Müller wünscht sich starken Partner für Air Berlin

Das fragwürdige Taktieren bei Air Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hofft auf eine langfristige und zufriedenstellende Lösung für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin. Die Stadt habe natürlich ein Interesse daran, ein gutes Fluggastangebot machen zu können, sagte Müller am Donnerstag im rbb-Inforadio.

Müller wünscht sich starken Partner für Air Berlin

Die Lufthansa sei beispielsweise ein starker und verlässlicher Partner. „Wie das jetzt konkret im Insolvenzverfahren ausgeht, das muss man sehen. Das ist ein neutrales Verfahren, in das man sich direkt ja gar nicht einmischen kann.“

Er glaube aber nicht, dass EIN Unternehmen Air Berlin komplett übernehme, fügte Müller hinzu. Es gebe ja kartellrechtliche Bedenken, auch auf der europäischen Ebene. „Das Thema muss sein, wie wir einen großen verlässlichen Partner finden – sicherlich für einen großen Teil des Unternehmens. Und wie der Standort Berlin damit gestärkt wird. Es geht um insgesamt 8.000 Arbeitsplätze an all den Standorten der Air Berlin. Und das ist mir natürlich wichtig, dass gute Arbeitsplätze mit guten Bedingungen für die Arbeitnehmer und guten Löhnen, von denen man leben kann, erhalten bleiben.“

Der SPD-Politiker wies zugleich Kritik der Opposition zurück, dass er in der Angelegenheit untätig sei. „Ganz konkret werden wir jetzt in der nächsten Woche Gespräche mit den Arbeitnehmern führen.“ Er sei da bereits seit Monaten aktiv – die Schieflage Air Berlins sei ja nichts Neues. Rundfunk Berlin-Brandenburg

Das fragwürdige Taktieren bei Air Berlin

Es ist gut, dass der Gläubigerausschuss von Air Berlin sich noch etwas Zeit nehmen will, um über Teilverkäufe zu entscheiden. Das Unternehmen kann nicht einfach nach dem Willen von Lufthansa zerlegt werden. Dafür ist die Zukunft des deutschen Luftverkehrs zu wichtig. Dabei muss an zwei Merkwürdigkeiten erinnert werden: Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann sagt, Interessenten an Air Berlin hätten sich seit Monaten über den Zustand des Unternehmens über eine Bank informieren können. Er habe ja im Februar öffentlich mitgeteilt, das angeschlagene Unternehmen suche neue Partner. Aber öffentlich wurde nie klar mitgeteilt, dass man an die Zerlegung des Konzerns denke.

In der Insolvenz wird eine Fortführung des ganzen Flugbetriebes unter einem Dach ausgeschlossen. Das ist erstaunlich, weil Winkelmann oft erklärt hatte, er könne sich ein Überleben von Air Berlin vorstellen – allerdings mit neuen Partnern. Da die Schulden ja mit der Insolvenz verschwinden sollen, müsste diese Analyse jetzt erst recht gelten. Was nun? Eine weitgehende Übernahme durch Lufthansa bleibt trotz drohender großer Marktmacht die einzig realistische Option. Aber die Kartellbehörden müssen sich den Deal genau anschauen.

Air-Berlin-Krise: Eurowings schaltet Stellenanzeigen für hunderte Stellen von Piloten und Flugbegleitern

Der Discountableger von Lufthansa, Eurowings, hat heute Stellenanzeigen auf seiner Homepage geschaltet, um hunderte Piloten und Flugbegleiter einzustellen. Dies berichtet die „Rheinische Post“. Insider bei Eurowings berichten, dass damit die Einstellung von Mitarbeitern der insolventen Air Berlin eingeleitet werden soll. In den Online-Stellenanzeigen wird ausdrücklich erklärt, bisherige Berufserfahrung würde bei der Einstufung berücksichtigt. In der ersten Phase sollen laut Insidern zunächst circa 200 Piloten sowie rund 400 Flugbegleiter eingestellt werden. Es werden für Piloten unbefristete Verträge Vollzeit an allen deutschen Standorten von Eurowings angeboten, Flugbegleiter erhalten 24 Monats-Verträge in Düsseldorf und Hamburg. Jeder Flugzeugführer mit gültiger Lizenz für den Flugzeugtyp Airbus A320 kann sich laut den Anzeigen bewerben. Dies sind Jets, die sowohl Air Berlin wie Eurowings fliegen. Rheinische Post

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wird fortgeführt

Die Gläubigerausschüsse für die Air Berlin PLC, die Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG und die airberlin technik GmbH haben sich heute zu ihren konstituierenden Sitzungen getroffen und erste Beschlüsse gefasst.

Der Generalbevollmächtigte der airberlin im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, Frank Kebekus, sagte nach den Sitzungen: „Die Ausschüsse haben einstimmig die weitere Betriebsfortführung sowie die Weiterführung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beschlossen. Auch der vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingesetzte Sachwalter, Lucas Flöther, ist von den Gläubigerausschüssen einstimmig in seinem Amt bestätigt worden. Das ist ein gutes Signal für die Verfahrensbeteiligten. Wir werden die weiteren Verhandlungen mit Hochdruck vorantreiben. Unser Ziel ist und bleibt, zügig zu tragfähigen Abschlüssen zu kommen und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.“ Air Berlin

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