SPD nicht unschlagbar: Laschet rechnet mit Mobiliserung zugunsten der Union

Plakatiert die NRW-SPD mit Kraft und Schulz?

Trotz des Höhenfluges der SPD und ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz muss die Union nach Ansicht von CDU-Vize Armin Laschet ihre Wahlkampfstrategie mit Blick auf die Bundestagswahl nicht verändern. Laschet sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Je klarer die Programmatik von Herrn Schulz wird, desto größer wird auch die Mobilisierung zu unseren Gunsten ausfallen.“

SPD nicht unschlagbar: Laschet rechnet mit Mobiliserung zugunsten der Union

Von Kanzlerin Angela Merkel werde erwartet, „dass sie das Land in diesen schwierigen Zeiten regiert“. Gerade in den letzten Tagen sei die Zustimmung zur Kanzlerin wieder gestiegen. „In einer Zeit, in der die Menschen Sicherheit und Seriosität wollen, kommt die ruhige, sachliche und besonnene Art der Kanzlerin besser an“, betonte Laschet.

Der Vorsitzende der NRW-CDU ergänzte, falls die SPD nach den Landtagswahlen im Saarland am kommenden Sonntag ein rot-rotes Bündnis versuchen werde, „weiß ab diesem Tag jeder in ganz Deutschland, was mit einem Kanzler Schulz im September die Folge sein wird“. Saarbrücker Zeitung

Plakatiert die NRW-SPD mit Kraft und Schulz?

Hatte jemand was anderes erwartet als 100 Prozent Zustimmung und stehende Ovationen? Natürlich nicht. Mit Martin Schulz als Kanzlerkandidaten wirkt die SPD völlig losgelöst: Vorbei sind die Zeiten, als man die Partei nur als blassen Junior in der Großen Koalition kannte – auch der innerparteiliche Zank scheint vergessen. Und wenn Martin Schulz sagt: „Ich will Kanzler werden“, dann ist das auf einmal kein Witz mehr, sondern eine echte Möglichkeit. Erstmals gibt es einen Sozialdemokraten, der Merkel den Schneid abkaufen könnte. Während sie die beste Zeit hinter sich hat, scheint es für den frisch gekürten Kandidaten nur noch aufwärts zu gehen. Schulz ist so populär, dass es nicht wundern dürfte, wenn die NRW-SPD demnächst nicht nur mit Hannelore Kraft, sondern auch mit seinem Konterfei plakatiert. Sicherheitshalber, denn an Rhein und Ruhr zählt jede Stimme. Nach der NRW-Wahl wird man sehen, welche Ausstrahlung und Energie in dem Mann aus Würselen wirklich steckt. Aktuell steht er ganz dicht am Zaun des Kanzleramts.

Ganz oben angekommen ist bereits ein anderer Sozialdemokrat: Seit gestern hat Frank-Walter Steinmeier das höchste Amt im Staate inne. Steinmeier ist (nach Gustav Heinemann und Johannes Rau) der dritte Bundespräsident mit SPD-Parteibuch. Während ihrer Amtszeiten war es stets so, dass ein SPD-Kanzler regierte; nämlich Willy Brandt und Gerhard Schröder. Dieses Zusammenspiel ist – natürlich – kein Gesetz. Aber eine schöne Fantasie für die wiederauferstandene SPD. Manfred Lachniet – Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

WDR-Magazin WESTPOL: SPD weiter deutlich vor CDU, FDP leicht im Aufwind

Knapp zwei Monate vor der Landtagswahl bleibt die SPD in der Sonntagsfrage weiter deutlich vor der CDU. Die amtierende rot-grüne Landesregierung hat aktuell allerdings keine Mehrheit. Die FDP kann leicht zulegen. Das ist das Ergebnis des NRW-Trends, den Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins WESTPOL unter 1001 Wählern zwischen den 14. und dem 16- März erhoben hat. Wenn bereits an diesem Sonntag gewählt würde, käme die SPD auf 37 Prozent (+/-0), die CDU unverändert auf 30 Prozent (+/-0). Die Grünen verlieren im Vergleich zur letzten Erhebung noch einmal einen Prozentpunkt und liegen aktuell bei 6 Prozent. Das ist ihr schlechtester Wert seit zehn Jahren im NRW-Trend. Auch die AfD gibt einen Prozentpunkt ab und liegt jetzt bei 9 Prozent. Die Linke muss mit 5 Prozent (-1) um den Einzug in den Landtag bangen. Gewinner sind die Liberalen. Sie können sich von 7 auf 9 Prozent verbessern.

Die rot-grüne Regierungskoalition ist weiterhin das beliebteste Bündnis bei den Nordrhein-Westfalen. 46 Prozent wünschen sich diese Koalition. Allerdings hätte Rot-Grün aktuell keine Mehrheit. Eine große Koalition wäre rechnerisch möglich, diese wird von 44 Prozent der Befragten favorisiert. Koalitionen mit drei Partnern werden grundsätzlich skeptischer betrachtet. Die sogenannte Ampel, also ein Bündnis aus SPD, FDP und Grünen, wünschen sich lediglich 29 Prozent der Nordrhein-Westfalen. Auch eine Jamaika-Koalition (28 Prozent) aus CDU, FDP und Grünen oder ein rot-rot-grünes Bündnis (26 Prozent) sind bei den Befragten keine beliebten Koalitionen. 29 Prozent können sich auch eine sozial-liberale Koalition aus SPD und FDP vorstellen. Diese Option wäre rechnerisch möglich, falls die Linke oder die Grünen den Einzug in den Landtag verpassen sollten.

Die amtierende Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist weiterhin deutlich beliebter als ihr Herausforderer. Wenn die Nordrhein-Westfalen direkt wählen könnten, würden sich 57 Prozent (-1) für Kraft entscheiden und 22 Prozent für Armin Laschet. Der CDU-Spitzenkandidat verliert damit 4 Prozentpunkte im Vergleich zur Umfrage im Februar.

Auf die Frage, welches Problem die Landespolitik vordringlich lösen muss, nennen 42 Prozent das Thema Flüchtlinge und Asylpolitik. 28 Prozent der Befragten halten Bildung/Schule für das wichtigste Thema. Es folgen die Themen Infrastruktur/Verkehr (15), Arbeit (14), soziale Ungerechtigkeit (12) und Innere Sicherheit/Kriminalität (10). Trotz Terrorgefahr und aktuellen Ereignissen wie der Axtattacke am Düsseldorfer Hauptbahnhof fühlen sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen im öffentlichen Raum überwiegend sicher. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten fühlen sich auf Straßen, Plätzen oder Bahnhöfen sicher, 36 Prozent fühlen sich unsicher. Männer haben im Vergleich ein größeres Sicherheitsgefühl als Frauen. Vor dem Hintergrund der aktuellen deutsch-türkischen Spannungen wurde auch gefragt, wie gut Bürger mit türkischem Migrationshintergrund in NRW gut integriert sind. Eine klare Mehrheit von 58 Prozent ist der Meinung, dass Bürger mit türkischen Wurzeln gut oder sehr gut integriert sind, 36 Prozent glauben, dass das nicht der Fall ist. Quelle WESTPOL. Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk

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