Obamas hinterlistiger Trick: Schutz der Arktis

Obama erschwert Trump Ölbohrungen

Es hat einen Beigeschmack von Trickserei und Täuschung: Wenn ein US-Präsident in den letzten Tagen seiner Amtszeit noch schnell ein paar Regeln erlässt, um seinen Nachfolger einzuschränken. Die Proteste der vergangenen Jahre richteten sich vor allem an Shell. Mit zahlreichen Aktionen forderte Greenpeace den Konzern auf, seine Ölbohrungen in der Arktis zu stoppen.

Obamas hinterlistiger Trick: Schutz der Arktis

Es ist eigentlich kein guter Stil und daher auch nicht üblich, dass ein scheidender US-Präsident seinem designierten Nachfolger ein politisches Ei ins Nest legt. Trotzdem hat Barack Obama jetzt genau dies getan, indem er kurz vor dem Verlassen des Weißen Hauses Ölbohrungen in arktischen Gewässern untersagt hat. Es ist hinlänglich bekannt, dass Donald Trump genau dies ermöglichen will, sobald er im Amt ist. Das dürfte jetzt schwierig werden, wenn nicht sogar unmöglich.

Dass Obama zu solchen Taschenspielertricks greift, zeigt das Ausmaß seiner Empörung über Trump. Nach der Wahl hatte er sich zunächst betont zurückgehalten mit Kritik an seinem Nachfolger. Doch die von CIA und FBI erhobenen schweren Vorwürfe, wonach Trumps Wahlsieg auch mit russsicher Hilfe zustande gekommen sein soll, haben seine Haltung verändert. Abgesehen davon ist Obamas Entscheidung eine gute Sache: In der Arktis sind die Umweltrisiken der Ölförderung einfach zu hoch. Abgesehen davon liegt sie auch gar nicht mehr im nationalen Interesse: Amerika schwimmt im Schieferöl. Matthias Beermann – Rheinische Post

Warten auf die Eiszeit

Es hat einen Beigeschmack von Trickserei und Täuschung: Wenn ein US-Präsident in den letzten Tagen seiner Amtszeit noch schnell ein paar Regeln erlässt, um seinen Nachfolger einzuschränken. Vor allem, wenn er dazu ein unbekanntes Gesetz nutzt. Was Barack Obama mit seinem Verbot getan hat, öffentliches Land vor Alaska und der US-Ostküste für die Öl- und Gassuche zu öffnen, ist trotzdem das Richtige. Und es zeigt, was die Zukunft bringen wird.

Denn ohne Frage muss die Arktis besonders geschützt werden. In diesem wichtigen, sensiblen Ökosystem sind die Folgen von Raubbau und Klimawandel drastisch und lange zu spüren. Obama hat hier gelernt, was Trump nicht sehen will: wie verwundbar diese Region ist.

Verglichen mit der offenen Verachtung für Recht und Anstand, die Donald Trump zeigt, sind Obamas Winkelzüge zum Schutz dieser bedrohten Natur Peanuts. Obama wollte die USA versöhnen und ist dabei vor allem am Widerstand der Republikaner gescheitert. Deshalb hat er seine notwendige Umweltagenda vom Klimaabkommen von Paris bis zur Regulierung der Kohle mit juristischen Kniffen und am Parlament vorbei durchgesetzt. Das kann man kritisieren. Man kann es aber auch Notwehr gegen wild gewordene Gegner nennen.

Diese Gegner kommen jetzt an die Macht. Da zeigt Obamas Vorgehen, mit welchen Bandagen nun gekämpft wird. Die Umweltbewegung wird gegenüber der geballten Macht von rückwärtsgewandten Ölbaronen im Kabinett Trump alle Tricks brauchen, um nicht ganz im Abseits zu landen. Gute Anwälte, viel Geld, jede Menge Lobbydruck, Demonstrationen und gewaltfreier Widerstand werden nötig sein, um das Schlimmste zu verhindern.

Das Beste, worauf wir unter Trump hoffen können, ist eine totale Blockade seiner Ideen bei Umwelt und Energie vor den Gerichten. Für eine solche Eiszeit hat Obama jetzt schon mal den Anfang gemacht. Bernhard Pötter – taz – die tageszeitung

Erfolg: USA und Kanada stellen ihre Arktisgebiete unter Schutz

Nordamerika macht gemeinsame Sache für den Schutz der Arktis: USA und Kanada ziehen ihre Öl- und Gasindustrie aus dem empfindlichen Ökosystem ab.

