Frankreich: Hollande Junior Macron entscheidet TV-Duell für sich

Merkel spricht sich für Macron als französischen Präsidenten aus

Am 7. Mai wählen die Franzosen den Nachfolger des amtierenden Präsidenten François Hollande. Im zweiten Wahlgang treten Marine Le Pen für den rechtsextremen Front National und Emmanuel Macron für die „En Marche“-Bewegung in einer Stichwahl gegeneinander an. Wie werden die großen Wirtschaftsprobleme die Entscheidung der Franzosen beeinflussen?

Frankreich: Hollande Junior Macron entscheidet TV-Duell für sich

Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt, Einbrüche im Tourismus nach etlichen Terroranschlägen oder der allgemeine Strukturwandel – ausgelöst durch die Digitalisierung – sind Themen, die die Menschen in Frankreich seit längerem massiv beschäftigen. Klar ist jetzt schon, dass in der Fünften Republik nichts so bleiben wird wie es einmal war. Denn die beiden bisher bestimmenden Lager, die Konservativen auf der einen Seite und die Sozialisten auf der anderen, schafften es beide nicht in die Stichwahl, und es ist offen, ob die rechtsextreme Marine Le Pen künftige Präsidentin wird oder der parteiunabhängige Emmanuel Macron. ORF

Emmanuel Macron ist der Favorit für die Stichwahl im Rennen um das französische Präsidentenamt, und er hat in der TV-Debatte mit seiner rechtspopulistischen Gegnerin Marine Le Pen gestern einen klaren Punktsieg gelandet. Es mangelt dem jungen Senkrechtstarter der französischen Politik nicht an Selbstbewusstsein, ganz im Gegenteil.

Trotzdem zweifeln viele Franzosen an der Fähigkeit des politisch noch recht unerfahrenen Kandidaten, das Land auch in einer Krisensituation führen zu können. Und viele zweifeln daran, ob Macron als Vertreter der urbanen Eliten auch Präsident des ländlichen Frankreichs sein kann. Diese Zweifel sind legitim. Aber es gibt zu Macron keine Alternative.

Die zutiefst nationalistische Vision Le Pens für Frankreich muss auch uns Deutschen Angst machen. Ihr ökonomisches Programm ist haarsträubend und wird derzeit beinahe täglich umfrisiert. In Le Pens Partei, dem nur äußerlich weichgespülten Front National, tummeln sich weiterhin viele Rechtsextreme. Es ist ganz einfach: Nur eine Wahl Macrons kann diesen Alptraum verhindern. Rheinische Post

Merkel spricht sich für Macron als französischen Präsidenten aus

Merkel: „Sein Erfolg wäre ein positives Signal für die politische Mitte“

Wenige Tage vor der französischen Präsidentschaftswahl hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klar für den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron ausgesprochen. „Es ist und bleibt natürlich die Entscheidung der französischen Wähler, in die ich mich nicht einmische. Aber dass ich mich freuen würde, wenn Emmanuel Macron gewinnen sollte, weil er für eine konsequent pro-europäische Politik steht, das sage ich auch“, sagte Merkel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

„Sein Erfolg wäre ein positives Signal für die politische Mitte, die wir ja auch hier in Deutschland stark halten wollen.“ Er sei ein entschiedener Pro-Europäer, und sein sehr pro-europäisch angelegter Wahlkampf sei auch ein Signal in Richtung guter deutsch-französischer Beziehungen. Gegen Macron tritt in der Stichwahl am Sonntag Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National an. Kölner Stadt-Anzeiger

Kanzleramtsminister Altmaier nach Wahl in Frankreich optimistisch für Europa

Altmaier: „Lob für Fillons Aufruf zugunsten Macrons.“

Kanzleramtsminister Peter Altmaier hat sich darüber erfreut gezeigt, dass Marine Le Pen in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl nur Zweitplatzierte geworden ist und Emmanuel Macron das beste Ergebnis erzielte. „Das hat Demokraten in ganz Europa erleichtert, auch mich persönlich“, sagte der CDU-Politiker der „Saarbrücker Zeitung“. Für den zweiten Wahlgang hoffe er auf einen Sieg Macrons. „Das wäre ein klares und überzeugendes Signal für ein starkes Frankreich in einem starken Europa und mit Deutschland als Partner. Es wäre auch eine klare Absage an jede Form von Nationalismus, Protektionismus und Intoleranz.“

Deutschland und Frankreich müssten als Kerne Europas die Stabilität der Eurozone weiter sichern und die Wettbewerbsfähigkeit aller EU-Länder vorantreiben, sagte Altmaier. „Seit gestern bin ich optimistisch, dass es gelingt.“ Altmaier bedauerte das Abschneiden des konservativen Kandidaten Fillon, lobte aber, dass dieser „staatsmännisch“ reagiert und seine Anhänger zur Wahl Macrons in der nächsten Runde aufgerufen habe. Die Tatsache, dass die etablierten Parteien insgesamt so schlecht abschnitten, erklärte sich Altmaier mit „politischem Verdruss“, der sich im Nachbarland aufgebaut habe. In Deutschland sei die politische Mitte viel stärker und die Ränder viel schwächer. „Das liegt nach meiner Überzeugung auch an der guten wirtschaftlichen Lage und dem höheren Maß an sozialer Gerechtigkeit“, so der Minister. Saarbrücker Zeitung

Letzter Schlagabtausch vor der Wahl: Le Pen und Macron im TV-Duell

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