Terror in Paris – Wie muss Deutschland reagieren?

Anschläge in Paris stärken Pegida

Nach den Anschlägen in Paris versucht Frankreich mit den Folgen der Angriffe umzugehen. In Deutschland wurden derweil die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Was hat sich durch die Attentate in Paris verändert? Und wie muss die Bundesrepublik reagieren?

Terror in Paris – Wie muss Deutschland reagieren?

Die Amadeu-Antonio-Stiftung fürchtet, dass nach den Anschlägen in Paris die fremdenfeindliche Stimmung in Deutschland wächst. Der Geschäftsführer der Stiftung, Timo Reinfrank, sagte dem Berliner „Tagesspiegel“ (Dienstagausgabe): „Die Bedrohungssituation von Flüchtlingen in Deutschland ist schon so real und konkret, dass es Paris fast nicht mehr gebraucht hätte.“

Eine Stärkung erwartet Reinfrank auch für die „dauerhaft etablierte rechtspopulistische Pegida-Bewegung“. Sie werde nun wohl weiter Zulauf bekommen und sich „eher stabilisieren“. Der Tagesspiegel

Terror-Attentat ist Angriff auf uns alle

Der französische Präsident François Hollande spricht offen von Krieg gegen den IS. Bundeskanzlerin Angela Merkel betont, dass dieser Angriff nicht nur Paris galt, sondern sich gegen uns alle und unsere Art zu leben richtet. Und Papst Franziskus sieht die Anschläge von Paris sogar als Teil des Dritten Weltkrieges.

Seit Freitag, dem 13., ist die Welt noch stärker aus den Fugen geraten. Mit der Tragödie von Paris wurde die westliche Gesellschaft nach dem 11. September und »Charlie Hebdo« erneut ins Mark und ins Herz getroffen. Die Dimension des Terrors in der Stadt der Liebe ist noch niederträchtiger als bei vielen Anschlägen zuvor. Diesmal wurden Menschen vor Cafés ermordet, im Restaurant, auf offener Straße und im Konzertsaal. Zum Teil sind die Männer, Frauen, Kinder und Jugendlichen, die ihr Leben an diesem Freitagabend in vollen Zügen genießen wollten, regelrecht hingerichtet worden. Sie sind auf Mörder getroffen, die genau dieses Leben in Freiheit verurteilen.

Stärker als je zuvor geht es jetzt darum, unsere Werte wie Toleranz, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen. Aber was heißt das? Wie soll eine Gesellschaft, wie soll jeder einzelne das tun? Zumal die Bestürzung und die Trauer nach der Terrornacht von Paris auch am dritten Tag noch groß sind.

Trotzdem müssen wir daraus neue Kraft schöpfen. Wir sollten, wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen. Es geht darum, unsere Freiheitswerte kraftvoll zu verteidigen. Die Menschen in Europa – das sind knapp 750 Millionen – sind mehr als die Kämpfer des IS, die in Syrien und Irak ihr Unwesen treiben und den Krieg zu uns bringen wollen.

Wir müssen kämpfen um unsere Freiheit. Wir dürfen sie uns nicht verbieten lassen. Deshalb ist es richtig, dass das Fußball-Länderspiel in Hannover gegen die Niederlande nicht abgesagt wurde und das gesamte Kabinett Merkel im Stadion sein wird. Wer nach Paris, Berlin oder eben nach Hannover reisen möchte, darf sich nicht abschrecken lassen. Genau das ist es, was die Täter wollen. Pflegen wir eine große Solidarität. Gerade in den sozialen Netzwerken ist das Bedürfnis nach Verbundenheit deutlich zu spüren, in der Tragödie zusammen zu stehen. Über diese virtuelle Form der Anteilnahme hinaus ist aber auch echtes Handeln gefragt.

Es wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen, wie stark Europa und die westliche Welt insgesamt dem Terror des IS die Stirn bieten werden. Die Fragen lauten: Wird es ein Zusammenrücken der Staaten – auch in der Flüchtlingsfrage – geben? Engagieren sich wie bisher nur einzelne Staaten militärisch im Kampf gegen Terrororganisationen und das Assad-Regime? Wie geht es in Afghanistan weiter, in dem Land, in dem die Taliban weiterhin für Angst und Schrecken sorgen?

