E-Carsharing: Bremer Umweltsenator steht auf der Leitung

E-Car-Sharing: Der Bremer Umweltsenator steht auf der Leitung

Carsharing ist eine zukunftsweisende, zeitgemäße Art, in einer Großstadt Auto zu fahren. Man beteiligt sich an einer Gemeinschaft, die eine gewisse Anzahl PKW anschafft, die den Mitgliedern zur Nutzung gegen eine Gebühr zur Verfügung stehen. Es ist ein attraktives Modell für alle, die nicht ständig auf einen Wagen angewiesen sind oder keine langen, weiten Fahrten unternehmen. Der Fahrer spart Anschaffungs-und Unterhaltskosten, und die Zahl der nicht genutzten PKW, die die Straßen vollstellen, reduziert sich auch. Carsharing ist eine der Antworten auf die Frage, wie wir uns in Zukunft in Ballungsräumen fortbewegen wollen. Denn ein «Weiter so» wird schon bald nicht mehr funktionieren.

Eine weitere Antwort stellen Elektrofahrzeuge dar. Sie fahren emissionsarm und geräuschlos. Sie lösen zwar nicht das Problem, dass es generell zu viele PKW auf den Straßen gibt, aber sie reduzieren die Umweltbelastung durch Abgase und Verkehrslärm. Insofern wäre es logisch, die Modelle Carsharing und Elektrofahrzeuge miteinander zu verbinden. Doch die Politik ist nicht immer logisch, wieauch hierdas Beispiel Bremen(mal wieder) zeigt.

Ein Carsharing-Anbieter, der Vorreiter sein will und auf die neue, umweltfreundlichere Technik setzt, wird von der Politik ausgebremst: Die Stadt vermietet ihm keinen öffentlichen Parkplatz. Dieses ausgesprochen attraktive, zentral gelegene und zudem verhältnismäßig kostengünstige Angebot steht hingegen dem Bremer Marktführer in der Carsharing-Branche offen, obwohl dieser nur PKW mit Verbrennungsmotor betreibt. Der E-Car-Sharing-Anbieter ist gezwungen, auf private Grundstücke auszuweichen, bei denen die Miete deutlich höher ist und die oft außerhalb des Stadtzentrums liegen (Link).

Die Begründung, die der grüne Umweltsenator Joachim Lohse liefert, ist zumindest originell zu nennen. Danach könne nur der Anbieter konventionell betriebener PKW eine Entlastung des Straßenverkehrs nachweisen, nicht aber der Carsharer mit Elektroautos.  Das würden sie bestimmt, schließlich fahren diese Wagen auf denselben Straßen wie alle anderen auch, und da sich viele Menschen die E-Cars teilen, findet auch dieselbe Entlastung statt. Man muss sie nur zulassen.

Teurere Parkplätze außerhalb der City stellen einen schweren Wettbewerbsnachteil dar. Elektroautos sind die bessere Alternative zu solchen mit Verbrennungsmotor. Dies gilt vor allem, wenn sie mit Strom aus sogenannten regenerativen Energien, also Sonne, Wasser, Wind, betrieben werden. Sie werden ein Teil der Zukunft des Straßenverkehrs sein, was für Verbrennungsmotoren, die mit Erdölprodukten laufen, nicht zutrifft. Elektroautos leisten schon heute einen Beitrag zur Luftverbesserung in den Städten, und es ist wünschenswert, dass dieser Anteil schnell wächst. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Politiker der Grünen beim Kernthema seiner Partei, der Umwelt- und Energiepolitik, vollständig versagt.

Die Piratenpartei Bremen wünscht sich eine Zukunft, in der die Verehrsteilnehmer gleichberechtigt nebeneinander den Straßenraum nutzen. Der öffentliche Nahverkehr und der Radverkehr sollen durch gute Infrastruktur und attraktive Angebote gestärkt werden (Wahlprogramm der Piratenpartei Bremen, Abschnitt Verkehr). Ergänzend sehen wir Leih- und Sharingmodelle für die individuelle Fortbewegung in der Stadt als immer wichtiger werdend an. Hier soll ein breites Angebot aus elektrisch betriebenen PKW, E-Bikes und konventionellen Fahrrädern für die notwendige Flexibilität sorgen. Die Stadt muss vom Autoverkehr entlastet werden, um lebenswert zu bleiben und Umweltstandards einhalten zu können, ohne die manche Stadt längst unter einer Dunstglocke aus Feinstaub und Abgasen verschwunden wäre.

Die Stadt Bremen verpasst die Chance, einen mutigen Unternehmer zu unterstützen und gleichzeitig ihre Verkehrspolitik zeitgemäßer zu gestalten. Auch hier wäre eine größere Transparenz wünschenswert, damit wir Einblick in die echten Kriterien für die Vergabepraxis der Parkplätze auf städtischem Grund erhalten.

Piratenpartei Deutschland

DasParlament

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