Kitas in NRW erhalten 240 Millionen Euro zusätzlich

Bildung von Anfang an

Bildung kostet Geld, gute Bildung kostet noch mehr Geld. Aber Bildung ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern die wichtigste Grundlage für das Fortbestehen einer Gesellschaft, eine Versicherung gegen Armut, Ausgrenzung und wissenschaftlichen Stillstand. Dass Schulen kostenlos sind, finden daher die meisten Menschen richtig. An der Gebührenfreiheit für Universitäten scheiden sich schon eher die Geister.

Kitas in NRW erhalten 240 Millionen Euro zusätzlich

Ganz absurd wird es hingegen bei Bildungseinrichtungen für Kleinkinder. Denn nichts anderes sind Krippen und Kitas. Allerdings werden sie offiziell als Betreuungseinrichtungen bezeichnet; von Ewiggestrigen gar als Zerstörung der traditionellen Kernfamilie betrachtet, in der selbstverständlich die Mutter für die Betreuung der Kinder bis zum Schulalter zu sorgen hat. Nach dieser Denkweise sind Eltern, die ihre Kinder betreuen lassen, selbst schuld und zahlen dafür eine Strafe in Form von Kitagebühren.

Dabei sind kostenfreie Kitas ein wichtiger Beitrag zu einer gleichberechtigteren Gesellschaft, in der Bildung für alle vorgesehen ist – ungeachtet von Geldbeutel und/oder Herkunft. Die Kosten für eine qualitativ gute und personell untermauerte Kleinkindbildung muss dabei selbstverständlich der Staat tragen. Und damit der dringend nötige Ausbau der Kitas den finanziell stark belasteten Kommunen nicht noch weiter über den Kopf wächst, sind dafür Bundeshilfen gefragt. Wer eine gebildete Gesellschaft haben will, muss in die Bildung investieren – von Anfang an. neues deutschland

Deutscher Städtetag fordert mehr Geld für Kita-Ausbau

Die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Eva Lohse, fordert von Bund und Ländern zusätzliche Mittel für einen bedarfsgerechten Betreuungsausbau. „Die Städte werden solange weitere Plätze schaffen, bis alle Kinder versorgt sind, für die Eltern eine Betreuung wünschen“, sagte Lohse der „Saarbrücker Zeitung“. „Damit das gelingt, müssen Bund und Länder die Kinderbetreuung weiter finanziell fördern“.

Besonders schwer zu stemmen seien für die Städte die laufenden Betriebskosten für die Kitas. „Daran sollten sich die Länder stärker beteiligen, und auch vom Bund erwarten wir hier in der neuen Legislaturperiode einen finanziellen Nachschlag“, erklärte Lohse. Auch seien nicht nur zusätzliche Plätze nötig, sondern eine Verbesserung der Betreuungsqualität. „Das wird ohne zusätzliche Unterstützung der Kommunen nicht realisierbar sein“, meinte Lohse.

Zugleich verwies sie auf die großen Anstrengungen der Kommunen beim Kita-Ausbau. „In aller Regel können die Städte Elternwünsche nach Betreuung ihrer Kinder unter drei Jahren erfüllen“. So sei die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und der öffentlichen Kindertagespflege zwischen 2006 und 2016 um mehr als 430.000 auf 721.000 gestiegen. Saarbrücker Zeitung

Das Land Nordrhein-Westfalen plant, gemeinsam mit dem Bund bis 2021 gut 300 Millionen Euro zusätzlich in Betreuungsplätze für unter- und überdreijährigen Kindern in NRW zu investieren. Dies erfuhr die in Bielefeld erscheinende Neue Westfälische am Rande einer Veranstaltung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und ihrer NRW-Amtskollegin Christina Kampmann (beide SPD). Das jetzt vom Bundestag verabschiedete „Gesetz zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung“ werde aller Voraussicht nach Anfang Juni vom Bundesrat verabschiedet. Der Bund stellt den Ländern danach insgesamt 1,126 Milliarden Euro Finanzhilfen zur Verfügung. NRW erhält insgesamt 240 Millionen Euro, von denen die Kommunen und Träger direkt profitieren.

Zusammen mit den noch verfügbaren Mitteln aus den laufenden Landesprogrammen (für U3 27,9 Millionen Euro und für Ü3 35,1 Millionen Euro; insgesamt hatten die beiden Landesprogramme ein Volumen von rund 550 Millionen Euro) kann das Land damit in den nächsten Jahren insgesamt 306 Millionen Euro für den weiteren Ausbau zur Verfügung stellen. Investitionen werden dabei mit bis zu 90 Prozent gefördert.

In den vergangenen Jahren hat das Land NRW die Kita-Träger in Nordrhein-Westfalen bereits mit rund 1,2 Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln unterstützt. Beim Zuwachs der betreuten Kinder nimmt NRW in den vergangenen Jahren eine Spitzenposition unter den Ländern ein. Der Zuwachs bei den betreuten U3-Kindern seit 2013 beträgt insgesamt 40,8 Prozent. Neue Westfälische

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