Wenn man den Terror nachhaltig bekämpfen will, kann das nur gemeinsam gelingen. Die große Frage wird sein, ob das auch militärische Einsätze mit Bodentruppen vor allem in Syrien und im Irak gegen den IS zur Folge hat, also die Nato den Bündnisfall ausrufen wird, wie es ja nach dem 11. September 2001 der Fall war. Fakt ist: Um einen Konflikt in Syrien zu lösen, brauchen die USA nicht nur Frankreich, sondern beispielsweise auch Russland.

Nur gemeinsam wird auch die Flüchtlingskrise zu lösen sein. Die CSU hat Recht, dass wir unsere Sicherheit genau im Blick haben müssen. Jeder, der zu uns kommt, muss registriert werden. Völlig falsch ist es aber, sämtliche Flüchtlinge jetzt unter Generalverdacht zu stellen, wie es Horst Seehofer und Markus Söder unmittelbar nach den Anschlägen getan haben. Flüchtlinge sind nicht per se Terrorverdächtige. Das Gegenteil ist der Fall: Sie kommen, weil sie vor Terroristen, die Blutbäder wie in Paris anrichten, fliehen.

In der Trauer sind wir jetzt vereint, sind die Staaten vereint, die für Freiheit stehen. Wichtig wäre, dass dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit auch über den Terrorakt von Paris bestehen bleibt und Taten folgen. Westfalen-Blatt

11 Meinungen zu "Terror in Paris – Wie muss Deutschland reagieren?". Wie lautet Ihre?

  1. Mein Kommentar   Mittwoch, 18. November 2015, 12:59 um 12:59

    zu diesem Artikel steht ja bereits drunter…

    Sie vermischen Terrorismus mit der Flüchtlingsfrage. Das würde ich als rechte Hetze interpretieren…

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  2. Buerger   Mittwoch, 18. November 2015, 12:12 um 12:12

    http://02elf.net/headlines/national-headlines/bundeswehr-soll-grenzen-ueberwachen-962303

    Steht nicht nur im Focus……….

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  3. Der Focus   Dienstag, 17. November 2015, 22:54 um 22:54

    hetzt seit Jahren Menschen gegen Randgruppen und Ausländer aus. So stellt er zum Beispiel regelmäßig fest: ‚Immer mehr Bulgaren beziehen Hartz4‘, ‚Immer mehr Rumänen beziehen Hartz4′,…

    Oder er saugt seine Leser mit Schlagzeilen wie:’Gestiegene Hartz-4-Bezüge:751 statt 399 Euro…‘

    Man könnte den Focus fast für das AfD-Parteiblatt halten. Die Bild macht das ähnlich… Das fördert rechtes Gedankengut und dient letztlich nur den Wirtschaftsvertretern, die das zum Vorteil nutzen…

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  4. Ich möchte Ihnen   Dienstag, 17. November 2015, 22:18 um 22:18

    keine Illusionen rauben. Aber der Focus ist ein hellbraunes Boulevard-Hetzblatt mit zweifelhaften Motiven und noch zweifelhafteren Anspruch…

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  5. Buerger   Dienstag, 17. November 2015, 13:03 um 13:03

    Ich liege gar nicht so falsch.

    Auszug aus einem Focus Artikel.
    Union will Bundeswehr Grenzsicherung einsetzen

    11.31 Uhr: Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Henning Otte, befürwortet den Einsatz der Bundeswehr zur Überwachung deutscher Grenzen. Um den unkontrollierten Grenzübertritt von Flüchtlingen und Asylsuchenden zu verhindern, seien verstärkte Maßnahmen erforderlich, sagte Otte im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). Die Bundespolizei und die Polizei der Länder seien bis an ihre Belastungsgrenze gefordert und sollten daher im Rahmen der technischen Amtshilfe bei Bedarf eine Unterstützung durch die Bundeswehr bekommen können.

    Die Sicherheit in Deutschland und an den Grenzen müsse durchgehend gewährleistet sein „Wenn die Bundeswehr helfen kann, dann sollte sie das auch dürfen“, erklärte der CDU-Politiker unter Hinweis auf entsprechende Vorgaben im Grundgesetz. Bereits im Jahr 2007 habe die Bundeswehr mit Aufklärungsmitteln zur Absicherung des G8-Gipfels in Heiligendamm Amtshilfe geleistet.

    „Was in Heiligendamm ging, muss auch im Bayrischen Wald möglich sein“, erklärte Otte. Politik beginne mit der Anerkennung der Realität. Es sei besser rechtzeitig zu handeln, als zu warten, bis in Deutschland das „System der inneren Sicherheit kollabiert“. Otte warnte zugleich davor, nach den Terrorakten in Paris schon über die Ausrufung des NATO-Bündnisfalls zu diskutieren. „Das ist verfrüht“, sagte er und mahnte „Besonnenheit“ an. Die Bundeswehr sei jedenfalls gerüstet. Landesverteidigung und Bündnisverteidigung seien ihre zentralen Aufgaben.

