Donald Trump President of the US „Der Zerstörer“

Auf rechtspopulistischen Krawall gebürstete Donald Trump

Zu alt, zu männlich, zu weiß sei die Partei, hieß es nach Romneys Schlappe. Mit einer Sprache, die Hispanics, Afroamerikanern und Immigranten asiatischer Herkunft weitgehend ausgrenze, lasse sich kein Blumentopf mehr gewinnen. Und nun kommt Trump, spricht vom Mauerbau an der Grenze zu Mexiko, verklärt das alte, unangefochten von Weißen beherrschte Amerika. In den Augen der Parteistrategen kann es nur auf eine Niederlage im Wahlfinale hinauslaufen. Nur scheint es inzwischen zu spät, den Zug noch anzuhalten. Frank Herrmann Badische Neueste Nachrichten

Trump zerstört mit seinen rückwärtsgewandten und autoritaristischen Parolen und fehlenden politischen Konzepten nicht nur die Chancen der Republikaner, mal wieder ins Weiße Haus einziehen zu können, sondern auch ihre Zukunftsfähigkeit. All das ist kein Grund für die Demokraten zu frohlocken. Hillary Clinton wird kein leichtes Spiel haben. Bisher lautete einer ihrer Slogans, die Politik Obamas fortsetzen zu wollen. Doch noch hat sie genauso wenig wie der Präsident ein Mittel gefunden, die polarisierten USA zu einen. Trump will Amerika stark machen, ohne zu sagen, wie er das zu erreichen gedenkt. Nur eins steht fest: zur Not auf Kosten von Minderheiten. Er spaltet die Gesellschaft noch mehr als bisher. Hillary Clinton wird im Wahlkampf zeigen müssen, wie sie die sozioökonomischen Entwicklungen umkehren will, damit wieder mehr US-Einwohner eine positive wirtschaftliche Perspektive haben. Ein „Weiter so“ reicht dafür nicht. Sonst hat Trump doch noch ein leichtes Spiel. Frankfurter Rundschau

Es ist genau so gekommen, wie es die Parteiführung der US-Republikaner bis vor kurzem noch ausgeschlossen hat: Der auf rechtspopulistischen Krawall gebürstete Donald Trump geht nach der Vorwahl-Serie als haushoher Favorit ins weitere Rennen. Besonnene Republikaner machen sich schon Sorgen über den maßlosen Populisten Trump im Oval Office. Für die Europäer sind die US-Wahlen von überragender Bedeutung. Gerade in einer im Chaos versinkenden Welt kommt es darauf an, dass im Weißen Haus jemand mit Augenmaß agiert. Die Alte Welt kann sich aber nicht darauf verlassen, dass noch jeder amerikanische Präsident im Amt zum Pragmatismus fand. Stuttgarter Nachrichten

Die Partei Abraham Lincolns steht kurz davor, zum Wahlverein Donald Trumps zu werden. Mit sieben Siegen in elf Bundesstaaten versetzt der Rechtspopulist einer Ära den Todesstoß, die vom Konservativismus der Bush-Dynastie geprägt war. Die Koalition aus wohlhabenden Country-Club-Republikanern, die wenig Steuern bezahlen wollen, moderaten Kirchgängern, denen traditionelle Werte wichtig sind, und neokonservativen Falken, die Geschmack an militärischen Interventionen haben, wird von einer Melange aus Nationalisten und Isolationisten verdrängt.

So gesehen treffen Kritiker den Nagel auf den Kopf, die Trump vorhalten, kein Konservativer zu sein. Der Rechtspopulist erfüllt nicht im Entferntesten die bisher dafür geltende Definition. Die letzte, beste Hoffnung, die Trump-Bewegung aufzuhalten, besteht nach diesem »Super-Dienstag« darin, eine Delegierten-Mehrheit auf dem Parteitag in Cleveland zu verhindern. Dann bestünde theoretisch die Chance, einen anderen aufs Schild zu heben.

Obwohl die Regeln dies erlaubten, wäre der Versuch, dem Kandidaten mit den meisten Delegierten die Krönung zu verweigern, politischer Selbstmord. Trump dürfte in diesem Fall als Unabhängiger kandidieren. Westfalen-Blatt

Sie steht wie kaum jemand sonst im Ruf, weit weg von den Menschen zu sein, zum Washingtoner Klüngel zu gehören und mit dem Geldadel verbandelt zu sein. Der Erfolg nicht nur Trumps, sondern auch ihres Rivalen Bernie Sanders zeigt, wie sehr sich viele Amerikaner nach Ausgleich und Gerechtigkeit sehnen. Hillary Clinton kann die Wahl nur gewinnen, wenn sie jetzt die soziale Frage in Amerika stellt und beantwortet. Berliner Zeitung

Hillary Clinton wäre vielleicht kein Segen für die Europäer, aber zumindest wäre sie eine verlässliche Partnerin. Sie hat als Ministerin unter Obama die US-Außenpolitik geprägt. Deutschland und Europa müssten keine gewaltigen Änderungen befürchten, schon gar keine militärische Alleingänge wie beim letzten republikanischen Präsidenten George W. Bush. Vielleicht würde Clinton die Europäer mehr in die Pflicht nehmen wollen, als es Obama getan hat. Doch das wäre nichts gegen Donald Trump, der noch gar nicht erkennen hat lassen, ob er überhaupt außenpolitische Vorstellungen hat, und wenn, welche das sein könnten. Seine Forderungen nach einem Mauerbau an der Grenze zu Mexiko und nach einem Einreiseverbot für Muslime in die USA lassen jedenfalls nichts Gutes erwarten. Mitteldeutsche Zeitung

 

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