Lambsdorff: Beileid zum Tod des russischen Botschafters in der Türkei

Auswärtiges Amt verurteilt Anschlag in der Türkei

Erneut wurde die Türkei von einer brutalen Terrorattacke erschüttert. Diesen hinterhältigen Anschlag auf einen Bus mit Armeeangehörigen direkt vor den Toren der örtlichen Universität in Kayseri verurteilen wir auf das Schärfste.

Lambsdorff: Beileid zum Tod des russischen Botschafters in der Türkei

Diese perfide Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen. Unsere Gedanken sind bei den Getöteten und Verletzten sowie deren Familien und Freunden. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl. Wir stehen in unserer Trauer eng an der Seite der Türkei.‎ Auswärtiges Amt

Die Türkei kommt nicht zur Ruhe. Und die Lage droht weiter zu eskalieren. Wie Recep Tayyip Erdogan auf die Anschläge zu reagieren gedenkt, ist absehbar: mit patriotischer Rhetorik und Festnahmen kurdischer Politiker. Dabei weiß der Präsident die Mehrheit seines Volkes, das auf Rache sinnt, hinter sich.

Es fällt zunehmend schwer, noch von einer türkischen Nation zu sprechen. Dafür schließt Erdogans Politik zu viele Menschen aus. Sein Kurs dämmt den Terrorismus nicht ein, er fördert ihn. Erdogan hat viele Fehler und sich dabei viele Feinde gemacht.

Der Syrienkrieg hat den Autokraten, der den Staat systematisch zu einer Präsidialdiktatur umbaut, unter Druck gesetzt. Er hat die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) an der türkisch-syrischen Grenze und auf eigenem Gebiet geduldet und als Feind nicht ernst genommen – schließlich hat man in den Kurden einen gemeinsamen Feind.

Die Autobombe sprach für die PKK, die Selbstmordattentäter für den IS. Dass radikale Kurden nun auch bereit sind, bei Anschlägen ihr Leben zu opfern, ist eine ganz schlechte Entwicklung. Westfalen-Blatt

Der Terror reicht von Aleppo nach Ankara

Der russische Botschafter wird mitten in Ankara erschossen. In einem Land also, das sich seit dem Sommer im Ausnahmezustand befindet, wo drastische Sicherheitsvorkehrungen gelten und die höchste Terrorwarnstufe. Es stimmt, gegen Anschläge kann es trotz aller Vorkehrungen keinen absoluten Schutz geben. Gleichwohl wirft der Mord an dem Diplomaten die Frage auf, wie weit die Regierung von Präsident Erdogan die Lage im Land noch kontrolliert. Während die Bedrohung durch islamistische und kurdische Terrorakte hoch ist wie nie, hat Erdogan durch eine blindwütige Hexenjagd gegen angebliche Putschisten und Anhänger des verfemten Predigers Gülen seine Verwaltung, die Armee und den Sicherheitsapparat geschwächt.

Die Türkei ist verwundbar wie nie. Auch wenn dieser Anschlag wohl gar nicht der Türkei selbst galt. Noch ist nicht gesichert, ob es sich bei dem Anschlag um die Tat eines Islamisten handelte, aber es weist alles darauf hin. Damit handelte es sich vermutlich um einen Racheakt für Russlands Beteiligung am Syrienkrieg. Lange sah es so aus, als hielten sich die Kosten des Syrien-Abenteuers für Wladimir Putin in Grenzen. Aber nun könnte der Terror irgendwann auch Russland selbst erreichen. Matthias Beermann – Rheinische Post

Lambsdorff: Beileid zum Tod des russischen Botschafters in der Türkei

Zum Angriff auf den russischen Botschafter in der Türkei erklärt das FDP-Präsidiumsmitglied Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments:

„Zum Tod des russischen Botschafters in der Türkei, Andrej Karlow, drücken die Freien Demokraten seinen Hinterbliebenen, Freunden und Kollegen des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation unser aufrichtiges Beileid aus.

Bei aller Auseinandersetzung in der Sache muss der notwendige Schutz von Botschaften und Konsulaten sowie des diplomatischen Personals allerorts zuverlässig gewährleistet sein. Nur so können Staaten und internationale Organisationen auch in schwierigen Zeiten miteinander im Gespräch bleiben.“ FDP

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