Merkel bestürzt über Mord an russischen Oppositionspolitiker

Russland hat einen Patrioten verloren

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bestürzt über die hinterhältige  Ermordung des russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow. Sie würdigt den Mut des ehemaligen  stellvertretenden Ministerpräsidenten, der seine Kritik an der Regierungspolitik immer wieder auch öffentlich geäußert hat. Merkel übermittelt seinen Angehörigen ihr Mitgefühl und fordert Präsident Wladimir Putin auf, zu gewährleisten, dass der Mord aufgeklärt und die Täter zur Rechenschaft […]

Merkel bestürzt über Mord an russischen Oppositionspolitiker

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bestürzt über die hinterhältige  Ermordung des russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow. Sie würdigt den Mut des ehemaligen  stellvertretenden Ministerpräsidenten, der seine Kritik an der Regierungspolitik immer wieder auch öffentlich geäußert hat.

Merkel übermittelt seinen Angehörigen ihr Mitgefühl und fordert Präsident Wladimir Putin auf, zu gewährleisten, dass der Mord aufgeklärt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Boris Nemtsov Nemzow

Der Tod von Boris Nemzow macht traurig und wütend. So wie viele Menschen in Russland sind auch wir schockiert von der kaltblütigen Ermordung des prominenten Oppositionellen auf offener Straße in Moskau. Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen und Freunden.

Außenminister Steinmeier zum Tod des russischen Oppositionellen Boris Nemzow

Mit Boris Nemzow verliert Russland einen erfahrenen Politiker, der bereit war, für sein Land Verantwortung zu übernehmen. Er trat für seine Überzeugung öffentlich ein und stellte sich gegen Korruption und Willkür, auch wenn seine eigene Freiheit darunter litt. Mit diesem Mord nun wurde dem Wirken einer furchtlosen Stimme ein jähes und feiges Ende gesetzt. Das darf niemanden kalt lassen. Nemzows brutaler Tod ist ein schwerer Rückschlag für alle, die sich mutig für ein offenes Russland einsetzen.

Ich begrüße, dass der Kreml noch in der Nacht entschiedene Anstrengungen zur Aufklärung des Mords an Boris Nemzow angekündigt hat. Es besteht kein Zweifel: Die Urheber dieses Verbrechens müssen rasch gefasst und in einem transparenten und rechtsstaatlichen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden. – Deutsche Bundesregierung

Nach dem Mord an dem Kreml-Kritiker Boris Nemzow

Es gehört zu den traurigen Tatsachen der russischen Wirklichkeit, dass Kreml-Kritiker eines unnatürlichen Todes sterben. Auch Boris Nemzow hat mehr als einmal davon gesprochen, dass ihn sein öffentlicher Widerstand gegen Präsident Wladimir Putin das Leben kosten könnte. So ist es gekommen. Vor den Toren des Kreml wurde Nemzow hinterrücks erschossen. Die Tat trägt alle Züge eines Auftragmordes. Doch wer dafür verantwortlich ist, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nie aufgeklärt werden. Auch das hat in Russland Tradition. Es wäre falsch, Putin diesen feigen Mord direkt anlasten zu wollen. Dafür fehlt jeder Beweis. Aber Putin ist sehr wohl verantwortlich für jenes Klima des Hasses und der Angst, das in Russland herrscht.

Vor allem im staatlich dominierten Fernsehen wird den Menschen täglich das Bild des bösen Westens eingehämmert. Zu sehen sind Filme vom vergangenen Krieg gegen die Deutschen. Der mögliche Krieg gegen Amerika gehört ebenso zum festen Repertoire der Propagandamaschine. Putin hat die Welle des Patriotismus derart in die Höhe getrieben, dass jedes kritische Wort in den Ohren der meisten Russen wie Landesverrat klingt. Nationalisten, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, wähnen sich auf der richtigen Seite. Putin sehnt sich danach, mit den USA auf Augenhöhe zu stehen. Doch davon ist er weiter entfernt denn je. Die Wirtschaft liegt am Boden, mehr als 60 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dem Verkauf von Öl und Gas. Entsprechend katastrophal wirkt sich der Preisverfall aus. Was dem Präsidenten geblieben ist, sind die Armee und ihre Raketen.

Bittere Wahrheiten für den Westen

Nur als Nuklearmacht gehört Russland zur Weltspitze. Und Putin spielt diese Karte. Durch die Krim-Annexion und den Krieg in der Ostukraine ist sein Rückhalt in der Bevölkerung groß wie nie. Es gehört zu den bitteren Wahrheiten nach dem Mord in Moskau, dass der Westen weiter auf Putin zugehen muss. Frieden gibt es nur mit dem russischen Präsidenten und nicht gegen ihn. Konkret bedeutet das: Der Westen darf der Ukraine weder eine feste ökonomische Anbindung noch eine Nato-Mitgliedschaft in Aussicht stellen. Das Land muss auf Unabhängigkeit setzen – oder es wird geteilt. – Westdeutsche Zeitung, www.wz.de

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