Zypries zeigt Kompromissbereitschaft im Streit um Apotheken-Versandhandel

Online-Apotheken punkten bei Preis-Leistung und Angebot

Neun von zehn Verbrauchern loben Preis-Leistungs-Verhältnis / Große Zufriedenheit mit Qualität, Auswahl und Liefergeschwindigkeit / Jeder Vierte kauft bereits regelmäßig in Online-Apotheken

Zypries zeigt Kompromissbereitschaft im Streit um  Apotheken-Versandhandel

Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat sich im Streit zwischen Union und SPD um den Apotheken-Versandhandel kompromissbereit gezeigt. „Wir wollen den Versandhandel nicht völlig verbieten, da er gerade im ländlichen Raum und für chronisch kranke Menschen große Vorteile bringt. Deshalb sind wir derzeit in Gesprächen, um über eine geeignete Regelung Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden“, sagte die Wirtschaftsministerin der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Grundsätzlich verteidigte Zypries ihre Position gegenüber der Haltung von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der den Versandhandel gänzlich verbieten will. Es sei schon „befremdlich“, sagte Zypries, dass in diesen Zeiten, in denen überall der Internet-Handel wachse, eine Sparte völlig ausgenommen und der Internet-Handel für sie verboten werden solle. „Nach allen Untersuchungen die wir haben, gehen wir nicht davon aus, dass durch den Online-Handel mit Arzneien Apotheken wegsterben würden.“ Es gebe keine Belege für negative Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung, seit der Versandhandel zulässig sei. Rheinische Post

Online-Apotheken punkten bei Preis-Leistung und Angebot

Online-Apotheken sind bei den Deutschen äußerst beliebt. 97 Prozent sind mit ihrem Einkauf von Medikamenten bei Versand-Apotheken zufrieden. 55 Prozent sind sogar sehr zufrieden, wie eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt. Dabei punkten die Online-Apotheken vor allem beim Preis-Leistungsverhältnis. Damit sind 98 Prozent der Kunden sehr bzw. eher zufrieden. Auch in Sachen Qualität und Auswahl der Medikamente (95 Prozent) sowie Liefergeschwindigkeit (93 Prozent) können die Online-Apotheken überzeugen. Lediglich bei der Beratung gibt es für die Apotheken noch Luft nach oben: 26 Prozent sind mit der Beratung der Online-Apotheken zufrieden, 29 Prozent unzufrieden.

Weitere 45 Prozent machen dazu keine Angaben, etwa weil sie das Beratungsangebot noch nie beansprucht haben. „Versandapotheken verbessern die Lebensqualität von Millionen Menschen. Die Online-Bestellung von Medikamenten ist oftmals kostengünstiger als der Weg in die Apotheke und spart darüber hinaus gerade in ländlichen Regionen Zeit und Mühe“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die pharmazeutische Beratung wird dabei stetig ausgebaut. Hierfür entwickeln Online-Apotheken besonders innovative Ideen wie etwa die Beratung per Video. So können Patienten jederzeit und ortsungebunden fundiert beraten zu werden.“

Bereits jeder Dritte (33 Prozent) kauft Medizin schon standardmäßig in Online-Apotheken, weitere 6 Prozent kaufen Medikamente für gewöhnlich bei einem Online-Händler wie zum Beispiel Amazon. Ein Viertel der Befragten (26 Prozent), die schon einmal Medikamente bei Online-Apotheken gekauft haben, tun dies regelmäßig, ein Drittel (35 Prozent) manchmal, 23 Prozent selten, 16 Prozent haben bisher erst einmal in der Online-Apotheke eingekauft.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten verbieten. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober letzten Jahres. Es erklärt die einheitlichen Abgabepreise im grenzüberschreitenden Versandhandel nach Deutschland für unzulässig. Durch das Urteil können ausländische Versandapotheken Medikamente in Deutschland günstiger anbieten als deutsche Apotheken. „Das geplante Verbot des Online-Versandhandels geht an der Versorgungsrealität vorbei und trifft vor allem immobile Patienten. Sie werden dadurch vom einfachsten und günstigsten Weg an ihre Medizin zu kommen, abgeschnitten“, so Rohleder. Ein größerer Preiswettbewerb im Gesundheitswesen käme dagegen Patienten, aber auch Krankenkassen, Ärzten und Krankenhäusern sehr zugute. „Der Versandhandel kann eine wichtige Versorgungsalternative sein. Verbote sind der falsche Weg. Der bessere Weg wäre, das gesetzliche Korsett für die in Deutschland ansässigen Apotheken zu lockern. Sie sollten darin unterstützt werden, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen“, so Rohleder.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt. Die Fragestellungen lauteten: „Wo kaufen Sie gewöhnlich Medikamente?“, „Wie häufig kaufen Sie Medikamente bei Online-Apotheken?“, „Wie zufrieden sind Sie mit den folgenden Aspekten beim Kauf von Medikamenten bei Online-Apotheken: Liefergeschwindigkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis, Qualität der Medikamente, Auswahl an Medikamenten, Beratung durch Online-Apotheken?“ und „Alles in allem, wie zufrieden sind Sie mit dem Einkauf von Medikamenten in Online-Apotheken?“ Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

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