Klöckner: „Saarland mobilisiert die Union“

Wahl im Saarland: Keine Spur vom Schulz-Effekt

So erfreulich es für die CDU ist, klare Hinweise darauf, wie die SPD nun wirklich denkt, wird es im Saarland kaum geben. Denn ein Bündnis mit den Linken ist rechnerisch nicht möglich. Eigentlich wollten die Wahlkämpfer um CDU-Chefin Angela Merkel Herausforderer Schulz ein mögliches solches Bündnis im kleinsten Flächenland um die Ohren hauen.

Klöckner: „Saarland mobilisiert die Union“

Doch daraus wird nichts. Und wie hält es der SPD-Kandidat mit selbst-erklärtem Anspruch auf die Kanzlerschaft nun wirklich mit der Linken? Die Antwort darauf ist vorerst verschoben. Straubinger Tagblatt

CDU-Vize-Parteichefin Julia Klöckner verspricht sich durch die Saarlandwahl einen Mobilisierungsschub für die Union auf Bundesebene. „Der Sieg von Annegret Kramp-Karrenbauer im Saarland mobilisiert und motiviert die Union für das Bundestagswahljahr“, sagte Klöckner der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Es sei auch für die Bundestagswahl ein gutes Zeichen, dass die Leute einen klaren und sachlichen Regierungsstil zu schätzen wüssten. Klöckner betonte: „Kanzlerin Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer haben gemeinsam, dass sie beide Anti-Populisten sind. Besonnenheit und Sachlichkeit sind in unsicheren Zeiten gefragt.“ Auf dem Weg zur Bundestagswahl sei der Sieg im Saarland ein tolles Zwischenergebnis. Rheinische Post

Dieses Ergebnis ist ein Paukenschlag: Die CDU bejubelt im Saarland einen klaren Wahlsieg, die SPD gibt sich entsprechend zerknirscht. Die Frau des Abends heißt Annegret Kramp-Karrenbauer – und vom ominösen »Schulz-Effekt« fehlt jede Spur. Rot-Rot bleibt nur ein kurzer Traum, und die Grünen fliegen gleich ganz aus dem Landtag. Es ist zwar nur die erste Etappe im Superwahljahr 2017, aber die geht klar an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union. Die Sozialdemokraten dagegen müssen früh lernen, dass es nicht reicht, nur sich selbst zu begeistern. Annegret Kramp-Karrenbauer triumphiert auf ganzer Linie – und sie tut es wie bei ihr nicht anders zu erwarten: ziemlich leise, ziemlich nüchtern, ziemlich bescheiden. Im Alleingang stoppt die 54-Jährige den Schulz-Zug – jedenfalls fürs Erste.

Keine Frage: Dieser Erfolg geht auf das Konto der Ministerpräsidentin, die an der Saar überaus beliebt ist und zwar bis weit in die Reihen des politischen Gegners hinein. »Das ist ein Ergebnis, das der CDU Mut macht«, bringt es Kanzleramtsminister Peter Altmaier, selbst ein Saarländer, wohl am besten auf den Punkt. Denn genau dieser Mut schien der Partei zuletzt doch arg abhanden gekommen zu sein. Zugleich dürfte die Erleichterung riesig sein, dass ein Martin Schulz allein noch keine Wunder bewirkt. Und dann ist da ja auch noch der nicht ganz unwichtige Aspekt, dass man mit Annegret Kramp-Karrenbauer eine weiter erfolgreiche Frau in den eigenen Reihen hat, die da sein könnte, wenn Angela Merkel mal nicht mehr da ist – oder nicht mehr da sein will. Aber auch ganz konkret gibt diese Wahl der CDU neue Hoffnung: Erstaunlich ist beispielsweise, wie viele vormalige Nichtwähler die Christdemokraten an der Saar für sich gewinnen konnten. Nicht mit »asymmetrischer Demobilisierung«, sondern mit echtem Wahlkampf. Nicht mit platten Parolen, sondern mit einem klaren Plan, der das kleine Saarland zuletzt – nicht nur bei den Verhandlungen um den Länderfinanzausgleich – erstaunlich gut wegkommen ließ.

Das dürfte auch im Konrad-Adenauer-Haus aufmerksam registriert worden sein. Die Wähler wollen eben wissen, für was eine Partei steht. Apropos Berlin: In der CDU-Parteizentrale herrschte gestern eine Stimmung, als habe man gerade die Bundestagswahl gewonnen. Die ungläubige Freude, der grenzenlose Jubel und manch stille Genugtuung verrieten aber nicht zuletzt auch, wie groß bei der Union die Angst vor einem Fehlstart in dieses Superwahljahr 2017 gewesen sein muss. Und jeder weiß: In Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen, wo die nächsten Wahlen anstehen, hat die CDU deutlich schlechtere Chancen. Der Weg bis zum 24. September bleibt weit, und das Rennen ist offen wie lange nicht. Westfalen-Blatt

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