Martin Schulz mischt die Politik auf – Der Schulz-Effekt beflügelt Kraft

Politikwissenschaftler hält nach neuer Umfrage rot-grüne Mehrheit in NRW für denkbar

Martin Schulz zündet – an der SPD-Basis und in den Umfragen. Woher kommt dieser Erfolg und wie lange wird er halten? Findet die Union noch Mittel, um Schulz zu entzaubern? Oder zeigt sich jetzt: Nach 12 Jahren sind viele Bürger Merkel-müde? Hannelore Kraft, NRW-Ministerpräsidentin, stellvertretende SPD Parteivorsitzende profitiert vom Schulz-Wahn.

Martin Schulz mischt die Politik auf – Der Schulz-Effekt beflügelt Kraft

Der Duisburger Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte rechnet damit, dass die NRW-SPD angesichts der neuen Umfragezahlen noch stärker darauf setzen wird, Martin Schulz zu präsentieren und gleichzeitig auf den Amtsbonus von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu setzen. „Diese Umfrage zeigt, wie sehr Martin Schulz der SPD auch in seinem Heimatland hilft. Er will den Erfolg in NRW, um seine bundesweite Kampagne voranzutreiben und er wird sich sicher massiv in den Wahlkampf einmischen. Am Ende sehen wir wohl Schulz und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft häufig gemeinsam“, sagte Korte der „Rheinischen Post“. Korte hält eine erneute rot-grüne Mehrheit für denkbar, obwohl beide Parteien zusammen bei der Umfrage nur 44 Prozent erreichen: „Die Ministerpräsidentin wird im Wahlkampf nun noch mehr auf ihre persönliche Popularität setzen. Wenn die neue Betonung des Gerechtigkeitsthemas die Linke unter fünf Prozent drückt, könnte es am Ende für eine rot-grüne Mehrheit reichen.“ Hauptverlierer der Prognose ist für Korte die Union: „Für die CDU ist das eine ganz schmerzliche Prognose. Sie kann jetzt nur auf das Thema Innere Sicherheit setzen, um aufzuholen, aber auch das ist schwer.“ Rheinische Post

Der Schulz-Effekt beflügelt Kraft

Wenn der „Schulz-Effekt“ sie noch drei Monate trägt, kann Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sogar auf die Wiederholung ihres famosen 39-Prozent-Wahlsieges von 2012 hoffen. Wer hätte das gedacht nach harten Jahren der „Schlusslicht-Debatte“, all der Sicherheitspannen, Spekulationen gar über ihre Regierungsmüdigkeit? Alles weit weg, der Trend ist plötzlich Genosse. Martin Schulz hat auch in NRW die Selbstzweifel weggepustet.

Kraft ließ beim fröhlichen Landesparteitag, der sie mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen zur Spitzenkandidatin kürte, keinen Zweifel an ihrem Führungsanspruch. Beitragsfreie Kita, gebührenfreie Meisterprüfung, Azubi-Ticket, 2300 Polizei-Anwärter – die Ministerpräsidentin formulierte Milliarden-Versprechen im Wissen, dass sie die sozialen Wohltaten nach dem 14. Mai auch tatsächlich wird umsetzen und finanzieren müssen.

Mit welchem Regierungspartner, scheint Kraft zunächst ziemlich egal. Der Umfragen-Absturz der Grünen macht eine Fortsetzung von Rot-Grün unwahrscheinlich. Die „Ampel“ hat die FDP frühzeitig ausgeknipst. Rot-Rot-Grün ist für Kraft „Wolkenkuckucksheim pur“. Steuert NRW auf die ungeliebte GroKo zu? Tobias Blasius – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

SPD ist für den Landtagswahlkampf gerüstet

Der Mann, der dafür gesorgt hat, dass bei der SPD jetzt alles anders ist, war gar nicht da. Martin Schulz, der neue Kanzlerkandidat, der die SPD plötzlich wieder in Siegerlaune versetzt hat, macht sich noch rar bei den NRW- Genossen. Offenbar ist die Zeit für seine Auftritte noch nicht gekommen. Dennoch konnten sich Beobachter des SPD-Landesparteitages nur verwundert die Augen reiben. Geschlossen wie selten und gleichzeitig entschlossen wollen die Sozialdemokraten die Gunst der Stunde nutzen und aus dem Landtagswahlkampf als Sieger hervorgehen. Und die leidenschaftliche Wahlkämpferin Hannelore Kraft wird ihren Teil dazu beitragen. Bei ihrem Auftritt vor dem Parteitag im Düsseldorfer Congress-Center setzte sie die Delegierten jedenfalls in Jubelstimmung. 100 Prozent Zustimmung – das ist auch in Wahlkampfzeiten ungewöhnlich.

Natürlich gehören dazu auch ein paar versprochene Wohltaten: Mehr Polizisten, Gebührenfreiheit für die Kita-Kernzeiten, ein Milliarden-Programm für Schulsanierung. Insofern ist das inhaltliche Konzept so ungewöhnlich nicht. Während Armin Laschet und seine CDU-Leute in ihrem Wahlkampf die innere Sicherheit in NRW immer wieder infrage stellen, setzt die SPD vor allem auf das Thema soziale Gerechtigkeit. Im Moment spricht vieles dafür, dass die Sozialdemokraten am Ende obenauf sind. Aber das Eis ist dünn. Wenn bis zum Wahltermin im Mai irregeleitete Terroristen noch einmal irgendwo in Deutschland Unheil anrichten, dürfte plötzlich alles wieder ganz anders sein. Lothar Schmalen, Düsseldorf – Neue Westfälische

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