Maas für Strafverschärfung bei illegalen Autorennen

Raser stoppen

Justizminister Heiko Maas (SPD) hat sich für eine Strafverschärfung bei illegalen Autorennen ausgesprochen. „Das sind keine Bagatellen, das muss härter geahndet werden. Wir müssen alles tun, um die Menschen vor solchen Verrückten zu schützen. Angesichts der Entwicklung auf unseren Straßen halte ich es für vernünftig, dass wir rasch gesetzlich reagieren“, sagte Maas der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Maas für Strafverschärfung bei illegalen Autorennen

Am Freitag war im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach erneut ein 38-Jähriger Fußgänger von dem Auto eines Raser erfasst worden. Er starb an den Folgen des Unfalls. Maas betonte, zu konkreten Einzelfällen äußere er sich nicht. Klar sei: „Illegalen Straßenrennen sind im großen Ausmaß angestiegen. Die Auswirkungen sind katastrophal – auch für völlig Unbeteiligte. Ich halte die Raser-Events für ein Hobby von Verrückten.“

Hintergrund: In dieser Wahlperiode gab es bereits zwei Initiativen für eine Strafverschärfung bei illegalen Autorennen, eine kam aus dem Bundesrat, die andere vom Bundesverkehrsministerium. Union und SPD sind sich über eine Verschärfung grundsätzlich einig. Das Gesetz steckt aber noch im parlamentarischen Verfahren.

Bislang war Köln die Stadt der Raser

Jetzt hat auch Mönchengladbach traurigen Ruhm erlangt als Austragungsort illegaler Autorennen. Der Tod eines unbeteiligten Fußgängers hat die Debatte um schärfere Gesetze neu entfacht. Noch vor der Bundestagswahl soll jetzt beschlossen werden, was im Vorjahr bereits als NRW-Initiative angestoßen wurde. Allein die Teilnahme an illegalen Autorennen, bislang als Ordnungswidrigkeit nur mit einem Bußgeld von 400 Euro belegt, soll endlich mit Haft bestraft werden: Zwei Jahre fürs Mitmachen, bis zu zehn Jahre bei schwerwiegenden Folgen wie Tod oder schweren Verletzungen. Das Gesetz hilft zudem, nachvollziehbare Strafen zu verhängen, Schuld und Sühne zu gewichten. Denn die Gerichte urteilen extrem unterschiedlich. In Köln wurden zwei Raser, die den Tod einer jungen Radfahrerin verursachten, zu Bewährungsstrafen verurteilt. In Berlin entschied sich ein Gericht in einem spektakulären Fall zu lebenslanger Haft wegen Mordes. Das Anti-Raser-Gesetz ist überfällig. Es muss schnell verabschiedet werden, damit Polizei und Justiz besser gegen illegale Autorennen vorgehen können. Horst Thoren – Rheinische Post

Grüne wollen Rasern das Auto wegnehmen

„Deutlich schärfere Strafen dringend nötig“ – Hofreiter: Nur gegen illegale Rennen vorzugehen, greift zu kurz

Die Grünen-Bundestagsfraktion hat deutlich schärfere Strafen gegen rücksichtslose Raser gefordert und dazu einen Antrag an den Bundestag vorgelegt. Illegale Autorennen härter zu ahnden sei richtig, greife aber zu kurz, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er plädierte dafür, die Justiz in die Lage zu versetzen, die Autos von Rasern einzuziehen und ein Fahrverbot von bis zu 12 Monaten erteilen zu können.

Der Grünen-Politiker reagierte damit auf die Ankündigung von Union und SPD eine Bundesratsinitiative aus dem Jahr 2016 wiederzubeleben, wonach Veranstalter oder Teilnehmer illegaler Rennen mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden sollen und mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen müssen, wenn dabei jemand schwer verletzt oder getötet wird. Laut Hofreiter blendet die Große Koalition damit aus, dass „die Gefahr nicht allein von Rennen“ ausgehe, sondern generell von rücksichtsloser Fahrweise und stark überhöhter Geschwindigkeit. „Alle sieben bis acht Minuten wird in Deutschland ein Mensch durch einen Verkehrsunfall wegen zu hoher Geschwindigkeit schwer verletzt oder sogar getötet. Gerade Kinder und ältere Menschen müssen wir vor hemmungslosen Rasern schützen“, forderte der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Empfindlichere Strafen für grob verkehrsgefährdendes Rasen trügen dazu bei, dass die Straßen sicherer würden. Neue Osnabrücker Zeitung

Schwerer Verkehrsunfall – Fußgänger bei illegalem Autorennen tödlich verletzt

Am Freitagabend, gegen 23:00 Uhr, kam es zu einem schweren Verkehrsunfall in der Mönchengladbacher Innenstadt. Nach Zeugenaussagen lieferten sich zwei Fahrzeuge auf der vierspurigen Fliehtstraße ein Rennen, wobei der Fahrer eines schwarzen Seat mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn geriet und einen Fußgänger, der die Fahrbahn überqueren wollte, überfuhr und dabei tödlich verletzte.

Bei dem Fahrer handelte es sich um einen 28-jährigen Mann aus Schwalmtal. Der Fahrer des zweiten Pkw flüchtete von der Unfallstelle. Bei diesem Fahrzeug soll es sich um einen silbernen Seat mit MG-Kennzeichen gehandelt haben. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 38-jährigen Mann, der in Mönchengladbach wohnt. Die Geschwindigkeit ist an dieser Stelle auf 40 km/h reduziert. Die Ermittlungen dauern an. Ein Sachverständiger wurde hinzugezogen. Zeugen werden dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Polizei Mönchengladbach

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