Fluglärm ist kein Kinkerlitzchen – Jede Minute soll ein Flieger in Düsseldorf starten

Deutsche Verkehrsflughäfen auch 2016 auf Wachstumspfad - gleichzeitig ein Bild mit Licht und Schatten

Richtungsweisende Entscheidungen von Politik und Genehmigungsbehörden sind erforderlich, um weiteren Kapazitätsengpässen entgegenzuwirken. Für die Projekte an den Flughäfen München (3. Bahn) und Düsseldorf (Bahnkapazität) müssen die Ampeln auf Grün gestellt werden.

Fluglärm ist kein Kinkerlitzchen – Jede Minute soll ein Flieger in Düsseldorf starten

Neue Slots für künftiges Wachstum müssen ermöglicht werden. Weitere Langstreckenverbindungen an den deutschen Flughäfen werden nur angeboten, wenn deutsche Fluggesellschaften sich wettbewerbsstark aufstellen können und gleichzeitig den ausländischen Airlines Verkehrsrechte gewährt werden. Eine Politik, die unseren heimischen Airlines durch Steuern und Regulierungen Mühlsteine um den Hals legt und für Airlines aus Drittstaaten die Märkte abschottet, verfehlt ihre Ziele. Weder wird der Luftverkehr in Deutschland gestärkt, noch profitiert der Wirtschaftsstandort Deutschland von internationaler Konnektivität. ADV Deutsche Verkehrsflughäfen

Düsseldorf ist der Flughafen des zweitgrößten Ballungsraumes in Europa. Seine wirtschaftliche Bedeutung für NRW und damit auch für das Ruhrgebiet kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seine Lage allerdings ist ein ewiges Dilemma, führt zu grotesken Genehmigungs-Verrenkungen und bleibt damit ein Dauerthema für die Verwaltungsgerichte.

Selbst wenn der Verkehrsminister den Düsseldorfern ihre glaubhaft benötigten zusätzlichen Flüge letztlich genehmigen sollte – die Gegner werden es nicht klaglos akzeptieren. Sollten sie auch nicht: Anhaltender Widerstand hat ihnen über die Jahre zumindest aufwändigeren Schallschutz beschert. Ein schwacher Trost, gewiss, aber immerhin.

41.000 ihrer Stimmen werden ab Montag öffentlich diskutiert. Das Mammutverfahren gehört zu den guten Gepflogenheiten eines rechtsstaatlich flankierten Prozesses, in dem der Flughafen den volkswirtschaftlichen Nutzen seines Antrags belegen und sich der Gegenargumente erwehren muss, ohne sie zu bagatellisieren: Fluglärm ist eben kein Kinkerlitzchen. Er verringert die Lebensqualität. Frank Preuß – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Antrag auf Kapazitätserweiterung: Erörterungstermin beginnt am 13. Februar

Das Planfeststellungsverfahren zur beantragten Kapazitätserweiterung des Düsseldorfer Airports schreitet voran: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat als nächsten Verfahrensschritt den Erörterungstermin für den 13. Februar angesetzt und in ihrem Amtsblatt bekanntgegeben. Ab diesem Datum können Träger öffentlicher Belange sowie Bürgerinnen und Bürger, die im vergangenen Jahr schriftliche Stellungnahmen und Einwendungen abgegeben hatten, diese noch einmal mündlich vortragen. Dazu lädt die Bezirksregierung ab 10:00 Uhr in die Messehalle 1 auf dem Gelände der Messe Düsseldorf ein.

Eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung von Anfang an: Der Flughafen nimmt die Bedenken der geäußerten Einwendungen weiterhin sehr ernst. Daher wird er bei diesem Termin noch einmal seine Antragsinhalte darlegen und begründen sowie detailliert auf die vorliegenden Stellungnahmen und Einwendungen eingehen. Der Airport legt Wert auf eine rege Beteiligung an der formellen Anhörung.

Während der nichtöffentlichen Veranstaltung besteht Gelegenheit, alle Argumente für und gegen das Vorhaben mündlich zu erörtern. Die Anhörungsbehörde erhält einen abschließenden Überblick über die verschiedenen Interessenlagen, eine Entscheidung in der Sache selbst wird während der Erörterung nicht getroffen. Erst nach Abschluss des Anhörungsverfahrens trifft die Planfeststellungsbehörde, das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW (MBWSV), die abschließenden Entscheidungen auf Basis einer umfassenden Abwägung aller privater und öffentlicher Belange. Der Erörterungstermin kann – sofern weiterer Bedarf besteht – über den

13. Februar hinaus zunächst bis zum 17. Februar fortgesetzt werden. Ab sofort können die Träger öffentlicher Belange und Einwender die Synopse (Gegenüberstellung) aller Gutachten und Einwendungen sowie darauf eingehender Stellungnahmen des Airports bei der Bezirksregierung anfordern. Weitere Informationen sind über die Webseite der Bezirksregierung Düsseldorf unter brd.nrw.de abrufbar.

Hintergrund

Am 27. Februar 2015 hat die Flughafen Düsseldorf GmbH den Antrag auf Planfeststellung mit einer Änderung der Betriebsgenehmigung beim MBWSV eingereicht. NRWs größter Airport möchte zukünftig sein vorhandenes Start- und Landebahnsystem in den Tagesstunden nachfrageorientierter und flexibler nutzen können, um dem stetig steigenden Mobilitätsbedürfnis der rund 18 Millionen Menschen und der Wirtschaft in der Region auch langfristig Rechnung tragen zu können. Dazu will er in maximal 50 Prozent der wöchentlichen Betriebszeit (Spitzenstunden über Tage) 60 anstatt 47 Slots zur Verfügung stellen können. Mit acht zusätzlichen Abstellpositionen auf dem Flughafengelände soll die Infrastruktur des Airports der erwarteten Verkehrsentwicklung angepasst werden.

Der Flughafen hat bei seinen Plänen nicht nur die Erfordernisse der Wirtschaft und das Mobilitätsbedürfnis der Menschen im Blick, sondern auch das Interesse der unmittelbaren Nachbarn an Lärmschutz. Eine Änderung der bestehenden Nachtflugregelung ist nicht Gegenstand des Antrags. Auch der Angerlandvergleich, eine seit über 50 Jahren bestehende Vereinbarung mit Nachbargemeinden, bleibt gewahrt. Zusammen mit den Airlines hat der Airport seit 2003 rund 71 Millionen Euro in passive Schallschutzmaßnahmen in der Nachbarschaft investiert. Weitere 20 Millionen Euro würden bei einer entsprechenden Erteilung der neuen Genehmigung in den Anwohnerschutz und die Instandhaltung von Lärmschutzmaßnahmen folgen. Weitere Informationen zu dem Vorhaben des Airports stehen im Internet auf der Website dus-fuer-die-region.de zur Verfügung. Düsseldorf Airport

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