Wegen Grippewelle viele Krankenhäuser ohne Personal

Gesetzliche Personalbemessung überfällig

Rundfunk Berlin-Brandenburg – Berlin und Brandenburg haben zum Schutz der Bevölkerung vor einer Grippe-Pandemie bislang gut 17 Millionen Euro für das Medikament Tamiflu ausgegeben. Der Nutzen dieses Arzneimittels für die Patienten ist jedoch in der Medizin umstritten. Die gesundheitspolitischen Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und im Potsdamer Landtag, Heiko Thomas und Ursula Nonnemacher, forderten, die Landesregierungen […]

Wegen Grippewelle viele Krankenhäuser ohne Personal

Rundfunk Berlin-Brandenburg – Berlin und Brandenburg haben zum Schutz der Bevölkerung vor einer Grippe-Pandemie bislang gut 17 Millionen Euro für das Medikament Tamiflu ausgegeben. Der Nutzen dieses Arzneimittels für die Patienten ist jedoch in der Medizin umstritten. Die gesundheitspolitischen Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und im Potsdamer Landtag, Heiko Thomas und Ursula Nonnemacher, forderten, die Landesregierungen müssten zugeben, dass es kein geeignetes Medikament gegen eine Grippe-Pandemie gebe. Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) bezeichnet Tamiflu als Überbrückungsmedikament, das immer noch besser sei als nichts.

Grippe Krankenhaus Maske

Grippewelle: Personalmangel gefährdet Patientenversorgung in Krankenhäusern

Angesichts der immer weiter um sich greifenden Grippewelle in Deutschland fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Krankenhausbetreiber und Gesundheitspolitiker auf, „nachhaltig und dauerhaft“ für eine bessere Personalausstattung mit Fachkräften zu sorgen. „Die Krankenhäuser in Deutschland leiden unter Auszehrung. Schon ohne Grippewelle ist die Belastung der Beschäftigten extrem. Nun kommen erheblich mehr Patienten in die Kliniken als üblich.Außerdem muss noch die Arbeit von erkrankten Kolleginnen und Kollegen mit übernommen werden. Die Pflege geht auf dem Zahnfleisch, vielerorts können Patienten nicht mehr ausreichend versorgt werden“, kritisierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Freitag in Berlin.

Die aktuelle Situation macht die Fehlentwicklung in der Gesundheitsversorgung deutlich. Das Finanzierungssystem für Krankenhäuser (DRG) vergütet nur behandelte Fälle.Vorsorgekapazitäten für Epidemien und Katastrophen würden nicht finanziert. Die Zimmer seien vielerorts überbelegt, Patienten lägen in Betten auf den Gängen. Immer weniger Pflegekräfte stünden immer mehr Kranken gegenüber. Manche Kommunen hätten bereits einen „Klinik-Notstand“ ausgerufen oder stünden kurz davor. „Wer wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen in einer solchen Situation von Überversorgung und zu vielen Krankenhäusern spricht, handelt unverantwortlich“, sagte Bühler: „Das Gesundheitswesen nur unter ökonomischen Aspekten zu betrachten, gefährdet Patienten und Beschäftigte“, warnte Bühler.

Nach Jahren der „betriebswirtschaftlichen Optimierung“ taugten viele Krankenhäuser nur noch für eine standardisierte Normalversorgung unter idealen Bedingungen. „Was wir brauchen, ist eine am Gemeinwohl orientierte Gesundheitsversorgung. Deswegen ist eine gesetzliche Personalbemessung auf Dauer unverzichtbar“, stellte Bühler klar.

ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesvorstand www.verdi.de

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