CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hält amerikanischen Luftschlag für „richtige Aktion“

Trumps Angriff auf Syrien

Dass die selbstlähmende Blockade Russland-USA im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bald aufgehoben werden kann, ist unwahrscheinlich. Im Gegenteil: Trumps Ziel, im Kampf gegen den IS mit Moskau gemeinsame Sache zu machen, ist wahrscheinlich in unerreichbare Ferne gerückt. Und es gibt weitere Ungewissheiten: Wie weit reicht Trumps Wende?

CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hält amerikanischen Luftschlag für „richtige Aktion“

Bis jetzt gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass die USA an eine fortgesetzte Militärintervention in Syrien denken. Innenpolitisch wird Trump der Militärschlag zumindest kurzfristig helfen. So begegnet er dem Verdacht, allzu eng mit den Russen zu kungeln. Und quasi über Nacht verwandelt sich der bisherige Stolperpräsident in einen entschlussfreudigen Staatschef. Stuttgarter Nachrichten

Trumps Angriff auf Syrien

Für Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, war der amerikanische Luftschlag gegen Syrien gerechtfertigt. „Natürlich ist das keine Strategie, aber ich halte es für eine richtige Aktion. Zum ersten Mal ist es gelungen, dass der syrische Präsident Assad einen Preis hat bezahlen müssen. Das kann künftig abschreckende Wirkung haben“, äußerte sich Röttgen im Fernsehsender phoenix. Mit Assad könne es keine friedliche Lösung des Konflikts geben, denn der Diktator setze einzig und allein auf militärische Entscheidungen.

Das amerikanische Bombardement auf den syrischen Militärstützpunkt hat nach Röttgens Überzeugung jedoch auch eine Wirkung auf Moskau, das sich im Schatten der Außenpolitik des früheren US-Präsidenten Obama „eingeladen gefühlt hat“, in Syrien das Kommando mit zu übernehmen. Röttgen hielt es für denkbar, dass nun auch Bewegung in die Friedensgespräche kommen könnte und Kompromisse mit Russland realistisch erschienen. „Möglicherweise wird dieser Warnschuss der USA politische Lösungen befördern“, meinte der CDU-Politiker. phoenix-Kommunikation

US-Angriff auf Syrien

Der Mann, der seine beiden Babys tot im Arm hält. Der 13-jährige Junge, der 19 Angehörige verlor. Auch diesmal herrschte an erschütternden Bildern kein Mangel. Der Giftgasangriff auf Chan Scheichun reihte sich ein in die endlose Kette der grausamen Nachrichten aus Syrien. Fünf Jahre schon dauert der Krieg, fast eine halbe Million Menschen sollen getötet worden sein. Und der Westen tut – nichts.

So war es bis zu dem Moment, als Donald Trump den Befehl zum Luftschlag gab. Ausgerechnet dieser rüpelhafte Großkotz, der, berauscht von sich selbst, ständig Lügen und Halbwahrheiten von sich gibt, die amerikanische Politik ins Chaos stürzt und die Werte einer freien und solidarischen Gesellschaft schmäht, ausgerechnet diesem Mann gelingt im bittersten weltpolitischen Konflikt ein Moment moralischer Überlegenheit.

Spätestens dieser Einsatz von Giftgas hat rote Linien des Westens verletzt. Doch ohne den neuen US-Präsidenten wäre das wohl weitgehend folgenlos geblieben. Man muss nicht zum Trump-Anhänger werden, um diese Wende anzuerkennen. Und genau das tut die Bundeskanzlerin daher völlig zu Recht. Der Moment ihrer eigenen moralischen Überlegenheit liegt im Herbst 2015, als sie die Grenzen vorübergehend für die Flüchtlinge öffnen ließ. Die Folgen waren damals kaum absehbar.

So ist es auch hier. Die Geschichte kennt viele solcher Momente, in denen eine Tat, ein politischer Akt ihren Lauf verändert. Der Giftgasangriff auf Chan Scheichun könnte so ein Moment gewesen sein. Für Jahrzehnte hat der kalte Krieg die Weltpolitik bestimmt, und nun stehen sich die waffenstarrenden Gegner von einst wieder feindselig gegenüber. Es ist eine brandgefährliche Situation, auch wenn es Russland bisher bei Protest belässt.

Die Deutschen haben sich im Wohlstand und in der Sicherheit der Nachkriegszeit gut eingerichtet. Hoffentlich wird niemand einmal die Entwicklung dieser Tage und Wochen einer Vorkriegszeit zurechnen. Aber schon jetzt ist klar: Donald Trump zwingt die Europäer auf die Seite der Menschlichkeit. Wer hätte das geahnt? Moritz Döbler – Weser-Kurier

Geteilte Meinung zum amerikanischen Angriff unter Syrern in den USA

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