Gewerkschaften gilt: Die Hand der Arbeitgeber bleibt ausgestreckt. Wir sind jederzeit und ohne Vorbedingungen zu Verhandlungen bereit und rufen die Gewerkschaften hierzu auf“, so Hoffmann.

Die Gewerkschaften sind nach eigenen Angaben nur zu Tarifverhandlungen bereit, wenn die Arbeitgeber ein – aus Gewerkschaftssicht – „verhandlungsfähiges“ Angebot abgeben. Gemeint ist damit offensichtlich ein Angebot, das die Gewerkschaftsforderungen weitgehend erfüllt. Hierzu Hoffmann: „Solche Vorbedingungen der Gewerkschaften zeugen leider nicht von ernsthaftem Verhandlungswillen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Arbeitgeber bereits umfängliche Vorschläge zur Verbesserung der Eingruppierung und Bezahlung vorgelegt haben und die Gewerkschaften selbst bislang kompromisslos an ihren Ausgangsforderungen festhalten. Auch die Gewerkschaften werden sich bewegen müssen.“

Die Monatsgehälter von Erzieher/innen in kommunalen Kitas liegen zwischen 2.590 Euro und 3.750 Euro, bei Kita-Leitungen sind es bis zu 4.750 Euro. Die Gewerkschaften fordern weitere Steigerungen um bis zu 21 Prozent. Entsprechend der VKA-Vorschläge ergäben sich für die Beschäftigten Zugewinne von bis zu 443 Euro monatlich. Die Gewerkschaften haben bislang alle Arbeitgeber-Vorschläge mit dem Hinweis zurückgewiesen, diese entsprächen nicht ihren Maximalforderungen. Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) www.vka.de

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