Lufthansa kann sich Luxus-Piloten nicht mehr leisten

Verbissene Piloten - Umbuchen und Alternativen für Urlaub und Geschäftsreise finden

Beide Seiten sind sich auch darüber einig, dass die Leute im Low-Cost-Cockpit weniger verdienen müssen als die Piloten der klassischen Lufthansa. Die Verbissenheit, mit der die Piloten der Lufthansa gerade gegen ihren Arbeitgeber vorgehen, markiert einen historischen Rekord: So lange und so folgenschwer wurde Deutschlands größte Fluggesellschaft noch nie bestreikt.

Lufthansa kann sich Luxus-Piloten nicht mehr leisten

Die Verbissenheit hat einen Grund: Der Piloten-Beruf wandelt sich gerade. Den Halbgott im Cockpit, dessen vierstreifige Schulterklappe sogar das Flugzeug überstrahlt und der für seinen harten Job an der Grenze von Logistik und Physik extrem gut bezahlt wird, gibt es bald nicht mehr. Auch den Piloten hat die moderne Technik einen Großteil ihrer Arbeit abgenommen. Sie sind austauschbarer geworden. Und billiger. Ryanair-Chef Michael O’Leary nennt sie deshalb nur noch „Busfahrer“. Das ist gemein. Und übertrieben. Aber es bringt die Entmystifizierung dieses Berufsstandes auf den Punkt. Umgekehrt hat der Billigflieger-Boom auch das Geschäftsmodell der Lufthansa zerstört. Das hieß „Luft und Luxus“. Deshalb kann sie sich keine Luxus-Piloten mehr leisten. Beide Gegner kämpfen also um ihre Existenz. Das kann noch lange dauern. Rheinische Post

Beide Seiten sind sich auch darüber einig, dass die Leute im Low-Cost-Cockpit weniger verdienen müssen als die Piloten der klassischen Lufthansa. Nur so bleibt die Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Das Management will aber zudem eine Struktur schaffen, die die Billigflug-Abteilung als Werkzeug benutzt, um permanent auch bei der Muttergesellschaft Gehälter drücken zu können. Die Piloten werden das nicht akzeptieren. Deshalb ist es an der Zeit, dass Konzernchef Carsten Spohr einlenkt und einen Kompromiss findet. Der könnte so aussehen, dass einerseits der Piloten-Nachwuchs spürbar weniger verdient. Andererseits muss klar sein, dass die Langstrecke für Eurowings tabu ist. Mitteldeutsche Zeitung

Flugstreiks – Reisebüros helfen weiter

Die Lufthansa-Piloten streiken und zehntausende – womöglich sogar hunderttausend – Passagiere sind die Leidtragenden. Denn Ausfälle oder Verspätungen treffen Fluggäste, die auf den Start in die wohlverdienten Ferien warten oder aus dem Urlaub zurückkehren wollen. Sie treffen besonders auch Geschäftsreisende, die Termine verschieben oder gänzlich absagen müssen oder auf eine alternative Beförderung angewiesen sind und auf andere Verkehrsmittel umsteigen müssen. Denn wichtige Geschäftsabschlüsse dulden keinen Aufschub – sonst drohen enorme Schäden für die gesamte Wirtschaft.

Wer hilft hier den betroffenen Urlaubs- und Geschäftsreisenden eigentlich weiter?

Es sind die fast 10.000 Reisebüros in Deutschland, die sich um Umbuchungen oder Stornierungen der Gäste, die bei ihnen gebucht haben, kümmern und sie informieren und betreuen. Die Reisebüros suchen nach alternativen Flugverbindungen, etwa mit anderen Airlines auch außerhalb der betroffenen Airlinegruppe bzw Allianz oder über Umsteigeflughäfen. Wenn nötig, werden Mietwagen oder die Bahnfahrt für die Anreise zum alternativen Flughafen dazu gebucht. Die Reiseexperten finden kreative Lösungen, damit Termine auf Messen oder beim Kunden wahrgenommen werden können. Das ist einer der Mehrwerte der Betreuung und Buchung über ein auf Geschäftsreisen spezialisiertes Reisebüro.

Auf der anderen Seite haben viele Deutsche monatelang auf ihren Urlaub mit der Familie gespart und freuen sich auf ihre schönsten Wochen des Jahres. Sie wollen Sonne, Strand und fremde Kulturen genießen und Kraft für den Arbeitsalltag schöpfen. Um sie kümmern sich ebenfalls die Reisebüros und die Reiseveranstalter – auch hier werden Alternativen gesucht oder geschaut, ob die Reise eventuell früher oder einen Tag später beginnen kann oder ob andere Flugverbindungen möglich sind. Die Kunden der Reisebüros und Veranstalter brauchen sich nicht in endlose Warteschleifen der Fluggesellschaft einzureihen oder mühsam auf eigene Faust nach Alternativen zu suchen – ihnen wird vielmehr von den Reiseprofis direkt geholfen. Das ist einer der vielen Vorteile der organisierten Reise. Deutscher ReiseVerband e.V. www.drv.de

Heute und morgen neue Streikrunde der Lufthansa-Piloten 

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