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  6. @Buerger   Montag, 16. November 2015, 20:47 um 20:47

    Sie sind ein gutes Beispiel dafür was passiert, wenn Menschen sich bedroht fühlen. Was tun dann erst die syrischen Zivilisten, die von Frankreich mit Bombenteppichen überzogen werden?

    Ihre Reaktion ist lächerlich. Haben Sie schon einmal Terrorismus erlebt? Oder Krieg? So wie Sie mit Ihren irrationalen Panikreaktionen nach der totalen Sicherheit rufen, könnte man Sie glatt für totalitäre, faschistoide Parolen gewinnen. Und das tut man wohl auch, wie ich mir denke… Wählen Sie doch die AfD, da gibt es auch solche Menschen. Da können Sie sich hinter anderen verstecken und sind nicht mehr allein mit Ihrer Angst. Malen Sie sich vorher einen schmalen Oberlippenbart unter die Nase, dann gehen Sie völlig anonym in der Masse unter… Dann sind Sie sicher!

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  7. @Buerger   Montag, 16. November 2015, 20:37 um 20:37

    Sie scheinen vom Terrorismus bereits arg gebeutelt… Sie sind ein gutes Beispiel dafür, was mit Ängstlichen passiert, wenn man in einer noch so fernen Gefahr schweben.

    Vielleicht können Sie nun verstehen, warum der IS einen solchen Zulauf erfährt… Ich will mir ihre Reaktion auf die Bomben, die Frankreich über die Köpfe der syrischen Zivilbevölkerung ausschüttet, gar nicht vorstellen. Offensichtlich waren Sie noch nie in einer solchen Situation. Vielleicht sind Sie etwas verwöhnt.

    Ist deren Reaktion nur im Ansatz so ängstlich wie Ihre, dann stehen und noch feine Zeiten bevor. Dann wird das Problem noch größer, dann werden Sie bald Grund zur Angst haben. Jetzt ist das Panikmache, nichts weiter…

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  8. Buerger   Montag, 16. November 2015, 20:20 um 20:20

    Aber die Merkel-Raute und beten und Lieder singen hilft auch nicht gegen den Terrorismus.

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  9. Wenn ich mir   Montag, 16. November 2015, 19:58 um 19:58

    Buergers Wunsch nach dem totalen Staat so ansehe, dann sollte man eher Angst vor ihm statt vor dem IS haben…

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  10. Buerger   Montag, 16. November 2015, 18:34 um 18:34

    Nicht die Truppen nach Syrien schicken sondern hier zum Schutz der Grenzen und der Bevölkerung einsetzen , in Arbeitsteilung mit der Polizei.
    Auch kann man Truppen in Polizei Arbeit einbinden z.Bsp.
    wenn ganze Wohnviertel abgeriegelt werden müssen
    ( Terrorzellen ) und dann kann die Polizei ungehindert ihre Arbeit verrichten weil weder Mann noch Maus oder Terrorist entkommen.Überall sollten solche Razzien in Europa durchgeführt werden ohne bestimmten Zeitplan,wenn es sein muss an 3 Tagen hintereinander und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg 1-2Jahre. Alles was auf eine Terroristische Aktivitaet hindeutet
    Kompromisslos bestrafen, notfalls rigoros ausweisen.
    Wenn sich rumspricht das Europa zu heiss wird für Terroristen kommt auch keiner mehr oder macht keinen Versuch mehr überhaupt noch was zuwagen

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  11. Unsere Art zu leben   Montag, 16. November 2015, 17:51 um 17:51

    Wenn hier von ‚uns‘ gesprochen wird, trifft das auf viele Deutsche wohl nicht zu. Denn so wie sie leben müssen, wollen sie nicht leben. Unterdrückt und gestalkt vom deutschen Staat, materiell unterversorgt, ihrer Grundrechte beraubt.

    Bomben und Truppen dürften wohl ohnehin der falsche Weg sein, mit diesem Problem umzugehen. Das führt zu noch mehr Zulauf aus der betroffenen Zivilbevölkerung, zu noch mehr Flucht, Elend und Gewalt… Bomben und Trippen haben den IS erst geschaffen…

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