Merkel will Japan Programm G7-Präsidentschaft vorstellen

Agenda des G7-Gipfel und wissenschaftliche Zusammenarbeit

Die Grünen fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts ihrer Reise nach Japan auf, in dem asiatischen Inselstaat für eine Energiewende zu werben. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) sagte die atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Sylvia Kotting-Uhl: „Merkel kann am Beispiel Deutschland aufzeigen, welche Chancen erneuerbare Energien als Alternative zum Atomstrom bieten.“ Japan hatte nach […]

Die Grünen fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts ihrer Reise nach Japan auf, in dem asiatischen Inselstaat für eine Energiewende zu werben. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) sagte die atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Sylvia Kotting-Uhl: „Merkel kann am Beispiel Deutschland aufzeigen, welche Chancen erneuerbare Energien als Alternative zum Atomstrom bieten.“

Japan hatte nach der Katastrophe von Fukushima vor ziemlich genau vier Jahren den Atomausstieg beschlossen, diesen aber wieder zurückgenommen. Die Kosten für den Import fossiler Energieträger wie Kohle, Gas oder Öl waren extrem gestiegen. „Das Land hat unglaublich gute Voraussetzungen für das Gelingen einer Energiewende – viel bessere noch als Deutschland“, sagte Kotting-Uhl etwa mit Verweis auf günstige Bedingungen für Windkraft. Es sei wichtig, dass die Kanzlerin den Japanern Chancen aufzeige und deutsche Unterstützung bei einer Energiewende zu sage. – Neue Osnabrücker Zeitung

Dr. Angela Merkel

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre bevorstehende Japan-Reise (9./10.3.) „eine sehr große Bedeutung“. Wie Merkel in ihrem neuen Video-Podcast erklärt, will sie Premierminister Abe und der japanischen Regierung das Programm der deutschen G7-Präsidentschaft vorstellen. Aber auch die bilateralen Beziehungen seien sehr wichtig. „Japan ist der zweitgrößte Handelspartner für Deutschland in Asien, und wir teilen gemeinsame Werte und Vorstellungen“, sagt die Bundeskanzlerin.

Merkel setzt auf Zusammenarbeit mit Japan

Besonderes Gewicht legt Merkel auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit. Das geplante Gespräch mit japanischen Forschern werde ein Höhepunkt ihrer Reise sein, sagt die Bundeskanzlerin. Die Wissenschaftskooperation zwischen Deutschland und Japan habe eine lange Tradition, es gebe in verschiedenen Bereichen „viel Gemeinsamkeit“ – auch wenn die beiden Länder geografisch weit voneinander entfernt lägen. Merkel wünscht sich allerdings weitere Begegnungen: „Bei allem, was Philosophie ausmacht, könnten wir noch mehr tun.“

Beide Länder, so die Bundeskanzlerin, hätten einen vergleichsweise hohen Lebensstandard, aber auch „ein demografisches Problem“. Wenn Deutschland und Japan ihren Lebensstandard erhalten wollten, „dann müssen wir – gerade dort, wo es um Innovation geht, um Patente geht, um Wissenschaft geht, um neue Ergebnisse – führend sein“, betont Merkel.

Vier Jahre nach Fukushima Alternativen zu Atomstrom aufzeigen

Mit Blick auf den Reaktorunfall in Fukushima vor vier Jahren sagt Merkel, Deutschland habe damals sehr mitgefühlt und „weitreichende Entscheidungen getroffen, nämlich schneller aus der Kernenergie auszusteigen“. Deutschland setze jetzt sehr auf erneuerbare Energien, und sie glaube, „Japan sollte auch diesen Weg gehen – und geht ihn ja auch“. Deutschland und Japan, so die Bundeskanzlerin, sollten diesen Weg auch ein Stück zusammen gehen. Sie werde deshalb bei ihrem Japan-Besuch auch über den Ausbau erneuerbarer Energien sprechen. Vielleicht seien die Wege etwas unterschiedlich, was die Kernenergie anbelange. „Aber ich“, sagt Merkel, „kann nur aus der Erfahrung von Fukushima sagen: Sicherheit ist das oberste Gebot.“

Die Reise gilt auch der Vorbereitung der Agenda des G7-Gipfels, der im Juni im Schloss Elmau stattfindet. Am Nachmittag des 9. März 2015 wird Bundeskanzlerin Merkel durch den japanischen Kaiser Akihito empfangen. Am Abend trifft die Bundeskanzlerin in Tokio den japanischen Ministerpräsidenten Shinzō Abe zu einem Gespräch und Abendessen. Neben den Themen des G7-Gipfels werden bilaterale Themen, regionale Fragen sowie internationale Krisen wie die Lage in der Ukraine, in Syrien und im Irak zur Sprache kommen.

Im Anschluss an das Treffen ist eine gemeinsame Begegnung mit der Presse vorgesehen.

Weitere Stationen der Reise sind eine gemeinsame Begegnung mit deutschen und japanischen Wirtschaftsvertretern und ein Gespräch mit japanischen Forschern über die deutsch-japanische Wissenschaftskooperation. Weiterhin ist eine Begegnung mit weiblichen japanischen Führungskräften vorgesehen sowie ein Mittagessen mit Vertretern japanischer Finanzinstitutionen und ein Gespräch mit dem Oppositionsführer Katsuya Okada, dem Parteivorsitzenden der Demokratischen Partei Japans (DPJ). Zudem wird die Bundeskanzlerin ein deutsches Unternehmen in Kawasaki besuchen.

Deutsche Bundesregierung und Ministerien

Ihre Meinung ist wichtig!

Persönliche Angaben freiwillig! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.