Löhrmann fordert binnen zwei Wochen Antwort von Ditib

Ministerin Löhrmann: Gutes Zeichen für den IRU

Ditib lässt Sitz im Beirat für den islamischen Religionsunterricht ruhen: Zur Entscheidung von Ditib, den Sitz im Beirat für den islamischen Religionsunterricht vorläufig ruhen zu lassen, zeigt sich NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann zufrieden. Staatsministerin Özoguz plädierte erneut dafür, durch islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen jungen Muslimen ein Basiswissen über ihre Religion anzubieten.

Löhrmann fordert binnen zwei Wochen Antwort von Ditib

Im Streit um die Rolle von Ditib im NRW-Beirat für den Islamunterricht an Schulen fordert NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann den Moscheeverband Ditib zu einer Stellungnahme innerhalb der nächsten zwei Wochen auf. Löhrmann sagte im Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“: „Aufgrund der ungeheuerlichen Spitzelvorwürfe, die jetzt vom Generalbundesanwalt untersucht werden, ist Unruhe entstanden. Um den islamischen Religionsunterricht in den Schulen nicht zu belasten, habe ich die Ditib aufgefordert, den Sitz ruhenzulassen, bis alles aufgeklärt ist. Es ist klar, dass ich zeitnah eine Antwort erwarte. Innerhalb der nächsten zwei Wochen.“ Rheinische Post

Ministerin Löhrmann: Gutes Zeichen für den IRU

Zur Entscheidung von Ditib, den Sitz im Beirat für den islamischen Religionsunterricht vorläufig ruhen zu lassen, erklärt NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann: „Ich begrüße, dass Ditib meiner Aufforderung gefolgt ist. Der Beirat kann seine Arbeit nun unbelastet von den Vorwürfen fortsetzen. Das ist ein gutes Zeichen für den islamischen Religionsunterricht.“ Weiter betonte die Ministerin: „Ich kann mir vorstellen, dass Ditib der Schritt nicht leichtgefallen ist und würdige ausdrücklich den Beitrag zur Einführung des islamischen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen.“

Der achtköpfige Beirat für den islamischen Religionsunterricht berät das Schulministerium und erteilt die Lehrbefugnis für Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen, die islamischen Religionsunterricht erteilen. Eine solche Lehrbefugnis erteilen auch die christlichen Kirchen für den Religionsunterricht in ihrem Bekenntnis.

Ministerin Löhrmann betonte, dass die Entscheidung keine Vorverurteilung sei. „Ditib ist aber aufgefordert, weiter an der Aufklärung der Spitzelvorwürde mitzuwirken.“ Nach Medienberichten über mögliche Spitzelaktivitäten in Niedersachen sei nun auch umso mehr der Bund gefordert: „Deshalb ist es gut, dass der Generalbundesanwalt derzeit prüft, ob und in welchem Umfang Ditib für die Handlungen der Imame verantwortlich ist. Die konkret Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Im Schuljahr 2016/17 nehmen rund 16.100 Schülerinnen und Schüler an 200 Schulen am islamischen Religionsunterricht teil. 224 Lehrkräfte besitzen die entsprechende Lehrerlaubnis, 167 von ihnen unterrichten aktuell islamischen Religionsunterricht. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen

Diskussion um Moscheeverband DITIB – Niedersächsischer DITIB-Funktionär fordert Reform des Bundesverbandes

Der Vorsitzende des DITIB-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, Yilmaz Kilic, spricht sich für eine grundlegende Reform des DITIB-Bundesverbandes aus. DITIB stehe vor einer Richtungsentscheidung, sagte Kilic am Freitag, 3. Februar, dem Radiosender NDR Kultur. Er fordert konkret mehr Mitbestimmungsrechte der Landesverbände in der Kölner DITIB-Zentrale. Mitglieder und Delegierte aus den Regionalverbänden hätten dort zu wenig Einfluss. Kilic sagte: „Landesverbände, Frauenverbände – wie sollen die vertreten werden? Wie geht die Information von unten nach oben?“

Vor allem jüngere Türken hätten eine ganz andere Vorstellung von Vereinsführung und von einem Bundesverband. Sie wollten moderne Strukturen und Mitspracherechte. Kilic: „Wenn wir da nicht aufpassen, sind die Leute weg. Und dann brauchen wir auch keine DITIB mehr. Das darf nicht passieren.“

Eine vollständige Loslösung des Islamverbandes DITIB von der türkischen Religionsbehörde Diyanet lehnt Kilic ab. Dies hatten zuletzt Landes- und Bundespolitiker zur Bedingung gemacht für eine weitere bzw. engere Zusammenarbeit mit DITIB. Der niedersächsische DITIB-Vorsitzende Kilic fordert nun eine offene Debatte. Derzeit liefen Gespräche auf mehreren Ebenen, sagte er. Es dürfe keine Versteckspiele geben. Probleme müssten beim Namen genannt werden. Norddeutscher Rundfunk

Staatsministerin Özoguz will Netzwerk gegen Radikalisierung

„Praxiswissen austauschen“ – Integrationsbeauftragte: Auf Dauer ist eigenes Ministerium nötig

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat nach den islamistischen Anschlägen in Deutschland die Einrichtung einer Bundesstelle „Prävention“ gefordert. „Wir haben viele gute und bewährte Modellprojekte, um Radikalisierung vorzubeugen. Was uns bislang aber fehlt, ist eine bundesweite Vernetzung, damit Bund, Länder und Kommunen von den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren können“, sagte Özoguz der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Staatsministerin strebt ein Kompetenznetzwerk an, das zentraler Ansprechpartner für Politik und Zivilgesellschaft sein soll und über alle Ebenen hinweg arbeiten kann. „Es geht darum, Praxiswissen auszutauschen und allen betroffenen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Stellen effektive Mittel der Vorbeugung anzubieten.“ Das betreffe Schulen und Behörden, aber auch Gefängnisse oder Vereine. Auf Dauer hält Özoguz, die mit ihrem Stab im Bundeskanzleramt arbeitet, die Einrichtung eines Integrationsministeriums für unverzichtbar. „Es wäre gut, wenn dieses Ressort schon in der nächsten Wahlperiode kommt“, sagte die Staatsministerin.

Özoguz plädierte erneut dafür, durch islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen jungen Muslimen ein Basiswissen über ihre Religion anzubieten. Das helfe, einen Gegenpol zur Verbreitung radikaler Missdeutungen des Koran zu schaffen und möglichen Hasspredigern den Nährboden zu entziehen. „Deshalb ist es gut, dass inzwischen an deutschen Hochschulen Islamische Theologie gelehrt wird“, betonte die Politikerin. Stand Wintersemester 2016/17 waren nach ihren Angaben rund 2000 Studierende in die Bachelor- und Master-Studiengänge sowie in Lehramts-Studiengängen der fünf Zentren für Islamische Theologie eingeschrieben. Neue Osnabrücker Zeitung

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