Zeitbombe: Trump versinkt immer tiefer im Russland-Strudel

Zwar ist nicht bewiesen, dass es Geheimsprachen zwischen dem Trump-Wahlkampfteam und obskuren Russen gab, die im Auftrag des Kremls Einfluss auf die Präsidentschaftswahl wollten. Doch US-Geheimdienste haben schon vor der Wahl gesagt, dass es darauf Hinweise gebe. Russlands Präsident Wladimir Putin weist das zurück, was nicht überrascht. Bemerkenswert ist vielmehr, dass Trump offenbar Putin glaubt, aber nicht seinen eigenen Spionen. Mitteldeutsche Zeitung

Zeitbombe: Trump versinkt immer tiefer im Russland-Strudel

Eine E-Mail an Donald Trump Junior lässt den großmäuligen Sohn des Präsidenten ziemlich kleinlaut werden. Stattdessen spricht für ihn nun ein Anwalt, der sich als Vertreter von Gangstern einen Namen machte. Dieser dürfte seine liebe Not haben, den Erstgeborenen vom Verdacht des Verrats reinzuwaschen. Die der „New York Times“ vorliegende E-Mail zum Treffen Trumps mit der russischen Anwältin, die ihm schmutzige Informationen über Hillary Clinton in Aussicht stellte, enthält eindeutig einen Hinweis auf die russische Regierung als Quelle des Materials. Sollte es sich um keine Fälschung handeln, wäre dies der erste rauchende Colt in der Russland-Affäre.

Aber der Sohnemann brachte sich schon vor der jüngsten Enthüllung in schweres rechtliches Fahrwasser und kann sich nun nicht mehr damit herausreden, nicht gewusst zu haben, mit wem er es zu tun hatte. Trump Junior traf die russische Anwältin eindeutig mit der Absicht, Wahlkampfhilfe in Anspruch zu nehmen. Das wäre Verrat. Sonderermittler Mueller wird auf jeden Fall aufhorchen. Denn bei den strafrechtlichen Ermittlungen wegen Kollaboration mit einer gegnerischen Macht muss er den Vorsatz nachweisen. Thomas Spang – Weser-Kurier

Amerikanische Wahlkämpfe sind bekanntlich beinhart, und es gehört zum gängigen Repertoire, den Gegner ausgiebig mit Schmutz zu bewerfen. Sich dabei aber mit einer ausländischen Macht einzulassen, wie es der Sohn von US-Präsident Donald Trump offenbar vorhatte, grenzt an Landesverrat. Wie die Kontakte von Donald Trump junior zu russischen Emissären rechtlich zu bewerten sind, darüber wird vermutlich die US-Justiz zu befinden haben. Aber schon jetzt ist der Schaden für den Präsidenten enorm, denn mit dem letzten Rest seiner Glaubwürdigkeit in der Russland-Affäre ist es vorbei: Vertuschen und nur das zugeben, was sich nicht mehr leugnen lässt – das ist Trumps Masche.

Doch Trumps Wählerbasis wirkt unerschütterlich unbeeindruckt von den immer neuen Enthüllungen, und die Republikaner wollen Trump offenbar um keinen Preis vor den Midterm Elections in anderthalb Jahren fallenlassen. Mal sehen, ob die Partei das wirklich durchhält. In jedem Fall könnte es aber bald einsam werden um Trump, wenn nun schon sogar sein serviler Vize Mike Pence auf Distanz geht. Rheinische Post

Abstreiten. Die Medien in den Senkel stellen. Ablenkungsmanöver starten: Seit einer gefühlten Ewigkeit verfährt die Regierung von US-Präsident Donald Trump nun schon nach diesem Strickmuster, wenn in der Russland-Affäre neue Puzzleteile auf den Tisch kommen. Die amerikanische Öffentlichkeit hat sich beinahe daran gewöhnt. Nun schreckt sie wieder auf.  Im Weißen Haus regiert die nackte Angst, seit bekannt geworden ist, dass der Erstgeborene des Präsidenten, ein passionierter Jäger, nicht nur sich, sondern auch seinem Vater politisch einen Beinahe-Blattschuss verpasst hat. Aus ausführlicher digitaler Post von Trump Jr. geht unzweifelhaft hervor, dass die Wahlkampfkampagne des New Yorker Milliardärs bereit und willens war, russische Schützenhilfe anzunehmen, um die demokratische Rivalin Hillary Clinton sturmreif zu schießen.

Man traf sich im Juni 2016 in New York in konspirativer Weise mit einer Kreml-nahen Anwältin. Und zwar mit der genau dokumentierten Erwartung, dass von ihr kompromittierendes Material russischer Geheimdienste gegen Clinton ausgehändigt wird. Dass sich die „Beute“ am Ende offenbar als ungenießbar erwies, tut wenig zur Sache. Allein der Versuch, mit Hilfe von Erzfeind Russland einen Positionsgewinn im Wahlkampf zu erlangen, stellt eine politische Schmutzigkeit ersten Ranges dar. Ob Trump Jr. dabei auch eine Straftat begangen hat, wird der Prüfung von Sonder-Ermittler Robert Mueller vorbehalten sein. Für Trump Senior ist das dilettantische, unverfrorene Gebaren seines Zöglings eine Zeitbombe. Dirk Hautkapp, Washington – Neue Westfälische

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