Iran soll Heilsbringer im Nahen Osten werden

Gut für den Export - Iran-Deal birgt große Chance für Nahost

Die Einigung in dem 13 Jahre langen Atomstreit mit dem Iran birgt eine große Chance für den gesamten Nahen Osten. Schon jetzt dürfen langjährige Handelspartner Irans auf intensivere Beziehungen mit dem Land hoffen.

Iran soll Heilsbringer im Nahen Osten werden

Kein Zweifel, es ist ein großer Erfolg für Barack Obama. Mit dem Iran-Deal erntet er die Früchte einer Politik, die er bereits skizzierte, als er ins Rennen ums Weiße Haus ging und die Favoritin Hillary Clinton ihn als naiven Träumer charakterisierte. Sein Ansatz, den Ajatollahs die Hand auszustrecken, Parias aus der Kälte zu holen, hat funktioniert. Erst trug er zur Wahl eines vergleichsweise gemäßigten Präsidenten in Teheran bei, dann half er, ein kompliziertes Atomabkommen auszuhandeln. Es ist, als hätte Obama ihn nachträglich gerechtfertigt, den viel zu früh verliehenen Friedensnobelpreis. Nur wäre es falsch, die Einigung mit Erwartungen zu überfrachten. Badische Neueste Nachrichten

Die Einigung in dem 13 Jahre langen Atomstreit mit dem Iran birgt eine große Chance für den gesamten Nahen Osten. Damit der Frieden zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi Arabien hält, darf niemals eine Partei an Atomwaffen gelangen.

Alle an dem Abkommen beteiligten Verhandlungsparteien müssen deshalb darauf achten, dass der Iran seine Versprechen einhält, denn Sorgen hat nicht nur der große arabische Nachbar Saudi Arabien, sondern vor allem Israel.

Zu Recht. Immer wieder gibt es Drohungen in Richtung des jüdischen Staates und direkte Unterstützung für radikalislamische Terrororganisationen wie Hisbollah und Hamas, die mit ihren aus dem Iran gelieferten Waffen Israel bekämpfen. Deshalb muss auch Israel in die Kontrollen der iranischen Atomanlagen aktiv eingebunden werden.

Das Atom-Abkommen kann als ein großer erster Schritt in Richtung Versöhnung zwischen allen verfeindeten Parteien gesehen werden, denn wenn der Iran merkt, dass er von einer friedlichen Außenpolitik auch wirtschaftlich profitiert, gewinnen beide Seiten: einmögliches Vorbild für weitere Konflikte.

Durch sinkende Preise an den Tankstellen und mehr Exporte in den Nahen Osten profitieren dann auch Verbraucher und Industrie in Deutschland. Schon jetzt dürfen langjährige Handelspartner Irans auf intensivere Beziehungen mit dem Land hoffen.

Für Russland hingegen, das auch an den Verhandlungen beteiligt war, hat das Abkommen seine Vor- und Nachteile. Die weiter sinkenden Ölpreise bedeuten erneute Einbußen im Staatshaushalt. Gleichzeitig kann Russland aber darauf hoffen, dass die geplante Raketenabwehr der USA in Osteuropa damit hinfällig wird. Immerhin war die Gefahr durch den Iran das Hauptargument für den Raketenabwehrschirm. Leitartikel von Jan-Henrik Wiebe zum Atomabkommen mit dem Iran Thüringische Landeszeitung

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