Soziologe Bude sieht durch Martin Schulz Stimmungswechsel im Land

stern-RTL-Wahltrend: Schulz bringt frischen Wind

Für den Berliner Soziologen Heinz Bude bringt die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz (SPD) „Bewegung ins politische Feld“. Zum Auftakt der Düsseldorfer Reden, eine vom Düsseldorfer Schauspielhaus und der Rheinischen Post veranstalteten Vortragsreihe, machte Bude einen erkennbaren Stimmungswechsel im Land aus.

Soziologe Bude sieht durch Martin Schulz Stimmungswechsel im Land

„Eine Art Befreiungsstimmung“ habe mit Schulz eingesetzt. „Angela Merkel ist grandios darin, die Probleme zu lösen, wie sie sich stellen“, sagte Bude. „Aber sie bleibt im Modus der ewigen Gegenwart.“ In der Bevölkerung herrsche nach den Worten Budes die Meinung vor, man könne nicht so tun, als ginge es weiter wie bisher. „Schulz ist die Alternative zur Alternativlosigkeit“, so der 62-Jährige, und er sei darüber hinaus eine Projektionsfläche „für die Verbitterten und Übergangenen“.

Schulz: „Steinmeier wird als Präsident Brücken bauen“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die bevorstehende Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten als „Glücksfall“ bezeichnet. „Frank-Walter Steinmeier mit all seiner Erfahrung, seiner Ruhe und Verlässlichkeit ist in schwierigen Zeiten wie diesen ein Glücksfall für die Bundesrepublik“, sagte Schulz. Deshalb freue sich nicht nur die gesamte SPD auf das neue Staatsoberhaupt, sondern auch die ganze Nation. „Steinmeier wird als Präsident Brücken bauen und den Zusammenhalt stärken“, sagte Schulz. Zum Abschied von Joachim Gauck erklärte Schulz: „Unser Dank gilt Joachim Gauck, der Deutschland in den letzten fünf Jahren Mut gemacht hat.“ Joachim Gauck sei ein Mann des Wortes und ein Herzensöffner. Rheinische Post

stern-RTL-Wahltrend: Schulz bringt frischen Wind

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kann im Wahltrend von stern und RTL weiterhin seinen Höhenflug bestätigen. Nach der großen Aufholjagd der SPD, die innerhalb von zwei Wochen um zehn Prozentpunkte zulegen konnte, hatten nun viele mit einem Ende der Euphorie und mit einem Absturz gerechnet. Das aber passiert nicht. Im stern-RTL-Wahltrend etabliert sich die SPD bei 31 Prozent. Mit unverändert 34 Prozent liegt die Union aus CDU und CSU drei Punkte vor der SPD. Die Linke bleibt bei 8 Prozent, während Grüne und AfD im Vergleich zur Vorwoche jeweils einen Prozentpunkt verlieren. Damit kommen die Grünen aktuell nur noch auf 7 Prozent – einen so niedrigen Wert hatten sie zuletzt im November 2008. Und die AfD fällt mit 9 Prozent wieder unter die 10-Prozent-Marke. Die FDP verharrt bei 5 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 6 Prozent, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt nach wie vor 24 Prozent.

Auch bei der Kanzlerpräferenz kann SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz seine Werte bestätigen. Wenn der Regierungschef direkt gewählt werden könnte, würden sich wie in der Vorwoche 37 Prozent der Wahlberechtigten für Schulz entscheiden. Angela Merkel, die in der Vorwoche mit Schulz noch gleichauf gelegen hatte, gewinnt wieder einen Punkt hinzu und kommt aktuell auf 38 Prozent. Nachdem sich auch die CSU auf Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin der Union geeinigt hat, ist ihr Rückhalt bei den Anhängern der CSU um 8 Punkte von 73 auf 81 Prozent gestiegen.

Befragt, weshalb sie sich bei der Kanzlerfrage für Martin Schulz entscheiden würden, gab fast ein Drittel (31 Prozent) von 373 Schulz-Wählern an, er sei unverbraucht und bringe frischen Wind in die Politik. 26 Prozent hätten für Schulz gestimmt, weil er authentisch, glaubwürdig und sympathisch wirke. Ein knappes Viertel (24 Prozent) würde Schulz allein deshalb wählen, um nicht weiter von Angela Merkel regiert zu werden.

Bei der Einschätzung der politischen Kompetenz – welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird – gewinnt die SPD zwar einen weiteren Punkt hinzu, liegt mit 14 Prozent aber immer noch weit unter dem Wert von 30 Prozent für die Union. „Um Kanzlerin Merkel zu beerben, muss Schulz nun ein überzeugendes Programm präsentieren ¬- wie Gerhard Schröder, der 1998 mit ‚Innovation und Gerechtigkeit‘ den Kompetenzwert von CDU/CSU übertraf und damit Helmut Kohl ablöste“, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. Allein als Strahlemann werde Schulz die Wahl nicht gewinnen. „Dazu braucht es auch eine SPD, der mehr zugetraut wird als bisher.“

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte vom 5. bis 10. Februar 2017 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Sabine Grüngreiff, Matthias Bolhöfer – Gruner+Jahr, STERN

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