US-Präsidentschaftsdebatte: Emotionen statt Fakten – Warum ist Trump so erfolgreich?

Die Qual der Wahl - Die Welt und Obamas NachfolgerIn

Die Präsidentschaftswahlen in den USA und das bevorstehende „Duell“ zwischen Hillary Clinton und Donald Trump stoßen auch beim deutschen Fernsehpublikum auf großes Interesse. Am 27. September trifft Hillary Clinton bei der ersten Fernsehdebatte zur US-Präsidentschaftswahl auf Donald Trump.

US-Präsidentschaftsdebatte: Emotionen statt Fakten – Warum ist Trump so erfolgreich?

Eines der meistbeachteten Duelle in der Geschichte der Präsidentschaftswahlen in den USA geht in die heiße Phase. Auch in Deutschland blickt man gespannt auf die Aufholjagd des republikanischen Kandidaten Donald Trump.

Am 8. November wählen die US-Bürger ihren neuen Präsidenten – und damit auch die politische Leitfigur des Westens und den Befehlshaber der stärksten Militärmacht der Welt. In einer Zeit zahlreicher ungelöster Regionalkonflikte und wachsender Terrorgefahr kommt dem Amt eine global herausragende Bedeutung zu. Allerdings: Hilary Clinton und Donald Trump spalten die Wählerschaft. Selten waren bei einer US-Wahl bei Spitzenkandidaten so gleichermaßen unbeliebt. Amerika hat die Qual der Wahl: Wer ist geeignet, der Verantwortung für das Amt gerecht zu werden? phoenix-Kommunikation

USA: Kein Anlass zu Panik

Die Amerikaner haben in den vergangenen 48 Stunden mehr als einmal Glück im Unglück gehabt. Gemessen an der Wucht der Explosion ging auch der Anschlag im New Yorker Vergnügungsviertel Chelsea mit 29 Verletzten glimpflich aus. In Minnesota wurde ein Blutbad verhindert, Sprengsätze in New Jersey flogen nicht in die Luft. Der glimpfliche Ausgang darf nicht dazu verleiten, die Vorfälle auf die leichte Schulter zu nehmen. Zumal bisher nicht klar ist, ob es internationale Drahtzieher gibt. Eine koordinierte Anschlagsserie kann nicht ausgeschlossen werden. Das Timing könnte aus Sicht der Täter kaum besser sein.

Diese Woche richten sich alle Augen nach New York, wo die Vollversammlung der Vereinten Nationen beginnt. Terroristen könnten sich motiviert fühlen, sich in die Schlagzeilen zu bomben. Schließlich hat der US-Wahlkampf die heiße Phase erreicht. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Terroristen des IS niemand lieber im Weißen Haus wünschten als Donald Trump, der mit seinen Rezepten gegen den Terror geradewegs in die aufgestellte Falle hineintappte. Für Panik gibt es keinen Anlass, für erhöhte Wachsamkeit jeden. Wobei die größte Gefahr zurzeit im Politischen lauert. Wenn sich die Amerikaner aus Angst vor dem Terrorismus in die Arme des Rechtspopulisten flüchteten, hätten die Extremisten gewonnen. Das darf nicht passieren. Thomas Spang – Mittelbayerische Zeitung

Amerikanische Präsidentschaft-Debatten lassen sich nicht gewinnen, aber verlieren – zuweilen entscheidend. Genau das geschah während des ersten Fernseh-Duells in der Geschichte, bei dem John F. Kennedy und Richard Nixon am 29. September 1960 aufeinander trafen. Theodore H. White hat die Debatte in seinem Klassiker »The Making of the President« analysiert. Er zeigt wie die non-verbalen Signale, die Nixon ausstrahlte, bestehende Annahmen über ihn bekräftigten. Kennedy kam bei den Zuschauern sympathischer rüber als sein verbissen wirkender Herausforderer. Auf den Tag genau 56 Jahre später sollten sich Hillary Clinton und Donald Trump an diese Lektion erinnern, wenn sie vor das vielleicht größte TV-Publikum aller Zeiten treten. Hillary Clintons zentrales Problem hat mit Vertrauen zu tun.

Die Email-Affäre für sich genommen ist einigermaßen banal, bekräftigt aber den Eindruck, sie sei nicht ganz ehrlich. Das verstärkt das bestehende Narrativ seit den Affären ihres Ehemanns Bill. In der Debatte muss Clinton nicht beweisen, was ohnehin jeder weiß. Die frühere First Lady, US-Senatorin und Außenministerin ist so gut auf das Präsidentenamt vorbereitet wie niemand zuvor. Clintons Aufgabe besteht darin, die Unentschiedenen davon zu überzeugen, dass sie ihr über den Weg trauen können. Trump hingegen muss glaubhaft machen, dass es kein Risiko ist, ihm die Codes für die US-Atomwaffen anzuvertrauen. Seine rassistischen und sexistischen Ausfälle, die zahlreichen persönlichen Beleidigungen und seine notorische Bereitschaft, zu lügen, lassen viele US-Amerikaner daran zweifeln, ob er den Charakter für das Präsidentenamt hat.

Hillary Clinton wird alles daran setzen, Dinge vorzubringen, die den eitlen Narzissten aus der Reserve locken. Donald Trump seinerseits dürfte versuchen, Clinton durch persönliche Attacken auf ihre Glaubwürdigkeit, ihre Ehe und ihr Urteilsvermögen aus der Bahn zu werfen. Am Ende der ersten von drei Fernsehdebatten zählt der persönliche Gesamteindruck mehr als die Argumente – mögen sie auch noch so gut sein. Clinton und Trump stehen vor derselben Aufgabe: Sie dürfen die Wähler nicht in dem bestätigen, was diese jetzt schon über sie denken. Westfalen-Blatt

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