Studie zeigt die Lebenswelten der Fans von Laschet, Kraft & Co.

AfD-NRW-Chef Pretzell bezeichnet AfD-Ergebnis als "respektabel"

Große Koalition oder Schwarz-Gelb – NRW-Wahlsieger Armin Laschet hat sich noch nicht entschieden. Eine Analyse der Facebook-Fans der Spitzenkandidaten jedoch zeigt ein glasklares Ergebnis: In ihren Einstellungen und Vorlieben sind die Anhänger von Laschet denen von SPD-Frau Hannelore Kraft deutlich näher als denen von FDP-Mann Christian Lindner.

Studie zeigt die Lebenswelten der Fans von Laschet, Kraft & Co.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Pragmatic Analytic Services (PAS) zur Wahl durchgeführt hat. PAS ist eine gemeinsame Initiative der Düsseldorfer Unternehmens- und Kommunikationsberatung komm.passion und von Data.Science.Consulting. Untersucht wurden dabei rund 44.000 Facebook-Profile.

Wenig Reibungspunkte zwischen SPD- und CDU-Fans

Freude an der Norm, Familiensinn und wenig „exotische“ Vorlieben – das sind die Gemeinsamkeiten, die Fans von Hannelore Kraft und Armin Laschet anhand ihrer Likes in den Sozialen Medien offenbaren. „Solche Ähnlichkeiten findet man nicht allzu häufig zwischen zwei scheinbar so unterschiedlichen Lagern. Die Unterschiede liegen bei den Fans in Nuancen. Herr und Frau Biedermann haben letztlich um die NRW-Landeskrone gekämpft“, sagt komm.passion-CEO Prof. Dr. Alexander Güttler. Ein Beispiel: Den Kraft-Anhängern ist das „Gefällt mir“ bei der evangelischen, den Laschet-Fans dagegen bei der katholischen Kirche heilig. Gemeinsam ist der christliche Hintergrund.

Auf der Überholspur: der Lindner-Fan

Ob es zur Ökumene in einer großen Koalition kommt, ist noch offen. Möglich ist auch ein Zusammenschluss mit der FDP. Was dafür spricht: Deren Anhänger mögen die CDU sehr. So dynamisch, wie sich die – weit über 125.000 – Fans von Christian Lindner bei Facebook zeigen, war auch der Aufstieg ihres Spitzenkandidaten.

Vorlieben des Lindner-Lagers: Wirtschaftsmedien, Porsche und die Insel Sylt. Mit der Kirche hat es rein gar nichts am Hut. Auch die Nähe zur Familie wird nicht per Like dokumentiert. Der Linder-Fan ist ein „Ich-Mensch“.

Vertreter klarer Worte – und zwar ungeachtet ihrer politischen Provenienz – dagegen kommen bei ihm gut an. Er hebt den Daumen bei Horst Seehofer, Sahra Wagenknecht und Donald Trump.

Löhrmann-Fans: Kümmerer mit Gewissen

Auch Anhänger der Grünen-Topkandidatin Sylvia Löhrmann bestätigen auf Facebook Klischees: Sie sind zu begeistern für Themen wie Yoga, Radfahren und Amnesty International. Die Likes des Löhrmann-Fans verraten Haltung und soziale Verantwortung. „Wenn man die Vorlieben auf einen Begriff zuspitzen sollte, dann ist es der des gewissenhaften Kümmerers. Der ist so verantwortungsbewusst, dass es recht schwierig ist, dieser Haltung gerecht zu werden“, fasst Güttler zusammen.

Die Linke: Sympathie für SPD ohne Gegenliebe

Die Fans der Linken-Spitzenfrau Özlem A. Demirel bekennen sich in den Sozialen Medien zu ur-linken Positionen und Favoriten: zu den populären Aktivisten Nina Hagen, Günter Wallraff und George Thakei, zum Neuen Deutschland, zur Rosa-Luxemburg-Stiftung, zu sozialer Gerechtigkeit und gegen Hartz IV, für Umweltschutz der BUND Jugend und gegen das Establishment mit dem Nato-Austritt. Sie stehen der SPD nahe, stoßen damit aber nicht auf Gegenliebe.

Gegen alle(s): der AfD-Fan

Keine Neigung, irgendeine etablierte Partei gut zu finden, hat der Fan des AfD-Spitzenkandidaten Marcus Pretzell. Er zeichnet sich ohnehin durch eine Anti-Haltung aus. Besonders verhasst sind die Grünen. Mehr als fünfmal häufiger als der Bundesdurchschnitt bekennen sich seine Fans zu „Grüne? Nein, danke“. Rechtsaußen dagegen hat es den AfD-Anhängern angetan: Sie liken die Identitäre Bewegung und Pro NRW. Seine „weiche Seite“ zeigt der Pretzell-Fan durch überdurchschnittliche Begeisterung für den Tierschutz, die Familie und die heile Schlagerwelt. Gernot Speck – komm.passion GmbH Düsseldorf

AfD-NRW-Chef Pretzell bezeichnet AfD-Ergebnis als „respektabel“

Der NRW-Landesvorsitzende der AfD, Marcus Pretzell, hat sich über den Einzug seiner Partei in den NRW-Landtag gefreut. „Wir haben in NRW ein respektables Ergebnis erzielt und damit für die Bundestagswahl einen guten Startschuss gesetzt“, so Pretzell im Fernsehsender phoenix. Pretzell fügte hinzu: „Wir haben vor einigen Monaten, zum Teil noch in den letzten Umfragen vor einigen Wochen noch andere Ergebnisse gehabt. Das haben wir sicherlich insgesamt als Partei uns auch selbst zuzuschreiben.“ Dennoch sei man in den NRW-Landtag eingezogen.

Der NRW-AfD-Landesvorsitzende sah jedoch die Chance, das NRW-Ergebnis als Startschuss für den Bund zu nehmen. „Nach den beiden doch sehr schwierigen Wahlen, die wir im Saarland und in Schleswig-Holstein hatten, die für uns mit einem sehr knappen Ergebnis zu Ende gingen, ist das vielleicht gerade noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl der Trend wieder nach oben“, meinte Pretzell. phoenix-Kommunikation

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