Landwirte müssen von produzierter Milch leben können

Milch ist ein wertvolles Lebensmittel

„Milch ist eines der wertvollsten Lebensmittel und für die meisten Menschen Bestandteil einer gesunden Ernährung. Das wir in Deutschland rund um die Uhr Milch zur Verfügung haben, ist ein großer Luxus. Doch bei Preisen von unter 30 ct/kg drohen wir, unsere eigene Milchwirtschaft gegen die Wand fahren zu lassen. Ich appelliere daher an den Lebensmitteleinzelhandel, nicht auf den Rücken der Bauern den Kampf um die Kunden auszufechten. Außerdem werde ich das Bundeskartellamt bitten, die Verkaufspraktiken zu überprüfen. Denn der Verdacht liegt nahe, dass einige Marktteilnehmer unter dem Einkaufspreis handeln, somit den Markt verzerren, nur um den Lebensmitteleinzelhandel zu befriedigen. Das darf nicht sein!“, so Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, zur aktuellen Marktlage.

Derzeit ist die Situation der Milchbauern sehr schwierig. Einerseits sind mit dem Ende der Milchquote die Milchbauern auf dem freien Markt angekommen, andererseits nutzt der Lebensmitteleinzelhandel gerade seine Marktmacht aus, um den Preis auch aufgrund eines derzeitigen Überangebotes zu drücken. „Wir dürfen der Milchquote jedoch keine Träne hinterher weinen, denn wenn wir ehrlich sind: sie hat die Berg- und Talfahrt des Milchpreises all die Jahre auch nicht verhindern können. Vielmehr wird heute oft vergessen, dass bei der Zuweisung der Milchquote im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Bundesländern nur die Hälfte der Quote auf die Fläche gerechnet bekommen hat. Mecklenburg-Vorpommern bekam 1.200 kg und Schleswig-Holstein und Niedersachsen hingegen 2.400 kg. Das führte zu einem radikalen Abbau der Tierplätze und damit auch der Arbeitsplätze im ländlichen Raum in den 1990ern“, so der Minister.

Die Landesregierung hat die Milchbauern wie auch den ökologischen Landbau in den vergangenen Jahren prioritär gefördert. Neben der Förderung der extensiven Dauergrünlandnutzung (bis zu 220 Euro je Hektar) wurden zwischen 2007 und Ende 2013 über 580 Vorhaben der Milchbauern mit einem Gesamtvolumen von 344 Millionen Euro mit über 70 Millionen Euro durch die Landesregierung bezuschusst. Damit wurden vor allem Ställe modernisiert, die beim Tierschutz über das gesetzliche Mindestmaß hinaus gehen mussten. „Das ist in Anbetracht von der immer noch praktizierten Anbindehaltung in weiten Teilen Süddeutschlands ein wesentlicher Standortvorteil für uns. Dies muss auch ein wichtiges Argument für die Kaufentscheidung der Verbraucher sein“, unterstrich Dr. Backhaus. Mitteilungen Mecklenburg-Vorpommern

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