Türkei beendet Zusammenarbeit mit Islamischer Staat

Ankara musste sein doppeltes Spiel beenden

Die türkische Regierung dreht eine Pirouette und kündigt die inoffizielle Zusammenarbeit mit den IS-Milizen auf. Verwundete IS-Kämpfer werden ab jetzt nicht mehr in der Türkei medizinisch versorgt.

Türkei beendet Zusammenarbeit mit Islamischer Staat

Das doppelte Spiel der Türkei hat ein Ende. Lange waren die IS-Dschihadisten mehr oder weniger offen unterstützt worden, weil sie gegen das syrische Assad-Regime kämpfen. Diese ambivalente Haltung hat sich für das Nato-Land Türkei jedoch nicht ausgezahlt. Der IS-Terror ist auch ins eigene Land herübergeschwappt.

Nicht rentiert –  Türkische Kehrtwende in Sachen IS

Die Führung unter Präsident Erdogan musste jetzt nach dem Anschlag von Suruc unbequemerweise Farbe bekennen. Die Kriegserklärung der Mörderorganisation IS konnte er einfach nicht ignorieren. Damit steigt allerdings auch die Gefahr, dass der Islamische Staat, der keiner ist, seinen Terror weiter nach Europa hineinträgt. Denn nun benötigt der Bündnispartner Türkei mit ziemlicher Sicherheit Unterstützung von den anderen Nato-Ländern.

Zudem treibt die türkische Führung immer noch ein äußerst merkwürdiges Spiel: Im Rahmen der politischen wie militärischen Kehrtwende sollen auch Oppositionelle festgenommen worden sein, die nichts mit dem IS zu tun haben. Ankara nutzt jede sich bietende Gelegenheit für Repressionen nach innen. Von Axel Zacharias Thüringische Landeszeitung

Kehrtwende in Ankara: Türkei gestatten USA Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik

Endlich! Die Türkei ist aufgewacht und nimmt die Gefahr ernst, die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ ausgeht. Viel zu lange hat die Regierung in Ankara geglaubt, sie könne mit den Terroristen gemeinsame Sache machen, um das verhasste Assad-Regime in Syrien zu stürzen. Viel zu lange hat sie die Dschihadisten gewähren lassen – bis sie auch ihr mit dem Anschlag von Suruc den Krieg erklärten. Ob die türkische Antwort wirklich eine Kehrtwende im Kampf gegen die Terrormiliz bedeutet, ist noch unklar. Niemand weiß, ob Präsident Erdogan nicht doch die nach Autonomie strebenden Kurden für eine noch größere Gefahr hält.

Trotzdem sind die Luftangriffe und die Freigabe des Stützpunkts Incirlik eine mutige Entscheidung. Präsident Erdogan weiß, dass Tausende IS-Sympathisanten in seinem Land leben. Der Albtraum am Strand von Tunesien könnte sich auch im Urlaubsland Türkei wiederholen. Der „Islamische Staat“ und seine Unterstützer sind eine ernste Gefahr für die innere Sicherheit des Landes. Sie lassen sich nicht durch Ignorieren bekämpfen. Wird die Türkei nun ein ehrlicher Partner im Anti-Terror-Kampf, wäre viel gewonnen. Von Gudrun Büscher Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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