Mit Kita-Streik maximalen Druck auf Stadtspitzen ausüben

Unbefristete Streiks in 1.000 NRW-Kitas

Man rufe die Oberbürgermeister und Bürgermeister auf, sofort in ihrem Verband aktiv zu werden, um ein verhandlungsfähiges Angebot der VKA möglich zu machen. Es sei „beschämend, dass die öffentlichen Arbeitgeber nicht bereit sind, 1,2 Milliarden Euro zusätzlich für die frühkindliche Bildung in Deutschland auszugeben.“

Mit Kita-Streik maximalen Druck auf Stadtspitzen ausüben

In  Nordrhein-Westfalen werden seit Montag (11.5.) rund 1.000 kommunale Kitas unbefristet bestreikt. Etwa 10.000 Beschäftigte in allen Landesteilen wollen mit ihren Arbeitsniederlegungen die Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst durchsetzen. Das würde eine durchschnittliche Erhöhung der Löhne um zehn Prozent bedeuten. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte auch nach fünf Verhandlungsrunden erklärt, sie sehe keinen Handlungsbedarf für die generelle Aufwertung von Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen  und Kinderpflegerinnen. Daraufhin hatten sich 93,44 Prozent der ver.di-Mitglieder für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Neben den Kitas hat die Gewerkschaft ver.di auch Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe, offene Ganztagsschulen, Behinderteneinrichtungen und Sozialdienste zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. ver.di Landesbezirk Nordrhein-Westfalen

Für zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder aus Flüchtlingsfamilien stehen in diesem Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung. Unter den Flüchtlingen, die nach Nordrhein-Westfalen kommen, sind zahlreiche Kinder, die einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben und von den frühkindlichen Bildungsangeboten in der Kindertagesbetreuung profitieren sollen.

Eltern auf die Straße

Der Witz ist einfach gut: „Probleme mit dem Kitastreik?“ Die junge Mutter winkt ab. „Nein, nein, mein Mann ist Lokführer.“ Die Realität sieht anders aus. Einen Tag, nachdem sie mit Blumen und kleinen Geschenken bedacht wurden, holt die Kita-Mütter der Ernst des Lebens wieder ein. Wohin mit den Kleinen, wenn die Betreuer in der Kindertagesstätte streiken? Manchmal kann Oma helfen, ab und an springt eine Nachbarin ein, seltener bieten Firmen Mutter-und-Kind-Büros an. Die Angebote an Notplätzen reichen nicht aus. Kinder und Mütter fühlen sich im Stich gelassen. Zu Recht. Sie sind Opfer, weil die Tarifparteien ohne öffentlichen Druck kaum noch zu einer Einigung kommen können. Dabei gäbe es für beide Seiten durchaus die Möglichkeit, sich an der allgemeinen Preis- und Lohnentwicklung zu orientieren. Doch allzu häufig wird um des Prinzips willen eher der Konflikt gesucht, denn der Kompromiss gefunden. Das könnte zu einer neuen, bislang seltenen Protestwelle führen, vor der sich alle fürchten sollten: Wann gehen Eltern und Kinder auf die Straße? Kommentar Von Horst Thoren Rheinische Post

NRW fördert zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder aus Flüchtlingsfamilien mit sechs Millionen Euro

„Vor dem Hintergrund ihrer oftmals traumatischen Erfahrungen, aufgrund von Sprachbarrieren und wegen elterlicher Bedenken besuchen jedoch nur relativ wenige der betroffenen Kinder sofort ein Regelangebot. Deshalb besteht gerade für die erste Zeit ein Sonderbedarf“, erklärte Familienministerin Ute Schäfer.

Um sicherzustellen, dass die Mittel vor Ort zielgenau eingesetzt werden können, hat das Familienministerium zunächst im intensiven Dialog mit Kommunen und Trägerverbänden erörtert, mit welchen Maßnahmen angemessen und vor allem zugeschnitten auf die Bedarfe vor Ort geholfen werden kann. „Im Ergebnis haben wir uns gemeinsam darauf verständigt, dass vorrangig ‚Brückenprojekte‘ eingerichtet und gefördert werden sollen, zum Beispiel mobile Kitas, also niedrigschwellige Angebote, die Kinder und Eltern an institutionalisierte Formen der Kindertagesbetreuung heranführen und in denen die Kinder bereits während dieser Zeit gezielt und nach ihren spezifischen Bedürfnissen gefördert werden“, sagte Schäfer.

„Darüber hinaus ist der Beratungsbedarf der Kitakräfte hoch. Deshalb fördern wir auch fachliche Angebote zur Unterstützung des Betreuungspersonals, zum Beispiel Beratung im Umgang mit traumatisierten Kindern und Dialog mit Eltern unter Einbeziehung der Familienbildung und -beratung“, so die Ministerin. Mitteilungen des Landes Nordrhein-Westfalen

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