Flüchtlinge stellen Düsseldorf vor große Herausforderung

Zelthallen für 600 Flüchtlinge fast bezugsfertig

Flüchtlinge stellen Düsseldorf vor große Herausforderung

Weiterhin hohe Zuweisungszahlen und die Notsituation nach dem Brand am 31. Juli in der Asylbewerberunterkunft an der Schanzenstraße in Oberkassel stellen die Landeshauptstadt bei der Unterbringung von Flüchtlingen vor sehr großen Herausforderungen. „Wir erwarten ab jetzt monatlich weitere rund 500 Menschen, die wir in Düsseldorf unterbringen und versorgen müssen. Wegen des Wegfalls von 210 festen Plätzen an der Schanzenstraße können wir im Moment nicht garantieren, dass die belegten Schulsporthallen zum anstehenden Schuljahresbeginn frei werden“, sagt Miriam Koch, die Flüchtlingsbeauftragte der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Die Zelthallen an der Itterstraße und Ratherstraße für je 300 Menschen befinden sich derzeit im Aufbau und können in der kommenden Woche bezogen werden. Die Zelthallen sollen bis Ende Oktober genutzt werden. Sie bestehen jeweils aus zwei Schlafzelten und je einem Zelt mit Sanitär- und Versorgungseinrichtungen. Zusätzlich sind derzeit folgende Turnhallen belegt: Gerresheimer Landstraße, Stettiner Straße (zwei Hallen), Friedenstraße, Kalkumer Straße, Pempelforter Straße, Lacombletstraße und Borbecker Straße. Die Hallen an der Lacombletstraße und Borbecker Straße befinden sich allerdings in ehemaligen Schulgebäuden und sind damit ohne reguläre Nutzung.

Uni-Sporthalle: 100 städtische Angestellte bauten Betten auf

Kurzfristig können jetzt auch die Hallen des ehemaligen Sportinstitutes der Heinrich-Heine-Universität als Unterkunft für Flüchtlinge belegt werden. Hier wurden mit Hilfe von rund 100 städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Donnerstag, 6. August, 300 Betten aufgebaut. Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel packte am Morgen beim Aufbau mit an und bedankte sich bei den Helferinnern und Helfern, die seinem Aufruf zur Unterstützung beim Aufbau der 300 Betten gefolgt waren. Insgesamt hatten sich weitaus mehr als 100 Freiwillige aus der Stadtverwaltung für diesen Einsatz gemeldet und zudem ist noch eine Gruppe Studierender von der benachbarten Heinrich-Heine-Universität an Miriam Koch herangetreten und hat ihre Hilfe angeboten. „Wir sind dankbar um jeden, der sich engagiert. Es gibt so viel zu tun, da können wir jede Menge Hilfe gebrauchen, zum Beispiel beim jetzt noch ausstehenden Aufbau von Pavillons in dieser Sporthalle“, so die Flüchtlingsbeauftragte.

Die Fertigstellungstermine für die ersten vier Container-Standorte (Blanckertzstraße, Grünewaldstraße, Leuchtenberger Kirchweg, Meinecke-straße) mussten auf Oktober verschoben werden, da es noch Verzögerungen bei der Freigabe der Grundstücke gab. Deshalb mussten zwei Traglufthallen für je 300 Personen bestellt werden, die Ende September belegt werden können. Für die Traglufthallen sind jeweils ein Standort im Stadtbezirk 10 an der Koblenzer Straße und ein Standort im Stadtbezirk 6 an der St.-Franziskus-Straße vorgesehen. Die Standzeit der Trag-lufthallen beträgt ein Jahr. Die 24-Stunden Betreuung in den Turn- und Zelthallen erfolgt durch das DRK, für die Traglufthallen sind verschiede-ne Hilfsorganisationen angefragt worden.
Insgesamt sind in Düsseldorf aktuell 3.402 Flüchtlinge untergebracht, davon sind 63 Prozent Männer und 37 Prozent Frauen. Seit Jahren sind 1.063 Menschen neu hinzugekommen. Es wird erwartet, dass die Zahl zum Jahresende auf 6.000 ansteigt. Von Michael Frisch & Michael Buch pld – Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf

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