AfD: Die rechte Revolution frisst ihre Kinder – Verzicht von AfD-Chefin Frauke Petry

AfD-Vize Gauland bereit zu Kompromiss bei Petrys "Zukunftsantrag"

Mitleid wird Frauke Petry im innerparteilichen Machtkampf nicht beanspruchen können. Im Streit mit AfD-Chefin Frauke Petry um die Ausrichtung der Partei hat Vizevorsitzender Alexander Gauland seine Bereitschaft zum Eintritt in Regierungskoalitionen erklärt.

AfD: Die rechte Revolution frisst ihre Kinder – Verzicht von AfD-Chefin Frauke Petry

Manchmal möchte man den stets aufgeregten Zeitgenossen in ihrem Kampf gegen all das Böse auf der Welt eine alte chinesische Weisheit ans Herz legen: „Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen.“ Etliche dieser stets aufgeregten Zeitgenossen hatten nämlich bereits das Gespenst einer rechten Revolution in Deutschland an die Wand gemalt; sie sahen die AfD schon an der Regierung. Doch die rechte Revolution frisst längst ihre eigenen Kinder. Wieder einmal. Erfahrene Beobachter hatten das vorhergesehen: Ob Republikaner oder Schillpartei – im unstillbaren Machthunger der Akteure hat sich das nationalistische Lager im Nachkriegs-Deutschland noch stets selbst zerlegt.

Mitleid wird Frauke Petry im innerparteilichen Machtkampf nicht beanspruchen können. Sie selbst hat vor Jahren von rechts Intrigen gegen den damaligen AfD-Chef Bernd Lucke gesponnen – und diesen schließlich gestürzt. Nun wird Petry selbst von ultrarechts angegriffen – und weicht zurück; was zeigt, wie sehr sich die Partei inzwischen ins extremistische Lager bewegt hat. Petry will ihre Partei für Konservative koalitionsfähig machen, will sie eben nicht in der Nazi-Ecke sehen. „Insbesondere ist in der AfD für rassistische, antisemitische, völkische und nationalistische Ideologien kein Platz.“ Diesen – für demokratische Parteien eigentlich selbstverständlichen – Satz will sie ins Grundsatzprogramm aufnehmen und stößt damit auf den erbitterten Widerstand ihrer extremistischen Widersacher.

Sollten sich Petry und ihre Anhänger tatsächlich aus der AfD-Führung zurückziehen, hätte die Partei endgültig das Deckmäntelchen des Bieder-Bürgerlichen abgestreift. Auf dem Parteitag am Wochenende wird sich zeigen, wie weit die Extremisten schon die Macht in der AfD übernommen haben. Und wie weit die Partei schon ist auf ihrem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Lutz Heuken – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

AfD-Vize Gauland bereit zu Kompromiss bei Petrys „Zukunftsantrag“

AfD-Vize Alexander Gauland signalisiert Kompromissbereitschaft in Bezug auf den umstrittenen „Zukunftsantrag“ von Parteichefin Frauke Petry. „Ich halte den Antrag nach wie vor für Unsinn. Aber wenn mein Name da rauskommt, kann man dem Antrag zustimmen. Dann kann die Partei dem Antrag zustimmen.“ Petry will die AfD auf dem Bundesparteitag zu einer Entscheidung zwingen zwischen dem von ihr favorisierten „realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei“ und einer fundamentaloppositionellen Strategie, als deren Vertreter sie Gauland benennt. Daran hatten sich weite Teile der Partei gestört.

Gauland erklärte außerdem, er wünsche sich, dass Petry trotz ihrer Entscheidung, auf die Spitzenkandidatur zu verzichten, „im Wahlkampf auftritt und präsent ist“. Er stehe weiterhin als Teil eines Spitzenteams zur Verfügung. Die Ökonomin Alice Weidel, die ebenfalls im Gespräch ist, lobte Gauland als „sehr gut geeignet“. Sie habe eine Menge in die Partei eingebracht. Der Tagesspiegel

Gauland sieht Perspektive für die AfD als Regierungspartei

Im Streit mit AfD-Chefin Frauke Petry um die Ausrichtung der Partei hat Vizevorsitzender Alexander Gauland seine Bereitschaft zum Eintritt in Regierungskoalitionen erklärt. „Natürlich wollen wir irgendwann auch regieren, sonst wäre ich nicht in der Partei“, sagte Gauland der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Die AfD dürfe sich jedoch nicht der Gefahr aussetzen, als kleiner Partner ausgespielt oder aufgesogen zu werden. Gauland empfahl der AfD, dem Beispiel der österreichischen FPÖ zu folgen: „Nicht als Anhängsel, aber auf Augenhöhe, dann kann man Verantwortung übernehmen“, unterstrich Gauland. Rheinische Post

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