Olympia in NRW: Verrückte Idee

Der olympische Geist neigt zur Verklärung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will die Olympischen Spiele 2032 nach NRW holen. Weil die meisten Sportstätten hier längst gebaut seien, blieben die Kosten im Rahmen. Das Land bekäme einen Investitionsschub vor allem für die Infrastruktur. Und einen weltweiten Imagegewinn obendrein. So die Argumentation.

Olympia in NRW: Verrückte Idee

Warum nicht mal ein paar verrückte Ideen entwickeln? Warum immer nur die negativen Seiten betonen? Warum nicht Chancen sehen, wo andere vor Unmöglichem warnen? Warum eigentlich keine Olympischen Spiele in Nordrhein-Westfalen? Aktuell klingt der Plan verrückt. Wir haben schließlich gerade andere Probleme: Terror, Trump, Türkei und so weiter. Zudem genießt Olympia derzeit nicht den besten Ruf: Gigantismus, Korruption, Doping und so weiter. Aber wir dürfen unseren Politikern nicht immer vorwerfen, nicht in der Lage zu sein, Visionen zu entwickeln – und sie dann kritisieren, wenn das endlich passiert. Also: Sollen sie doch planen. Mal schauen, was daraus wird.

Es geht schließlich um die Spiele im Jahr 2032, wir müssen nichts überstürzen. Allerdings: Wenn es den Initiatoren nicht gelingt, die Bevölkerung bei ihren Gedankenspielen mitzunehmen und einzubinden, dann wird Olympia in NRW scheitern. Nachhaltige Spiele zu versprechen, reicht nicht. Das macht heute jeder. Bürgerbeteiligung und Transparenz (vor allem bei den Finanzen) sind viel wichtiger, um die Menschen vom Sinn der Veranstaltung zu überzeugen. Wer weiß: Vielleicht gelingt es dem Spitzensport in den kommenden 15 Jahren ja sogar, seine Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Dann wäre Olympia in NRW tatsächlich eine tolle Sache. Westfalenpost

DOSB-Vize Schneeloch knüpft Olympia-Bewerbung 2032 an Bedingungen

DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch steht einer möglichen NRW-Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2032 positiv gegenüber, fordert dafür aber eine Vorleistung der Politik in den kommenden Jahren. „Das Land NRW hat bis 2025 die Chance zu zeigen, welcher Wert auf die Sportentwicklung gelegt wird“, sagte Schneeloch, der auch Präsident des Landessportbundes NRW ist, der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Welchen Wert hat der Sport für die Politik, für die Gesellschaft in diesem Land? Das könnten sie sehr gut aufzeigen, zum Beispiel mit einem Förderprogramm, wo 200 Millionen Euro jährlich in den Sport fließen, um den Sportstätten-Sanierungsstau zu beheben.

Es kann nicht nur darum gehen, Großveranstaltungen nach NRW zu holen, um zu glänzen. Es gibt auch an der Basis viel zu tun“, so Schneeloch. Gleichzeitig kritisierte Schneeloch das Vorgehen von Sportvermarkter Michael Mronz hinsichtlich einer Olympiabewerbung. „Herr Mronz versteht sein Geschäft. Er hat das Thema sehr prominent gespielt und hat ja auch in Ministerpräsident Laschet einen wichtigen Befürworter. Was etwas aus dem Blick geraten ist, wer eigentlich für das Thema zuständig ist: nämlich der DOSB entscheidet, ob und mit welcher Stadt sich Deutschland um die Spiele bewirbt.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will die Olympischen Spiele 2032 nach NRW holen. Weil die meisten Sportstätten hier längst gebaut seien, blieben die Kosten im Rahmen. Das Land bekäme einen Investitionsschub vor allem für die Infrastruktur. Und einen weltweiten Imagegewinn obendrein. So die Argumentation. Die olympische Marketing-Lawine hat bislang noch jedem Austragungsort vergoldete Straßen und Weltruhm zu Discount-Kosten versprochen. Laut Universität Oxford überstiegen die Kosten die Planung bei den Sommerspielen der Jahre 1960 bis 2012 aber im Schnitt um 252 Prozent. Die Bilder von verrottenden Austragungsstätten in aller Welt karikieren auch die Infrastruktur-Versprechen. München und Hamburg haben schon „Nein, Danke“ zu Olympia gesagt. Offenbar denkt man dort, dass Städte ihre Infrastruktur ohne olympisches Drumherum viel effektiver verbessern können. Allein die Olympia-Bewerbung kostet einen zweistelligen Millionenbetrag. Das Mindeste, was die Sportfreunde in der Landesregierung ihren Bürgern schulden, ist eine vorherige Abstimmung. Vielleicht wollen die meisten in NRW statt Olympia ja viel lieber ihre Ruhe. Rheinische Post

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