Kurz vor Ende seiner Amtszeit wirft US-Präsident Barack Obama noch einmal sein Gewicht in die Waagschale, zum Schutz der Umwelt: Gemeinsam mit seinem kanadischen Amtskollegen Justin Trudeau brachte Obama gestern ein weitreichendes Schutzprogramm für die Arktis auf den Weg. Die Förderung von Öl und Gas wird in großen Gebieten in den jeweiligen Hoheitsgewässern der beiden Staaten bis auf weiteres ausgesetzt, die USA stellen außerdem bestimmte biologische Hotspots im Atlantik permanent unter Schutz, wie zum Beispiel den mehr als 3000 Meter tiefen Hudson Canyon vor der US-amerikanischen Ostküste.

In einem gemeinsamen Statement der beiden Länder heißt es: „Präsident Obama und Premierminister Trudeau sind stolz, heute Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die dem Ökosystem der Arktis und ihrer Wirtschaft eine starke, nachhaltige und lebensfähige Zukunft sichern, mit umweltfreundlicher Schifffahrt, einer von wissenschaftlichen Erkenntnissen geleiteten Meeresnutzung, und frei von künftigen Risiken der Offshore-Öl- und Gasindustrie.“

Jahrelange Arbeit zahlt sich aus

Seit vielen Jahren kämpft Greenpeace für den Schutz der Arktis: Millionen Menschen weltweit unterstützen eine Petition zum Arktisschutz, viele Freiwillige setzten mit kreativen Aktionen die Ölkonzerne unter Druck. In Neuseeland protestierten Greenpeace-Aktivisten mit prominenter Unterstützung auf einem Bohrschiff von Shell, das auf dem Weg in die Arktis war; viele weitere Stars setzten ihrerseits ein Zeichen. 2015 präsentierten Arktisschützer auf dem Hamburger Rathausmarkt den größten Putzlappen der Welt – symbolische Aufräumvorbereitungen vor einem wahrscheinlichen Ölunfall.

Die Proteste der vergangenen Jahre richteten sich vor allem an Shell. Mit zahlreichen Aktionen forderte Greenpeace den Konzern auf, seine Ölbohrungen in der Arktis zu stoppen. Letztlich mit Erfolg: Im September vergangenen Jahres beendete das Unternehmen das pannengeplagte Projekt und zog sich aus der Arktis zurück, wirtschaftliche Gründe vorschiebend – der massive öffentliche Druck, der von Greenpeace und Umweltschützern weltweit ausging, hat bei der Entscheidung allerdings zweifellos seinen Teil beigetragen.

Die Arktis ist zu kostbar, um sie aufs Spiel zu setzen

Gemeinsam mit der indigenen Bevölkerung, lokalen Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace wollen die USA und Kanada wichtige Schritte zur Bewahrung des empfindlichen Ökosystems einleiten. Während die amerikanischen Gebiete permanent geschützt sind, werden die kanadischen Gewässer alle fünf Jahre einer Prüfung unterzogen – mit dem absehbar selben Ergebnis: Die Arktis ist zu kostbar, um sie aufs Spiel zu setzen.

Mit den ausgewiesenen Gebieten stehen zwar noch nicht hundert Prozent der Arktis unter Schutz, dennoch sind die selbstauferlegten Bestimmungen der nordamerikanischen Staaten ein Meilenstein für die Bewahrung dieses kostbaren Lebensraumes – der auch dank der unzähligen Arktisschützer auf der ganzen Welt erreicht wurde.

„Dies ist eine richtungsweisende Entscheidung der beiden Staatschefs Obama und Trudeau“, sagt Jörg Feddern, Greenpeace-Experte für Öl. „Sie bedeutet dauerhaften Schutz für eine große Region in der Arktis, einem der letzten unberührten Orte dieser Erde.“ Nun müssen die anderen Anrainerstaaten Norwegen, Russland und Dänemark rund um die Arktis dieser Initialzündung folgen. „Mehr als acht Millionen Menschen weltweit unterstützen bereits die Forderung nach einem arktischen Schutzgebiet“, so Feddern weiter. „Wer das Klimaabkommen von Paris ernst nimmt, lässt Öl und Gas im Boden.“ Greenpeace

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