Kauder: Weltgemeinschaft muss Christenverfolgung ächten

Neuer Open Doors Bericht besorgt CDU/CSU-Fraktion zutiefst

Nach dem Weltverfolgungsindex 2016 des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors werden weit mehr als 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Ischinger sagt hingegen einen langen Kampf gegen islamistischen Terror voraus.

Kauder: Weltgemeinschaft muss Christenverfolgung ächten

Die überkonfessionelle christliche Organisation Open Doors hat an diesem Mittwoch ihren jährlichen Bericht über die Christenverfolgung in aller Welt vorgelegt. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder: „Viele Millionen Menschen werden an Leib und Leben bedroht, nur weil sie sich zum Christentum bekennen. Mehr als 100 Millionen Christen leben in Ländern, in denen ihr Menschenrecht auf Religionsfreiheit nicht geachtet wird.

Neuer Open Doors Bericht besorgt CDU/CSU-Fraktion zutiefst

Der Bericht von Open Doors muss uns aufrütteln. Es ist zutiefst erschütternd, dass der Grad der Verfolgung von Christen so dramatisch zugenommen hat. Deutschland und Europa, aber auch die gesamte Weltgemeinschaft müssen noch stärker als bisher den wachsenden religiösen Fanatismus ächten. Alle Staaten, alle Kirchen und alle friedliebenden Religionsgemeinschaften müssen hier zusammenstehen, um die Religionsfreiheit generell zu verteidigen. Gerade auch den verfolgten und bedrängten Christen müssen wir unsere Hilfe gewähren.

Insbesondere die Lage in Syrien und dem Mittleren und Nahen Osten ist besorgniserregend. In 35 der 50 Länder des „Weltverfolgungsindex“ ist der islamische Extremismus die Haupttriebkraft für die Verfolgung von Christen. Gruppen wie Boko Haram, Al Shabaab und der sogenannte Islamische Staat gehen mit extremer Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten vor.

Derzeit spüren wir in Deutschland hautnah die Folgen von religiös begründetem Terror. Viele Menschen aus Syrien oder dem Irak kommen in unser Land, um Zuflucht zu suchen. Es sind Menschen, die in ihren Heimatländern vielfach um ihr nacktes Leben fürchten mussten. Es sind Christen, aber auch zum Beispiel Jesiden oder Muslime aus dem Irak. Als Christen und als Fraktion, die sich auf das christliche Menschenbild beruft, müssen wir auch weiter dafür eintreten, Verfolgten Zuflucht zu gewähren. Dabei sind aber auch die Möglichkeiten Deutschlands begrenzt.

Vor allem aber müssen und wollen wir dazu beitragen, dass die Fluchtursachen in den Herkunftsländern beseitigt werden. Hier ist besonders die UN-Flüchtlingshilfe gefragt. Es ist beschämend mitanzusehen, wie die Hilfen für die Flüchtlingslager u.a. im Libanon zusammengestrichen wurden. Deutschland wird sich hier nachhaltig engagieren und auch die internationale Gemeinschaft weiter zu ihren Verpflichtungen drängen. Genauso wichtig wie die Nothilfe mit Lebensmitteln oder bei der Unterbringung aber ist es, dass gerechte Zustände entstehen. Gerade die Einhaltung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit ist dafür eine wichtige Grundlage.

Die deutsche Außenpolitik muss alles tun, um der Religionsfreiheit in diesem Jahr einen noch höheren Stellenwert zu geben. Deshalb wird die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auch 2016 die Frage der Religionsfreiheit auf Reisen und in Veranstaltungen immer wieder thematisieren. Schon am 11. April wird sich dabei ein Fraktionskongress explizit mit der Lage der Christen im Mittleren und Nahen Osten beschäftigen. Im September findet auf Einladung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion die zweite Sitzung des internationalen Parlamentariergremiums in Berlin statt, das die Bedeutung der Religionsfreiheit noch stärker betonen soll. 2015 trafen sich bei der ersten Sitzung in New York schon etwa 100 Parlamentarier sowie Repräsentanten von Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen aus 50 Ländern. Sie haben die UNO aufgefordert, die Verteidigung der Religionsfreiheit noch stärker in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird in ihrem Engagement für die Religionsfreiheit nicht nachlassen.“

Hintergrund:

Nach dem Weltverfolgungsindex 2016 des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors werden weit mehr als 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Besonders im Mittleren Osten und in Afrika hat danach die Christenverfolgung durch Islamisten zugenommen. Unrühmlicher Spitzenreiter ist zum vierzehnten Mal in Folge das abgeschottete kommunistische Nordkorea.

2016 hat sich die Zahl der wegen ihres Glaubens ermordeten Christen fast verdoppelt. Gegenüber 2015 wurden auch doppelt so viele Kirchen attackiert oder zerstört. (Berichtszeitraum 2015: 4.344 um ihres Glaubens willen ermordete Christen und 1.062 aus religiös motivierter Gewalt attackierte Kirchen; Berichtszeitraum 2016: 7.100 um ihres Glaubens willen ermordete Christen und 2.406 aus religiös motivierter Gewalt attackierte Kirchen). CDU/CSU – Bundestagsfraktion

Ischinger sagt langen Kampf gegen islamistischen Terror voraus

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat für den Kampf gegen den islamistischen Terror zu langem Atem und strategischer Geduld aufgerufen. „So wie George W. Bush es nicht geschafft hat, den nach den Anschlägen vom 11. September ausgerufenen ,Krieg gegen den Terror‘ zu gewinnen, so vermessen wäre die Annahme, nach den Anschlägen von Paris den Terror des Islamischen Staats eliminieren zu können, das wird nicht funktionieren“, sagte Ischinger der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Es sei zwar zu hoffen, dass dem IS die Existenzmöglichkeit in Syrien entzogen werde. „Aber er wird sich dann an anderer Stelle wieder festsetzen“, sagte der Sicherheitsexperte voraus. Er fürchte, dass daher die Terror-Bedrohung zu einem Dauer-Phänomen werde. „Das ändert sich erst, wenn im Nahen und Mittleren Osten stabilere Regierungen, mehr Wohlstand und mehr politische Teilhabe herrschen“, erläuterte Ischinger. Rheinische Post

2 Meinungen zu "Kauder: Weltgemeinschaft muss Christenverfolgung ächten". Wie lautet Ihre?

  1. Buerger   Donnerstag, 14. Januar 2016, 9:55 um 9:55

    Mit ächten ist es wohl nicht getan. Das was im Moment in Deutschland und Europa stattfindet ist wohl eine schleichende
    Islamisierung.
    Wer schützt uns denn vor Verfolgung durch durchgeknallte islamistische Terroristen?
    Der Staat? Ich lach mich kaputt. Der Staat sieht im Moment aus wie ein zahnloser Wolf , der auch noch humpelt und orientierungslos ist.
    Sowas wird in der freien Natur sofort zum Opfer von Kleintieren und wird bis auf die Knochen abgenagt.

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  2. Wir müssen   Donnerstag, 14. Januar 2016, 4:14 um 4:14

    niemandem Hilfe gewähren. Wir haben mit Mühe ein neoliberales, individualistisches System erbaut. Das lassen wir uns nicht kaputt machen. Wer soll das bezahlen?

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