Barley: SPD kommt wieder aus dem Umfragetief

Projektion: Union legt zu - SPD verliert

Bundesfamilienministerin Katharina Barley (SPD) ist zuversichtlich, dass ihre Partei wieder aus dem Umfragetief kommt. Barley sagte am Dienstag im RBB-Inforadio, drei Monate vor der Wahl seien Umfragen nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Auf die lange Sicht komme bei den Wählern gut an, wenn eine Partei einen Plan habe.

Barley: SPD kommt wieder aus dem Umfragetief

„Ich erwarte nicht, dass jetzt von heute auf morgen die Umfragen in die Höhe springen. Aber die CDU verweigert bisher den Wahlkampf komplett, sie bietet überhaupt keine Inhalte an. Ich glaube, dass das am Ende die Wählerinnen und Wähler nicht goutieren werden.“

Außerdem sei es wichtig, dass die SPD ihre Wahlversprechen halte. „Wir haben den Mindestlohn, die Rente mit 63, das Elterngeld Plus, eine Bafög-Reform und eine Pflege-Reform versprochen – und haben all das erreicht. Deswegen ist es für uns keine Lösung, zu sagen, warum kommt das in den Umfragen nicht durch – darauf kommt es doch nicht an. Die Ergebnisse kommen bei den Menschen an – das ist das, worum es geht, und nicht Zahlen, die irgendwelche Institute erheben.“ Rundfunk Berlin-Brandenburg

ARD-DeutschlandTrend: Abstand zwischen Merkel und Schulz wächst weiter

Bei der Direktwahl-Frage wird der Abstand zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz größer: Wenn man die Bundeskanzlerin bzw. den Bundeskanzler direkt wählen könnte, würden sich 57 Prozent der Befragten für Angela Merkel entscheiden (+4 im Vergleich zum Vormonat), 28 Prozent würden sich für Martin Schulz entscheiden (-1). 11 Prozent würden sich für keinen von beiden entscheiden (-2).

In der Liste der beliebten Politiker erreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren besten Wert seit Mai 2015. 69 Prozent der Befragten sind mit ihrer politischen Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden (+5 im Vergleich zum Vormonat). Das hat eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends von Montag bis Dienstag dieser Woche ergeben.

Ihr folgt Außenminister Sigmar Gabriel mit 66 Prozent Zustimmung. Das ist der beste Wert, der je für Gabriel im ARD-DeutschlandTrend gemessen wurde. Mit der Arbeit von Finanzminister Wolfgang Schäuble sind 65 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (+2). Innenminister Thomas de Maizière erreicht 53 Prozent Zustimmung (+/-0). Justizminister Heiko Maas erreicht mit 50 Prozent Zustimmung (+13 im Vgl. zu Februar 2016) seinen bisherigen Bestwert im ARD-DeutschlandTrend. FDP-Vorsitzender Christian Lindner erreicht mit 45 Prozent Zustimmung (+1) zum zweiten Mal in Folge seinen Bestwert. Auch die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sarah Wagenknecht, erreicht ihren besten je gemessenen Wert im ARD-DeutschlandTrend: 35 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden (+10 im Vergleich zu Mai 2017).

Der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz gewinnt im Vergleich zum Vormonat einen Punkt und erreicht 37 Prozent Zustimmung. Mit der Arbeit der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckhardt sind 32 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (+2 im Vgl. zu November 2015). In der Sonntagsfrage baut die Union ihren Vorsprung zur SPD aus: Die Union kommt auf 39 Prozent (+1 im Vergleich zum letzten ARD-DeutschlandTrend für die ‚Tagesthemen‘ Anfang Juni). Die SPD verliert einen Punkt und erreicht 23 Prozent. Die Linken erreichen 9 Prozent (+1); die Grünen erreichen 8 Prozent (+1). Die FDP kommt auf 9 Prozent (-1) und die AfD ebenfalls auf 9 Prozent (+/-0).

Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.500 Wahlberechtigte bundesweit befragt. Ausgewählte Zahlen werden ab 18 Uhr bei Tageschau.de veröffentlicht und dürfen dann bereits verwendet werden. WDR Presse und Information

Befragungsdaten

– Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren – Fallzahl: 1.000 Befragte, Sonntagsfrage: 1.500 – Erhebungszeitraum: 03.07. bis 04.07.2017, Sonntagsfrage: 03.07. bis 05.07.2017 – Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI) – Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame – Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte * bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50%

Projektion: Union legt zu – SPD verliert

In der Politbarometer-Projektion gibt es im Vergleich zu Ende Juni nur Veränderungen bei den beiden großen Parteien. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, könnte die CDU/CSU einen Punkt zulegen auf 40 Prozent, und die SPD würde einen Punkt abgeben auf 24 Prozent. Die Linke erhielte weiterhin 9 Prozent, die Grünen kämen unverändert auf 8 Prozent, und die FDP bliebe bei 8 Prozent. Die AfD würde erneut 7 Prozent erreichen, und die anderen Parteien zusammen erzielten wie zuletzt 4 Prozent. Damit gäbe es neben einer großen Koalition auch eine Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grüne und FDP – für Rot-Rot-Grün oder eine Ampel aus SPD, Grüne und FDP würde es nicht reichen.

Lieber als Kanzler/in: Merkel weiter mit großem Vorsprung vor Schulz

Den großen Abstand, den Angela Merkel bei der K-Frage bereits in den letzten beiden Monaten vor Martin Schulz hatte, kann sie jetzt nochmal leicht ausbauen: 59 Prozent (Juni II: 58 Prozent) wünschen sich weiterhin Angela Merkel im Amt, und 30 Prozent (Juni II: 31 Prozent) sprechen sich für Martin Schulz als künftigen Kanzler aus.

Kandidateneffekt: Unterschiedlich für Union und SPD

Eine ganz unterschiedliche Bedeutung weisen die Befragten den beiden Kandidaten für das Abschneiden ihrer Parteien bei der Bundestagswahl zu. Bei der CDU/CSU gehen fast drei Viertel (74 Prozent) davon aus, dass die Partei eher wegen Angela Merkel gewählt wird, und nur 20 Prozent glauben, dass dafür das Programm der CDU/CSU ausschlaggebend ist. Das sehen die Anhänger aller Parteien ganz ähnlich. Dagegen spielt Martin Schulz für das Ergebnis der SPD nach Meinung der Befragten eine wesentlich geringere Rolle. Nur 34 Prozent sagen, er ist entscheidend für die Wahl der Partei, für 59 Prozent stehen hier das Programm und die politischen Inhalte der SPD im Vordergrund. Auch darin stimmen die Parteianhängergruppen mehrheitlich überein. ZDF Presse und Information

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